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29.01.2005

12:54 Uhr

Anlageprodukte oft zu kompliziert

Warum Bankberater um Senioren werben

Banken und Finanzdienstleister werben nach Einschätzung eines Experten immer aggressiver um ältere Kunden.

HB FRANKFURT. Dabei würden den Senioren häufig Geldanlagen angeboten, die für ihre Lebensplanung wenig geeignet seien, beobachtet Joachim Schwer, Geschäftsführer der „Alten Hasen“, eines Netzwerks von unabhängigen Bankkaufleuten ab 55 Jahren. Häufig würden ältere Bankkunden mit angeblichen Sonderkonditionen gelockt. „Uns erreichen Klagen nach dem Motto „Ich werde bedrängt, ich kann schon nicht mehr schlafen““, berichtet Schwer.

Die Berater böten anstelle von Anlagen mit kalkulierbaren Renditen oft komplizierte neue Finanzprodukte an, die Geld über eine lange Laufzeit binden. „Die Generation der über 60-Jährigen hat meist fürs Alter vorgesorgt. Wenn Geld neu angelegt werden muss, ist Flexibilität und Transparenz entscheidend. Für unvorhersehbare Ereignisse sollte ausreichend Liquidität vorhanden sein“, rät Schwer. Stattdessen würden älteren Menschen aber auch völlig unsinnige Vorschläge gemacht. So sei etwa einer 62-Jährigen zur „Altersvorsorge“ der Kauf einer Wohnung mit langfristiger Finanzierung empfohlen worden.

Schwer zitiert aus der Einladung zu einem typischen Vertriebsseminar für Vermittler und Berater aus der Finanzbranche. Dort heißt es: „In Ihren Beständen schlummern viele Goldschätze an älteren Kunden. Heben Sie diese Schätze und vergolden Sie Ihre Umsätze mit neuen und margenstarken Produkten.“ Damit Senioren keine Nachteile bei der Beratung in Kauf nehmen, empfiehlt der „alte Hase“, unverbindliche schriftliche Unterlagen anzufordern und alle Angebote von unabhängiger Seite - zum Beispiel von einem Steuerberater oder Verbraucherschutzverband - prüfen zu lassen.

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