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18.02.2011

10:00 Uhr

Aktienmarkt

Anlegern droht eine böse Überraschung

VonJörg Hackhausen

Noch liefern die Unternehmen gute Ergebnisse ab. Doch Anleger sollten darauf achten, was hinter den Zahlen steckt.

Händler an der Wall Street: Der Spielraum ist ausgereizt. Quelle: dpa

Händler an der Wall Street: Der Spielraum ist ausgereizt.

FrankfurtAn der Börse scheint alles in bester Ordnung zu sein. Die Kurse steigen und steigen. Und die meisten Anleger glauben, dass das noch eine Weile so weitergeht. Schließlich liefern die Unternehmen reihenweise glänzende Zahlen ab. Auch die Mehrzahl der Analysten wird nicht müde, zu betonen, dass Aktien, gemessen an den Gewinnen der Unternehmen, günstig seien.

Das hört sich dann so an: "Mehr Wirtschaftswachstum bedeutet in der Regel auch höhere Unternehmensgewinne, und diese sind die Triebfeder für steigende Aktienkurse", erklärt Carsten Klude, Chefvolkswirt von M.M. Warburg. Das bestätige auch die derzeit laufende Berichtssaison. Sein Kollege Mislav Matejka, Aktienstratege von JP Morgan, stellt fest: "Die Unternehmensgewinne stützen den Trend." Daher bleibe es attraktiv, am Aktienmarkt investiert zu sein. Aber stimmt das wirklich?

Auf den ersten Blick sehen die Zahlen der meisten Unternehmen hervorragend aus. Ob Apple, McDonald's oder Coca-Cola - eine Erfolgsmeldung jagt die nächste, immer wieder ist von besser als erwarteten Zahlen die Rede. In der laufenden Berichtssaison haben mehr als zwei Drittel aller US-Firmen das Kunststück fertiggebracht, die Schätzungen der Analysten zu übertreffen.

Höhepunkt überschritten

Liegen Schätzungen und tatsächliche Ergebnisse weit auseinander, kann das zweierlei heißen: Entweder läuft es für die Unternehmen wirklich viel besser als gedacht oder die Analysten haben sich mit ihren Prognosen verschätzt. Ein Blick auf die jüngere Vergangenheit lässt eher das Letztgenannte vermuten. "Die Ertragsentwicklung vorherzusagen ist nicht einfach", sagt Ad van Tiggelen von ING Investment Management. In der Vergangenheit hätten die Analysten mit ihren Prognosen häufig danebengelegen.

Allein die Analysten dafür verantwortlich zu machen, wäre allerdings zu kurz gegriffen. Die Unternehmen sind selbst nicht ganz unschuldig. Jeder Firmenchef ist darum bemüht, gute Zahlen zu präsentieren. Im Vorfeld stapelt er ein wenig tief, damit die Ergebnisse am Tag der Bilanzpressekonferenz umso besser ausfallen. So kommt es, dass die Zahlen auf wundersame Weise so oft "überraschend" gut ausfallen.

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