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21.07.2012

13:25 Uhr

Zwei IPOS in den USA

Investoren verdauen Facebook-Schock

Zwei Monate nach dem Börsendebakel von Facebook ist es zwei amerikanischen IT-Firmen gelungen, die misstrauischen Investoren aus der Reserve zu locken. Auch für Morgan Stanley sind die Börsengänge ein Erfolg.

App dafür: Die Facebook-Aktie hat die Investoren enttäuscht. dpa

App dafür: Die Facebook-Aktie hat die Investoren enttäuscht.

New YorkDer verpatzte Debüt der Facebook-Aktie hat den Markt für Internet-Börsengänge in eine Schockstarre versetzt, jetzt geben zwei kleine Unternehmen der Branche Hoffnung. Die Aktien der Reisewebsite Kayak und der IT-Sicherheitsfirma Palo Alto Networks verbuchten beim Handelsauftakt am Freitag kräftige Zuwächse. Beide Börsengänge waren allerdings ungleich kleiner als Facebooks Mega-Platzierung. Und das Kursplus fiel mit gut einem Viertel bescheidener aus als früher bei Internet-Firmen üblich.

Dennoch zeigen die beiden erfolgreichen Börsenstarts, dass die Anleger zwei Monate nach dem Facebook-Debakel wieder bereit sind, Geld in Internet-Aktien zu stecken. Obwohl sich die Investmentbank Morgan Stanley beim Facebook-Börsengang blamiert hatte, war sie nun bereit, beide Unternehmen an die Börse zu begleiten. Besonders Kayak kann sich freuen: Das Unternehmen wollte eigentlich kurz nach Facebook an die Börse gehen und musste die Aktienplatzierung angesichts der schlechten Stimmung verschieben.

Diese Stimmen hatten den Facebook-Börsengang begleitet

Warren Buffett

Warren Buffett (Star-Investor)

„Die Idee, dass eine frisch an den Markt gebrachte Firma unter tausenden und abertausenden Firmen weltweit die günstigste Gelegenheit ist, ist einfach dümmlich."

Michael Pachter

Michael Pachter (Analyst bei Wedbush)

„Die platzierenden Banken haben es völlig vergeigt.“

Phillip Goldberg

Phillip Goldberg (Investor)

"Orders von Investoren, die am ersten Handelstag Facebook- Aktien kaufen wollten, wurden häufig erst Stunden später ausgeführt. In der Zwischenzeit hatten die Investoren, die diese Aktien kaufen wollten, keine Ahnung, ob ihre Geschäfte ausgeführt worden waren und daher keine Ahnung, ob sie überhaupt Facebook-Aktien hielten."

Goldberg hat Klage gegen den Börsenbetreiber Nasdaq eingereicht.

Mary Schapiro

Mary Schapiro (SEC-Chefin)

„Es gibt einige Probleme, die wir uns anschauen müssen, vor allem im Zusammenhang mit Facebook.“

Robert Greifeld

Robert Greifeld (Nasdaq-Chef)

„Es hat ganz klar Fehler gegeben.“

Jim Cramer

Jim Cramer (Ex-Börsenhändler und TV-Moderator)

„Es ist unbestritten, dass (Facebook) ein schnell wachsendes und gut geführtes Unternehmen ist und es könnte ein guter Deal sein (…) Nur nicht am Eröffnungstag“.

Henry Blodget

Henry Blodget (Chef der Analyseplattform “Business Insider”)

“Wenn sich das Wachstum nicht wieder zulegt, ist es schwer zu sehen, wie die Aktie groß zulegen soll“

David Rolfe

David Rolfe (Investmentchef von Wedgewood Partners)

„Die Wall Street ist ein strenger Lehrmeister. Nun wird von Facebook erwartet, dass das Unternehmen regelmäßig seine Ziele anhebt, um sie dann zu übertreffen.“

Simon Lee

Simon Lee (Analyst bei der Navy Federal Credit Union)

„Für Facebook ist immer noch eine Menge mehr Platz, und es wird weiterhin mehr Nachfrage nach der Aktie als Angebot geben 

Yves Maillot

Yves Maillot (Head of Investments von Robeco Gestions)

„Facebooks Preisgestaltung erscheint recht teuer zu sein" Der Börsengang dränge darüber hinaus in ein „sehr schwieriges Umfeld für den US-Aktienmarkt."

Tom Taulli

Tom Taulli (IPO-Experte für Tech-Aktien)

„Banker werden das Beispiel als Erinnerung für Firmen nutzen, dass sie beim Preis nicht zu hoch greifen sollten. Die Devise 'der Himmel ist die Grenze' gilt nicht mehr.“

John Scandalios

John Scandalios (Leiter Franklin Templeton Technologiefonds)

„Bei den Geschäftsmodellen gibt es noch viele offene Fragen"

Nick Einhorn

Nick Einhorn (Analyst der Beratungsfirma Renaissance Capital)

"Es war nicht so aufregend, wie es hätte sein können. Aber ich denke nicht, dass wir den Börsengang als Misserfolg werten sollten."

Larry Page

Larry Page (Gründer und Konzernchef von Google)

„Wir haben versucht, mehr einfache Leute teilhaben zu lassen.

In einer Talkshow äußerte sich Page über die Unterschiede zwischen den Börsengängen von Google und Facebook.

Die Reisewebsite hatte schon seit vergangenem November auf einen günstigen Zeitpunkt gewartet. Am Freitag sprang der Kurs der Kayak-Aktie nun um 27,62 Prozent auf 33,18 Dollar hoch. Das Unternehmen hatte 3,5 Millionen Anteilsscheine zu einem Ausgabepreis von 26 Dollar auf den Markt gebracht. Für das Papier von Palo Alto Networks ging es um 26,50 Prozent auf 53,13 Dollar nach oben. Der Spezialist für Netzwerk-Sicherheit platzierte 6,2 Millionen Aktien zu je 42 Dollar.

Beim Facebook-Börsengang Mitte Mai hatten hingegen rund 421 Millionen Anteilsscheine den Besitzer gewechselt und die Alteigentümer nahmen 16 Milliarden Dollar ein. Allerdings haben das weltgrößte Online-Netzwerk und die Banken das Angebot offensichtlich deutlich über die Nachfrage hinaus aufgeblasen. Die Aktie konnte den Ausgabepreis von 38 Dollar nicht lange halten und stürzte ab. Am Freitag kostete das Papier 28,76 Dollar.


Von

dpa

Kommentare (2)

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lpc2009

21.07.2012, 15:23 Uhr

dennoch kompliment, da liegen deutsche start up lichtjahre hinterher..

easyway

21.07.2012, 15:25 Uhr

Moderne Zeiten

http://www.china-intern.de/page/wirtschaft-usa/1342615109.html

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