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25.04.2012

12:44 Uhr

Analysten-Award 2012

„Analysten müssen unabhängig denken“

VonSaskia Jonker

Ausgerechnet ein junger Börsenbeobachter aus den Niederlanden war der herausragende Preisträger beim Analysten-Award. Er gewann gleich fünf Auszeichnungen.

Der Handelsraum der Deutschen Börse. dapd

Der Handelsraum der Deutschen Börse.

FrankfurtHerausragender Preisträger des Analysten-Awards 2012, der gestern Abend in Frankfurt verliehen wurde, ist der Niederländer Thomas van der Meij. Gleich fünf der begehrten Awards heimste er ein. Ein Ausnahmeanalyst – auch weil der Experte des Amsterdamer Brokers Kempen & Co kaum 27 Jahre alt ist. Er darf sich unter anderem bester Analyst für Aktienempfehlungen im Finanzsektor und bester Immobilienanalyst für Gewinnschätzungen nennen. „Eine große Ehre“, sagt van der Meij.

Thomas van der Meij. Pressebild

Thomas van der Meij.

Bei einer so herausragenden Leistung stellt sich unweigerlich die Frage: Wieso kennt sich ausgerechnet ein junger Analyst aus den Niederlanden so gut auf dem deutschen Markt aus? „Ich folge den deutschen Immobilienmärkten mehr als drei Jahre, seit September 2008“, erklärt van der Meij. Sein Arbeitgeber, Kempen & Co, hatte damals einen Platz frei im Team der Immobilienanalysten. Spezialisierung: die deutschen und österreichischen Immobilienmärkte. Diese Chance ließ sich der Universitätsabsolvent nicht entgehen.

Um ein erfolgreicher Analyst zu sein, bedürfe es aber mehr als Kenntnisse über die Märkte, sagt van der Meij. Einen Blick fürs Detail, gepaart mit Scharfsinn, brauchen Analysten ebenfalls. „Außerdem müssen wir unabhängig denken.“ Das bedeutet, dass Analysten sich auch einmal trauen müssen, Unternehmensanalysen zu erstellen, die der herrschenden Meinung widersprechen. „Eine abweichende Meinung muss man auch verkaufen können. Man muss die Leute davon überzeugen“, sagt van der Meij.  

Er wagte es, die Immobiliengesellschaft IVG Immobilien das ganze Jahr 2011 zum Verkauf zu empfehlen – und er behielt recht: Die Aktie fiel von rund sechs Euro bis auf 2,13 Euro, ein Einbruch um 65 Prozent. Der niederländische Analyst war auch fast das ganze Jahr negativ gegenüber der Wohnimmobilienfirma Gagfah eingestellt. Ebenfalls eine gute Entscheidung, die Aktie gab 28 Prozent nach.

Kommentare (1)

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Mario

25.04.2012, 14:39 Uhr

Das führte das ganze Brokerage Business mal wieder "ad absurdum". Ein Neuling in Holland, der vermutlich keine Immobilien besitzt, sticht hunderte Analysten aus die jahrelange Markterfahrung haben, vor Ort sind, das Management kennen usw. usw. Es gibt nur zwei KOnklusionen. Es ist pures Glück die treffende Vorhersage zu liefern oder der Broker bezahlt für die Analystenauszeichnung.

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