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22.08.2011

17:01 Uhr

Zukunft ungewiss

Schnäppchenjäger verschmähen Bankenaktien

Die europäischen Bankenaktien stehen so niedrig wie seit zwei Jahren nicht mehr, doch Schnäppchenjäger meiden die Papiere. Sie fürchten, dass die Finanzbranche vor einem tiefgreifenden Wandel steht.

Gewitter über europäischen Banken: Die Gebäude von HSBC und Barclays in London. Reuters

Gewitter über europäischen Banken: Die Gebäude von HSBC und Barclays in London.

LondonEuropäische Bankenaktien sind an den Börsen so wenig wert wie seit zwei Jahren nicht - eigentlich ein gefundenes Fressen für Schnäppchenjäger. Doch die winken ab.

Denn Fondsmanager und Investoren fürchten, dass die Finanzbranche nicht etwa an einer vorübergehenden Schwäche leidet, sondern vor einem tiefgreifenden Wandel steht. Binnen eines Monats ist der Europäische Bankenindex um ein Viertel gefallen. „Man könnte zu dem Schluss kommen, dass Bankaktien zu diesen Kursen ein Schnäppchen sind - aber es kann gut sein, dass sie da auch noch in fünf oder zehn Jahren stehen“, sagt ein Fondsmanager bei einer der britischen Top-Ten-Adressen, die in zahlreiche Banken investiert ist. Investoren könnten sich derzeit einfach nicht vorstellen, was die Papiere wieder nach oben treiben könnte.

Die niedrigen Bewertungen seien wohl nur der Ausdruck eines zutiefst skeptischen Blicks auf die Wirtschaft in Europa und in den USA, der die Gewinne drücken könnte, sagen Investoren und Analysten. So viel wie vor der Finanzkrise würden Banken angesichts der scharfen Auflagen der Aufseher vielleicht nie mehr verdienen. Über den Banken schwebe das Damoklesschwert weiterer Kapitalerhöhungen, die die Kurse weiter verwässerten.

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„Die gegenwärtigen Kurse lassen darauf schließen, dass der Markt weit mehr einpreist als einen mäßigen mittelfristigen Rückgang der Gewinne, getrieben von schwächeren Einnahmen“, sagt Citi-Analyst Leigh Goodwin. Vielmehr brauche die Branche nach Überzeugung der Investoren flächendeckend frisches Kapital.

Das zeigt sich eindrucksvoll an der Aktie der Commerzbank . Obwohl sich die Robustheit des deutschen Mittelstands eindrucksvoll in den Büchern von dessen größtem Finanzier spiegelt, ist die Bank an der Börse kaum mehr zehn Milliarden Euro wert - nachdem sie erst im Frühjahr 8,25 Milliarden bei Investoren eingesammelt hat.

Kommentare (5)

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AndreAdrian

22.08.2011, 22:20 Uhr

Ackermann und seine 25%

Die Bankenkrise 2011 hat erst dann die Deutsche Bank erreicht wenn Hr. Ackermann öffentlich das Ende seiner 25% Rendite Forderung an die Mitarbeiter verkündet.
Leider wird der grosse Banker solche Worte nicht die Lippen bringen - er möchte ja weiter bei der Deutschen grosse Reden halten.
Die deutsche Art der Geldvernichtung sieht so aus: Rein in Telekom-Aktien, Kurssturz, raus aus Telekom-Aktien dann rein in Bankaktien, Kurssturz, wieder raus und nun rein ins Gold.

Christoph

23.08.2011, 00:09 Uhr

Warum führt man keine peripherie-eurobonds ein? Wenn die abgesichert wären von den stabileren Euro-kernländern und für investitionen in die peripherieländer bestimmt sind, wären sie eine interessante investition für hedgefonds und dergleichen.

HvS-HH

23.08.2011, 10:23 Uhr

Gold ist die nächste Bubble.... bei 1900 steig ich aus....

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