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25.04.2012

12:43 Uhr

Analysten-Award 2012

Welchen Analysten man vertrauen kann

VonAnke Rezmer

Im vergangenen Jahr lagen viele Analysten falsch - wieder einmal. Aber nicht alle Urteile waren schlecht. Ein exklusiver Vergleich zeigt, welche Analysten richtig lagen.

Der Handelsraum der Deutschen Börse in Frankfurt. Reuters

Der Handelsraum der Deutschen Börse in Frankfurt.

FrankfurtDer jüngste Fall Alcoa ist exemplarisch: Die Analysten hatten angesichts der sich eintrübenden Weltkonjunktur im ersten Quartal 2012 ein schwaches Ergebnis des US-Aluminiumriesen erwartet. Doch dann kam alles anders. Der Konzern überraschte mit einem Gewinn und düpierte damit die Experten. Ähnlich erging es vielen Analysten mit Versorgern oder Autobauern in Deutschland vergangenes Jahr.

Der politische Schwenk weg von der Atomkraft, die Energiewende in Deutschland, belastete hiesige Energieversorger zuletzt stark, viel stärker als die Gewinnschätzungen das vorempfunden hatten. Dagegen wurden viele Analysten bei den Autokonzernen von der unerwartet starken Erholung der Nachfrage nach Fahrzeugen auf dem falschen Fuß erwischt.

Für die Fehleinschätzung Alcoas finden Preisträger des Analysten- Awards 2012 noch eine Erklärung: Der Aluminiumkonzern eröffnet traditionell die Saison der Firmenquartalsberichte in den USA. Zuvor hätten die Frühindikatoren auf eine Eintrübung der Konjunktur hingewiesen, so dass schwächere Gewinnerwartungen schlüssig gewesen seien, sagt ein hochrangiger Banker.

Dass zu viele hauptberufliche Aktienbeobachter falschliegen, räumt die Branche ein. Ein Erklärungsversuch: „Viele Analysten versuchen, mit gewagten Prognosen aufzufallen – das geht allenfalls ein Jahr gut“, sagt ein Leiter Aktienresearch einer Bank. Investoren bringt das keinen nachhaltigen Mehrwert – sie müssen sich auf das Research verlassen können. Zunehmend schwierig ist nach Ansicht eines zweiten Analysten, dass die Aktienkurse Stimmungswechsel immer schneller anzeigen. Das erhöhe den Druck, zu reagieren, allerdings brauche fundiertes Analysehandwerk Zeit, sagt ein erfahrener Experte: „Wer auf Basis weniger Daten – ohne diese gegenzuchecken – Entscheidungen fällt, ist wagemutig.“ Die Spreu vom Weizen trenne sich, sobald der Markt keine klare Richtung aufzeige.

Kommentare (2)

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Aktien-Profi

25.04.2012, 14:26 Uhr

... Wünschelrutengänger, Analysten, Wahrsager, Sternendeuter, Schamanen ... sind doch alles eine Mischpoke. Wer solchen Leuten vertraut, sucht einfach nur einen Dummen, dem er später die Schuld zuweisen kann, wenn etwas schief gegangen ist.

Gaja_G_

25.04.2012, 15:47 Uhr

Man kann allen Anal-ysten vertrauen - man sollte aber nicht!

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