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18.06.2015

14:34 Uhr

Aktienmarkt und Grexit

Von Analysten, die penetrant optimistisch sind

Die Krise in Griechenland? Kein Problem für die Märkte. Die Wirtschaft? Auf Erfolgskurs. Europäische Aktienanalysten sind sich überraschend einig und sagen allesamt steigende Kurse voraus – und zwar zweistellig.

Europäische Aktienanalysten sind sich einig: Bis zum Jahresende wird es zweistellig nach oben gehen. dpa

Gute Laune an der Börse

Europäische Aktienanalysten sind sich einig: Bis zum Jahresende wird es zweistellig nach oben gehen.

ZürichGriechenland bewegt sich nicht - und die europäischen Aktienstrategen auch nicht. Obwohl der Streit zwischen den Vertretern des Mittelmeerlands und seinen Kreditgebern auf den Märkten Chaos anrichtet, hat keiner der 15 von Bloomberg beobachteten Prognostiker seine Schätzung für die europäischen Indizes zum Jahresende gesenkt. Vielmehr erwarten sie allesamt Steigerungen. Die UBS hat ihre Prognose im Juni sogar noch angehoben - die Strategen der Schweizer Bank verwiesen dabei auf ein besser als erwartetes Gewinnwachstum und einen Umschwung in der Wirtschaft.

Analysten gehen von einem dritten Jahr in Folge mit Gewinnwachstum von über zehn Prozent aus und erwarten, dass die EZB-Stimuli erhalten bleiben. Vor diesem Hintergrund sehen sie die Störungen durch Griechenland als temporär an. Einer Studie von Bank of America zufolge bevorzugen Investoren Europa nach wie vor. Am positivsten gestimmt ist die Citigroup: Deren Auguren erwarten für den Stoxx Europe 600 Index einen Anstieg um 17 Prozent bis Jahresende.

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„Griechenland hat keine wesentlichen Auswirkungen auf die europäische Wirtschaft, weil es so klein ist“, sagt Christian Zogg, Fondsmanager bei LLB Asset Management in Vaduz. „Die Gewinnentwicklung hatte gerade an Dynamik gewonnen, als die Korrektur Mitte April kam. Wir haben erste Anzeichen dafür gesehen, dass die europäische Wirtschaft von dem schwächeren Euro profitiert, und es gibt keinen Grund, warum das nicht weitergehen sollte.“

Das Ringen um Griechenland hatte den Euro Stoxx 50 Index seit seinem Hoch im April bis Montag um zehn Prozent auf ein Vier-Monats-Tief gedrückt. Am Dienstag erholte sich der Index etwas. Der Markt blickt nun auf ein Treffen der Finanzminister am Donnerstag und ein Gipfeltreffen der EU-Regierungschefs am 25. und 26. Juni. Das Rettungspaket für Griechenland läuft Ende des Monats aus.

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