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20.06.2013

13:57 Uhr

Andreas Dombret

Bundesbanker warnt vor Zombie-Banken

Wenn eine Bank in der Euro-Zone in Geldnot steckt, dann sollten erst alle anderen Optionen ausgeschöpft sein, ehe der ESM einspringt, sagt Dombret und macht sich dazu noch bei Spaniern und Iren unbeliebt.

Bundesbanker Andreas Dombret: Banken müssen auch abgewickelt werden können. Reuters

Bundesbanker Andreas Dombret: Banken müssen auch abgewickelt werden können.

Königstein/TaunusTop-Bundesbanker Andreas Dombret hat davor gewarnt, Pleite-Banken im Euroraum durch Mittel aus dem Rettungsfonds ESM künstlich am Leben zu halten. Bei der geplanten Bankenunion müsse durch einen funktionierenden Abwicklungsmechanismus das Ausscheiden einzelner schwacher Institute aus dem Markt ermöglicht werden, sagte Dombret am Donnerstag bei einer Konferenz in Königstein bei Frankfurt.

Die Lösung könne nicht allein in der Rekapitalisierung liegen, sonst würden „Zombie-Banken“ dem Wachstum schaden. Japan nannte er in diesem Zusammenhang als mahnendes Beispiel.

Die Bundesbank im Überblick

Aufgaben

Die Bundesbank ist Teil des Eurosystems und damit mitverantwortlich für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Sie ist die Zentralbank und damit die "Bank der Banken" - bei ihr müssen Banken Mindestreserven einzahlen, um ihr Bankgeschäft betreiben zu dürfen.

Im Auftrag der EZB werden auch Überweisungen abgewickelt und Bargeld gedruckt und verteilt.

Ein weiteres wichtiges Gebiet ist die Überwachung von Banken und ihren Geschäften sowie die Beobachtung der Großwetterlage der Konjunktur und Finanzmärkte.

Verhältnis zur Europäischen Zentralbank (EZB)

Die Bundesbank ist die bedeutendste Notenbank im Euro-Raum mit einem Anteil am eingezahlten Kapital der EZB in Höhe von etwas mehr als 27 Prozent. Viele Dienstleistungen wie der Aufkauf von Staatsanleihen oder die Lagerung von Bargeld-Notreserven erfolgen im Auftrag der EZB.

Jahresüberschuss

Der Überschuss der Bundesbank steht dem Finanzministerium zu. Im Jahr 2012 gab es einen Gewinn in Höhe von 664 Millionen Euro (Vorjahr: 643 Millionen Euro).

Goldbestände

Zu den Währungsreserven der Bundesbank zählen auch Goldbestände. Sie belaufen sich auf 3391 Tonnen und werden von der Bundesbank mit einem Wert von 137,5 Milliarden Euro bilanziert.

Das Gold lagert in Frankfurt (1036 Tonnen), New York (1536 Tonnen), London (445 Tonnen) und Paris (374 Tonnen). Die Goldbestände in Paris sollen nach Deutschland geholt werden.

Mitarbeiter

10.825 Mitarbeiter (9.543 Vollzeitstellen), davon 5417 Beamte und 5408 Tarifbeschäftigte

Standorte

Die Zentrale der Bundesbank ist in Frankfurt. Es gibt außerdem neun Hauptverwaltungen und 41 Filialen, 2011 waren es noch 47 Filialen. Ein weiterer Abbau auf 35 Filialen ist beschlossen – dicht gemacht werden noch Bayreuth, Bremen, Dresden, Gießen, Kiel und Lübeck.

Die Außenstellen sind unter anderem für Bargelddienstleistungen zuständig, entsenden aber auch Prüfer in Banken.

Durch den Krisenfonds ESM sollten Geldhäuser erst aufgepäppelt werden, wenn alle anderen zur Verfügung stehenden Mittel ausgeschöpft sind, so Dombret weiter. Außerdem bekräftigte er, dass sich eventuelle Finanzspritzen der Euro-Partner nicht auf „Altlasten“ beziehen dürften, die in der Vergangenheit unter nationaler Bankenaufsicht entstanden sind. In Ländern wie Irland und Spanien, die mit hohen Kosten bei der Sanierung ihrer Finanzsektoren kämpfen, dürfte das nicht gut ankommen. Am Donnerstag werden die europäischen Finanzminister darüber verhandeln, inwieweit der ESM für Bankenhilfen in Frage kommt.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

20.06.2013, 18:01 Uhr

Schaut einfach das Video von Beatrix von Storch - Stellungnahme zur Einführung einer Europäischen Bankenaufsicht. Dann wisst Ihr bescheid wie Ihr belogen werdet von den Politikern aber am 22.09. wollen Sie alle wieder gewählt werden - was ein Irrsinn. Die wirkliche Alternative ist das original "Partei der Vernunft"!

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=Zdd-nQlW1GM

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