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08.09.2012

12:53 Uhr

Anlageempfehlung

Auf diese Staaten sollten Anleger schauen

VonUlrich Stephan

Die BRIC-Länder bekommen Gesellschaft. Neue Staaten drängen sich in die Liga der dynamischen Aufsteiger. Deutsche Bank-Chef-Anlagestratege Ulrich Stephan sagt, welche Saaten man auf dem Zettel haben muss.

Südkorea gilt zu den wichtigsten Aufsteigern. dapd

Südkorea gilt zu den wichtigsten Aufsteigern.

Die Aktienmärkte der BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China haben die Märkte der Industrienationen in ihrer Kursentwicklung über einen Zeitraum von zehn Jahren deutlich geschlagen. Auch künftig sollten die großen Vier im Fokus der Anleger bleiben, doch mit ihrer gestiegenen Wirtschaftsmacht ändert sich der Charakter einer BRIC-Investition: Die BRICs sind aus dem Jugendalter heraus, ihre Abhängigkeit von der Weltkonjunktur wächst, und andere Märkte drängen in die Rolle der dynamischen Aufsteiger. Zu den wichtigsten zählen Mexiko, Indonesien, Südkorea und die Türkei.

Diese Märkte zeigen eine Kombination aus Wachstumsdynamik und wirtschaftlicher Stabilität, die Anleger aufhorchen lassen sollte: Ihre öffentliche Verschuldung liegt bei 25 bis 40 Prozent, und auch bei der Neuverschuldung erfüllen sie das Maastricht-Kriterium. Die Inflation ist - mit Ausnahme der Türkei - moderat und liegt zwischen 2,9 Prozent in Südkorea und 4,5 Prozent in Indonesien. Zugleich verfügen diese Staaten über eine große Marktbreite und -tiefe und eine solide finanzielle Infrastruktur. Politische Risiken sind zwar vorhanden, aber insgesamt nicht höher zu bewerten als in anderen Schwellenländern.

Meiner Einschätzung nach ist Südkorea unter den vier genannten Märkten der am weitesten entwickelte: Eine Volkswirtschaft, die in vielerlei Hinsicht schon zu den Industrienationen zählt und in der Automobil- und Elektronikbranche mit globalen Marken vertreten ist. Südkorea wird auch als "Werkbank der USA" bezeichnet. Das Land profitiert damit von der zurzeit relativ robusten US-Konjunktur. Das Gleiche gilt für Mexiko, dessen verarbeitende Industrie in großem Umfang Vorprodukte über die nördliche Grenze liefert. Mit einem prognostizierten Gewinnwachstum 2013 von 19,1 Prozent besitzen mexikanische Unternehmen ausgezeichnete Gewinnaussichten.

Das sind die wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften der Welt

Platz 1

Hongkong

Platz 2

USA

Platz 3

Schweiz

Platz 4

Singapur

Platz 5

Schweden

Platz 6

Kanada

Platz 7

Taiwan

Platz 8

Norwegen

Platz 9

Deutschland

Platz 10

Katar

Quelle

IMD-„World Competitiveness Ranking“ 2012.

Die Schweizer Business-School IMD veröffentlich seit 1989 jährlich ihr Wettbewerbsranking. Dazu befragen die Wissenschaftler mehr als 4200 internationale Geschäftsleute. Die Länder werden nach über 300 Kriterien bewertet.

Attraktive Portfolio-Ergänzung

Eine niedrige Verschuldung, günstige Bevölkerungsentwicklung, Aussichten auf wachsenden Binnenkonsum und reiche Rohstoffvorkommen sprechen für Indonesien. Für 2013 erwarte ich hier ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 6,5 Prozent und einen Anstieg der Industrieproduktion von acht Prozent. Der demografische Faktor steht auch bei der Türkei auf der Habenseite, ebenso wie seine strategische Lage an der Schwelle zwischen Europa und Asien. Allerdings leidet das Land derzeit unter der schwachen europäischen Konjunktur. Insgesamt könnten Aktien aus diesen Ländern eine attraktive Ergänzung des Schwellenländer-Portfolios sein. Ein diversifiziertes Investment ermöglichen zum Beispiel Fonds mit Aktien der Next-11-Länder, einer etwas größeren, wenn auch heterogenen Schwellenländergruppe, in der Mexiko, Indonesien, Südkorea und die Türkei nach Wirtschaftskraft und Marktkapitalisierung einen deutlichen Schwerpunkt bilden.

Die Empfehlung gibt die Einschätzung des Autors wieder.

Kommentare (5)

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hanji

09.09.2012, 01:21 Uhr

Es ist unfassbar, wie selbst deutsche hochbezahlte Banker die Werbetexte von Goldman Sachs kritiklos nachplappern: "Meiner Einschätzung nach ist Südkorea unter den vier genannten Märkten der am weitesten entwickelte ..." heisst es da. Nach allen verfuegbaren Daten und Fakten gehoert Suedkorea seit langem und 2012 sowieso zu den hoechst entwickelten Industrielaendern der Welt. Ein Blick auf OECD Statistiken und soziodemographische Analysen zeigt: Das Entwicklungsprofil entspricht dem von Japan oder Finnland. Die BRIC Staaten befinden sich in einem Stadium wie Suedkorea vor 30 oder 40 Jahren, von Indien oder dem nun zu der "MIST"-Vierergruppe gemischten Entwicklungsland Indonesien ganz zu schweigen. Auch die Rede von der "Werkbank der USA" ist absurd. Diese Bezeichnung habe ich seit 2003, seit ich im Land ein und ausghehe, noch nie gehoert. Die koreanische Industrie ist bis auf wenige Ausnahmen keines anderen Landes Werkbank, da die Produktionskosten bis Anfang 2008 (vor dem grossen Wechselkursabsturz) auf Westeuropaeischem Niveau lagen, und auch jetzt noch zu den hoechsten in Asien zaehlen. Die wenigen auslaendischen Firmen, die dort Produktion haben, dann vor allem japanische oder europaeische. Umgekehrt produzieren die koreanischen Konzerne vor allem im Ausland, z.B. in den USA, in den BRIC- und MI_T Staaten. Die Behauptung, das Land profitiere von der US-Konjunktur, ist nur die halbe Wahrheit: Die Exporte nach sowie die Transplants in Greater China und EU sind viel groesser als die in die USA. Auch die erwaehnte Ziffer 2,9% passt nicht zur aktuellen Infaltionsrate des Landes (die ist 1,2%), sondern zum erwarteten Wirtschaftwachstum der naechsten Jahre. Also alles in allem genau das Gegenteil von dem, was "dynamische Aufsteiger" wie die BRIC oder die MI_T Staaten ausmacht. Proklamieren wir doch einfach eine neue Anlage-Gruppe: "The future three: Laos - Libyen - Luxemburg" (C.Haertl)

janzvolens

09.09.2012, 05:17 Uhr

Peru, Ecuador und Kolumbien sind auf dem Weg ihre nationalen sozial-politischen Spannungen zu vermindern - und sie sind Nachbarn am Pazifik - von China, Korea, Japan - sogar Russland ! Gleichzeitig besteht in ganz Suedamerika ein stillschweigendes Einverstaendnis: Nicht wieder auf "Guten Rat" von New York Finanzexperten hoeren, und Europa nur als Wirtschaftspartner-Zone No. 3. Die Richtung ist zu einer sozialen Martkwirtschaft und geopolitische Unabhaengigkeit vom "Norden" - trotz Unterschiede in der ideologischen Schattierung zwischen den 9 Nationen - welche uebrigens auch die "Gemeinschaft der Nationen Suedamerikas - UNASUR - zu einem geopolitisch unabhaengigen "Pol" entwickeln... (Die New York Times "real estate" Seite paukt schon seit Jahren fuer Inmobilien in Ecuador und Kolumbien...fuer "ex-pat retirees").

Carlo

09.09.2012, 08:24 Uhr

In sehr naher Zukunft werden einige "Schwarze Schwäne" fliegen.....
Wer sein Geld irgendwo anderst als in physischem Silber und Gold investiert hat, wird wohl nahezu alles verlieren....
Wer den Politikern, den Medienhuren und sogenannten "Fachleuten" noch etwas glaubt ist selber Schuld...

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