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26.05.2011

11:24 Uhr

Anlageregeln

So holen Sie sich ihr Geld zurück

Quelle:WirtschaftsWoche Online

Wer einem allzu aggressiven Vertrieb von Anlagemodellen zum Opfer fiel, kann sich wehren. Wie Anleger ihr Geld zurückbekommen und worauf sie dabei achten müssen.

Wer sich von seiner Bank schlecht beraten fühlt und eine Klage plant, sollte sich beeilen. Quelle: action press

Wer sich von seiner Bank schlecht beraten fühlt und eine Klage plant, sollte sich beeilen.

DüsseldorfWer gegen einen Anbieter oder eine Bank klagen will, muss sich beeilen: Ende 2011 droht durch eine Gesetzesänderung für Altfälle die absolute Verjährung. Sie gilt für alle, die vor dem 1. Januar 2002 kauften. „Wer bis Ende des Jahres nicht klagt und damit die Verjährungsfrist unterbricht, hat keine Chance mehr auf Schadensersatz“, sagt Anwalt Christoph Walter aus Düsseldorf. Reicht der Verkaufspreis einer Schrottimmobilie nicht zur Rückzahlung des Kredits, prüfen Sie, ob Sie den Kauf rückgängig machen können. Das ist möglich, wenn die Beratung fehlerhaft war. Relevant ist, ob der Verkäufer über den Wohnungswert, die Mieteinnahmen oder die Steuerersparnis täuschte.

- Hat die Bank Ihnen Informationen vorenthalten, könnte sie später dafür haften müssen. Wusste die Bank zum Beispiel, dass die Immobilie eigentlich wertlos ist?

- Verdächtig ist eine ständige Zusammenarbeit zwischen Bank und Vertrieb, etwa wenn die Verkäufer Formulare der Bank benutzen. Die Bank könnte bei solch einem engen Kontakt zwischen Bank und Vertrieb haften.

- Nahm beim Bauherrenmodell ein Treuhänder den Kredit auf, prüfen Sie den Vertrag: „Die Bank hat oft kein Recht mehr auf Rückzahlung des Kredites, wenn die Treuhandurkunde der Bank nicht vorlag“, sagt der Berliner Rechtsanwalt René Richardt.

- Verlangen Sie die Rückzahlung des Kaufpreises, wenn der Verkäufer einer Immobilie von Ihnen mehr als das Doppelte des Verkehrswertes verlangt hat, „denn das ist sittenwidrig“, sagt Anwalt Richardt.

- Prüfen Sie, ob eine Bank der Vermittler des Anlageobjekts war. „Hat die Bank die Provision verschwiegen, kann die Kapitalanlage bis heute rückabgewickelt werden“, sagt Rechtsanwalt Peter Mattil aus München.

Anlagetipps: So vermeiden Sie Pleiten

1. Streuen

Streuen Sie Geldanlagen breit, packen Sie nie mehr als ein Drittel der Anlagesumme in ein Einzelinvestment.

2. Vorsicht vor Krediten

Verkauft der Anbieter einer Immobilie oder eines Finanzprodukts den Kredit gleich mit, sollte vorher ein Anwalt das Angebot prüfen.

3. Weitere Meinungen

Ziehen Sie eine weitere Meinung von einem Profi hinzu, den Sie beauftragen.

4. Lesen Sie Verträge

Lesen Sie Verträge. Nur das gilt, nicht das, was Vermittler im Gespräch erzählen.

5. Risiko

Präsentiert der Verkäufer Rechenbeispiele, in denen sich die Anlage von selbst finanziert, lassen Sie die Finger davon. Wer viel verdienen will, trägt viel Risiko.

6. Vor Ort prüfen

Bevor Sie sich an Immobilien beteiligen, prüfen Sie vor Ort, wie sie vermietet sind

7. Baulicher Zustand

Besichtigen Sie Immobilien und lassen Sie den baulichen Zustand begutachten.

8. Spezialisierter Anwalt

Fragen Sie im Zweifel einen spezialisierten Anwalt. Ein Steuerberater bestätigt, dass der Steuervorteil greift, ein Anwalt kennt die Fallstricke der Anlage.

9. Vorausschau

Schauen Sie zuerst auf das Risiko und dann auf die mögliche Rendite. Legen Sie fest, wann Sie Ihr Geld wieder benötigen.

10. Kein Zeitdruck

Lassen Sie sich eine Chance entgehen, statt unter Zeitdruck zu unterschreiben.

11. Produkte, die Sie verstehen

Kaufen Sie nur Produkte, die Sie verstehen. Das klingt banal, passiert aber viel zu selten.

12. Beratungsprotokoll

Lassen Sie sich immer das Beratungsprotokoll aushändigen. Prüfen Sie, ob der Inhalt stimmt.

13. Schriftliche Bestätigung

Sagt der Berater, ein Produkt sei sicher, verlangen Sie die schriftliche Bestätigung der Aussage. Gibt er sie nicht, lassen Sie die Finger vom Geschäft.

14. Prospekte

Lassen Sie sich den Prospekt aushändigen, und lesen Sie ihn vor Unterzeichnung des Vertrages gründlich. Suchen Sie im Prospekt nach Risikohinweisen.

15. Keine Telefonangebote

Legen Sie auf, wenn Sie unverlangt ein Angebot per Telefon bekommen.

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