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22.11.2012

10:00 Uhr

Aktienmärkte

Angst vor Rezession? Ach was!

VonJörg Hackhausen

Aktien sind derzeit die attraktivste Anlageklasse. Dennoch trauen sich die Deutschen nicht ran. Sie fürchten sich vor Rezession und Börsencrash. Dabei ist die Angst unbegründet - wenn man es geschickt anstellt.

Die konjunkturellen Aussichten verschlechtern sich. Aber das muss nicht der Weltuntergang sein. Getty Images

Die konjunkturellen Aussichten verschlechtern sich. Aber das muss nicht der Weltuntergang sein.

DüsseldorfSoll ich jetzt Aktien kaufen? Oder lasse ich es lieber bleiben? Jeder, der etwas Geld übrig hat, das er anlegen möchte, wird sich diese Frage stellen. Selbst wer noch nie oder seit Jahren nicht mehr an der Börse unterwegs war, kommt ins Grübeln. Nicht weil die Deutschen auf einmal ihre Liebe zu Aktien entdecken, sondern weil gewinnbringende Alternativen nicht in Sicht sind.

Die Zinsen sind historisch niedrig. Mit Anleihen oder anderen Zinspapieren lässt sich nichts verdienen. Mit Aktien haben Anleger in diesem Jahr sehr gut verdient. Der Dax ist um knapp 20 Prozent gestiegen, auch die Dividendenrendite – bei Dax-Aktien gibt es im Schnitt immerhin 3,5 Prozent – sieht verlockend aus.

Das Problem ist nur: Die meisten trauen dem Braten nicht – und trauen sich nicht, ihr Geld in Aktien zu stecken. Sie fürchten einen neuerlichen Einbruch der Weltwirtschaft. Die Schuldenkrise in Europa, der Haushaltsstreit in den USA und schwächere Wachstumszahlen in China bilden ein gefährliches Gemisch. Die Wahrscheinlichkeit für eine weltweite Wirtschaftskrise wird von Experten – zum Beispiel Jeff Hochman von Fidelity oder Leon Cornelissen von Robeco – auf  25 Prozent geschätzt. Das Risiko ist also nicht unausweichlich, aber auch nicht zu verachten.

Wo das Geld der Deutschen liegt

Geldvermögen gesamt

2010: 4.645,4 Milliarden Euro

2011: 4.710,2 Milliarden Euro

2012: 4.939,0 Milliarden Euro

Quelle: Deutsche Bundesbank, 03.05.2013

Bargeld und Sichteinlagen

2010: 914,1 Milliarden Euro

2011: 953,3 Milliarden Euro

2012: 1.056,9 Milliarden Euro

Termingelder

2010: 262,6 Milliarden Euro

2011: 280,5 Milliarden Euro

2012: 274,4 Milliarden Euro

Spareinlagen

2010: 609,1 Milliarden Euro

2011: 608,2 Milliarden Euro

2012: 608,0 Milliarden Euro

Sparbriefe

2010: 75,0 Milliarden Euro

2011: 85,4 Milliarden Euro

2012: 75,5 Milliarden Euro

Festverzinsliche Wertpapiere

2010: 254,1 Milliarden Euro

2011: 247,1 Milliarden Euro

2012: 238,2 Milliarden Euro

Aktien

2010: 243,5 Milliarden Euro

2011: 221,5 Milliarden Euro

2012: 259,1 Milliarden Euro

Sonstige Beteiligungen

2010: 179,1 Milliarden Euro

2011: 185,2 Milliarden Euro

2012: 193,4 Milliarden Euro

Investmentzertifikate

2010: 435,4 Milliarden Euro

2011: 394,9 Milliarden Euro

2012: 420,1 Milliarden Euro

Ansprüche gegenüber Versicherungen

2010: 1.358,1 Milliarden Euro

2011: 1.400,2 Milliarden Euro

2012: 1.468,9 Milliarden Euro

Ansprüche aus Pensionsrückstellungen

2010: 284,3 Milliarden Euro

2011: 295,4 Milliarden Euro

2012: 306,6 Milliarden Euro

Sonstige Forderungen

2010: 39,0 Milliarden Euro

2011: 38,4 Milliarden Euro

2012: 37,9 Milliarden Euro

Die Wirtschaft der Euro-Zone steckt jetzt schon in der Rezession. Selbst Volkswirtschaften, auf die bisher Verlass war, geraten in die Krise. Der nächste Krisenkandidat ist bereits ausgemacht: Frankreich. Das Wirtschaftsmagazin „Economist“ nennt das Land die „Zeitbombe im Herzen Europas“. Deutschland ist bisher glimpflich davongekommen, kann sich aber nicht auf Dauer abkoppeln. Michael Hüther, der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), sagt, die deutsche Wirtschaft bewege sich „am Rand der Stagnation“. Man beobachte eine „tiefsitzende Verunsicherung“ in den Chefetagen der Unternehmen, die die Wirtschaftsentwicklung bremsen dürfte, auch wenn Deutschland vorerst nicht in die Rezession abrutschen werde.

Es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis die Unternehmen die Krise zu spüren bekommen, bis die Gewinne abbröckeln und damit auch die Aktienkurse. „Unter den makroökonomischen Gegebenheiten halte ich es für riskant, ausschließlich auf steigende Aktienkurse zu spekulieren“, sagt Andreas Utermann, Chefanlagestratege von Allianz Global Investors. Die Volatilität an den Aktienmärkten werde auch im kommenden Jahr hoch bleiben.

Kommentare (16)

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Wahnsinn

22.11.2012, 10:11 Uhr

Liebes HB, der nächste Versuch, oder was?

Account gelöscht!

22.11.2012, 10:30 Uhr

Wo ist eigentlich das Problem?! Aktien steigen, und Aktien fallen. Mal hier mehr, mal dort weniger. Wer damit ein Problem hat, sollte sich eine andere Asset-Klasse suchen.

Und wenn man 20 und mehr Jahre in Aktien investiert ist, lebt man auskömmlich von den Dividenden. Kurssteigerungen sind dann nur noch eine nette Nebensache.

Account gelöscht!

22.11.2012, 10:33 Uhr

Kleiner Hinweis: Die letzte wirkliche "Mutter aller Kaufgelegenheiten" war 1982. Das war das letzte mal, dass die durchschnittliche Dividendenrendite etwa 7-8% betrug. Selbst im Fruehjahr 2009 waren es nur rund 3.5%. Nicht gerade spektakulaer...
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