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23.09.2015

16:16 Uhr

Analystenberichte

Die Wall Street zieht die „Pay Wall“ hoch

Bisher überschütten viele Banken ihre Kunden mit Researchmaterial. Nun aber wollen sie ihre Politik ändern und den Zugriff auf Studien stärker beschränken. Sie haben auch schon ein Mittel gefunden, um das zu erreichen.

An der Wall Street gab es für Aktienanalysen in der Regel bisher weder Preise noch Käufer. ap

Finanzviertel in New York

An der Wall Street gab es für Aktienanalysen in der Regel bisher weder Preise noch Käufer.

New YorkDie Banken der Wall Street versuchen, den Wert ihrer Analystenstudien festzustellen und mehr Geld mit ihrer Verbreitung zu verdienen. Deswegen wollen sie künftig ihre Kunden daran hindern, Studien an andere weiterzugeben.

So hat etwa Bank of America begonnen, die Analystenberichte in die Webseiten des Geldhauses zu integrieren, so dass der Zugriff leichter beschränkt werden kann als bei PDF-Dateien. Bisher würden diese Dateien oft an Personen weitergereicht, die keine zahlenden Kunden seien, sagt Candace Browning, Leiterin Analyse bei der Bank.

Damit folgt Bank of America dem Beispiel der Konkurrenten Morgan Stanley und Citigroup, die ebenfalls den Zugang zu ihren Analysen beschränkt haben. Weitere Kreditinstitute wollen dem Beispiel folgen. Mit dem Modell lässt sich laut Einschätzung von Bankmanagern und Beratern auch die Nutzung der Studien leichter verfolgen, Produkte können an die Bedürfnisse bestimmter Kundengruppen angepasst werden. 

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„Die Verkaufsseite folgt seit Jahren dem Modell, dass sie alles, was sie produziert, hinausschießt“, sagt Michael Mayhew, Gründer von Integrity Research Associates, einer Firma, die Investoren bei der Suche nach benötigten Analysen unterstützt. „Das ist ein absolut nötiger nächster Schritt, weil sie verstehen müssen, was ihre Kunden nutzen.“ 
Das wichtigste Ziel hierbei ist, die Analysen der Wall Street wieder profitabel zu machen. In den vergangenen 15 Jahren wurden eine Reihe neuer Vorschriften eingeführt, teilweise ausgelöst durch Vorwürfe, dass Analysten unter Druck von Investmentbankern Aktien hochlobten.

Aber die neue Methode dürfte auch entscheidende Daten für die nächsten Bonus- Diskussionen und bei geplanten Stellenstreichungen liefern: Wie wichtig ist die Analyse für Aufträge im Handel und Mandate in anderen Bereichen?

„Es ist ein weiteres Kapitel im immerwährenden Kampf um Klarheit bei den Einnahmen im institutionellen Aktienhandel“, konstatiert Brad Hintz, ein ehemaliger Finanzvorstand bei Lehman Brothers Holdings, der im vergangenen Jahr eine 14 Jahre währende Karriere als Analyst beendete.

Oft erhielten Händler die Anerkennung bei Transaktionen, die Analysten ihren eigenen Einschätzungen zufolge selbst verdient hätten, führt er aus. „Vielleicht wird uns dieses Mal die Technologie eine Antwort auf die uralte Frage geben: 'Wem gehören diese Provisionseinnahmen'?“

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