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13.01.2005

08:29 Uhr

Analysten erwarten moderate Kursgewinne bei Aktien

In Stockholm steht die Dividende im Fokus

VonHelmut Steuer

Wenn sich die Stockholmer Börse weiter so entwickelt wie in den ersten Handelstagen seit Jahreswechsel, wird es in Schweden viele zufriedene Gesichter geben. In den ersten Tagen des neuen Jahres legte der OMX-Index um gut zwei Prozent zu.

STOCKHOLM. Am besten liefen Aktien der Medienbranche – ausgelöst durch einen Kampf um die Kontrolle des privaten TV-Senders TV 4, um den sich die schwedische Bonnier-Gruppe und der norwegische Schibsted-Konzern bemühen. Die TV 4-Aktie gewann in den vergangenen Tagen mehr als zehn Prozent.

Mit Blick auf die künftige Kursentwicklung schwedischer Aktien sind Beobachter allerdings uneins. Die Investmentbank Carnegie geht von einem Anstieg des Index in Stockholm um 25 Prozent aus. Chefanalyst Magnus Matstoms erwartet sinkende Rohstoffpreise. Außerdem werde der Dollarfall gebremst und die Zinsen dürften auf einem niedrigen Niveau bleiben. Da zusätzlich die Gewinnerwartungen an die großen schwedischen Konzernen relativ verhalten sind, glaubt Matstoms an ein richtig gutes Börsenjahr mit einem „breiten Anstieg“ über alle Branchen hinweg.

Ganz so optimistisch sind andere Analysten nicht: Hans Mertzig, Verwalter bei der staatlichen Investmentgesellschaft KK-Stiftelsen, rechnet nur mit 10 Prozent Plus im OMX-Index. Seine Favoriten sind Aktien des Modekonzerns Hennes & Mauritz (H&M) und der Bank SEB.

Die meisten Analysten sehen 2005 als ein Jahr der Dividenden. Viele Konzerne haben prall gefüllte Kassen, die zumindest teilweise den Aktionären zugute kommen werden. Eine stattliche Summe dürfte etwa der Medizintechnik-Konzern Gambro ausschütten, der vor kurzem durch den Verkauf seiner Kliniken in den USA 20 Mrd. Kronen (2,2 Mrd. Euro) eingenommen hat. Andere Unternehmen mit vollen Kassen sind der Stahlhersteller SSAB, und der Bauriese Skanska.

Trotz allgemeiner Übereinstimmung, dass auch 2005 ein recht gutes Jahr für die Börse in Stockholm wird, halten sich viele Analysten mit konkreten Prognosen zurück. Aus gutem Grund, hatten sie sich doch 2004 mächtig vertan: Zu Beginn vergangenes Jahres sagten schwedische Anlageexperten in seltener Einigkeit ein eher durchwachsenes Börsenjahr 2004 voraus. Am Ende des Jahres stand dann aber ein Plus von 17,6 Prozent zu Buche. Damit schnitt die Stockholmer Börse besser ab als viele andere europäische Börse, wenn auch nicht ganz so gut wie die europäische Nummer Eins, die isländische Börse, die auf ein Plus von stolzen 60 Prozent kam.

Auch die gewaltige Kurssteigerung bei Schwedens größtem Konzern, der Telekommunikationsriese Ericsson, hatte kaum ein Analyst erwartet. Nach mehrjähriger Krise profitierte der weltgrößte Hersteller von Mobilfunknetzen besonders stark von der Erholung der Branche: Mit einem Plus von 65 Prozent erfreute Ericsson die Anleger. Der Telekommunikationsausrüster war die Lokomotive der Stockholmer Börse, seine Aktie stand für gut sechs Prozent des gesamten Plus.

Auf der Überholspur waren auch diejenigen, die 2004 frühzeitig in Immobiliengesellschaften investierten: Der Index der Immobilienaktien zog um 30 Prozent an. Am besten lief die Aktie von Fastpartner mit einem Kurssprung von 90 Prozent. Für das laufende Jahr raten allerdings die meisten Experten von einem Investment in Immobiliengesellschaften ab, da allgemein mit einem Preisdruck gerechnet wird.

Die Papiere der großen Banken liefen 2004 ebenfalls überdurchschnittlich gut. Die nordeuropäische Bank Nordea verzeichnete ein Plus von 21 Prozent, die SEB kam gar auf 29 Prozent. Nordeuropäische Banken gelten als überaus rentabel und haben früher als viele ihrer mitteleuropäischen Konkurrenten rigorose Sparprogramme durchgeführt. Davon werden sie nach Ansicht vieler Analysten auch 2005 profitieren.

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