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22.01.2014

14:27 Uhr

Anlagestratege im Interview

11.000 Punkte? Durchaus möglich!

VonJessica Schwarzer

2014 dürfte ein weiteres gutes Aktienjahr werden, glaubt Robert Greil, Aktienstratege bei Merck Finck & Co. – auch wenn er heftigere Rückschläge nicht ausschließt. Positiv überraschen könnten die Euro-Krisenstaaten.

Interview mit Robert Greil, Makro- und Aktienstratege bei Merck Finck & Co.

Interview mit Robert Greil, Makro- und Aktienstratege bei Merck Finck & Co.

DüsseldorfHerr Greil, wird 2014 ein weiteres gutes Aktienjahr?
Nach zwei extrem guten Aktienjahren – der Dax hat jeweils mehr als 25 Prozent zugelegt – sagt einem das Bauchgefühl natürlich eher, dass es so kaum weitergehen kann. Da die entscheidenden Kurstreiber des Vorjahres aber auch 2014 Bestand haben, sind wir optimistisch.

Was spricht für weiter steigende Aktienkurse?
Vor allem drei Dinge: Die Notenbanken werden an ihrer expansiven Geldpolitik festhalten. Gleichzeitig gewinnt die Wachstumsdynamik in den meisten Industrieländern an Dynamik. Und: Angesichts des Anlagenotstands vor dem Hintergrund niedriger Zinsniveaus dürfte weiterhin Geld von Anleihen in Aktien umgeschichtet werden.

So legen die Deutschen ihr Geld an

Top 7

Sicherheitsdenken dominiert sehr stark auch die Anlagestrategien männlicher Finanzanleger. 86 Prozent der befragten Männer können sich nicht vorstellen, bei Anlagen für eine höhere Rendite ein höheres Risiko in Kauf zu nehmen. Frauen sind aber offenbar noch sicherheitsorientierter: 96 Prozent von ihnen wollen bei der Geldanlage möglichst kein Risiko eingehen.

Top 6

Trotz des derzeit allgemein niedrigen Zinsniveaus können sich nur neun Prozent der Anleger vorstellen, bei künftigen Finanzanlagen mit einer höheren Risikobereitschaft gegebenenfalls eine höhere Rendite zu erzielen. Mit 91 Prozent legt die Mehrheit der deutschen Sparer einen großen Wert auf Sicherheit.

Top 5

Neben Festgeld und Tagesgeld würden die Verbraucher 2013 auch stärker in Immobilien, Gold und andere Edelmetalle investieren, wenn sie einen größeren Geldbetrag dafür zur Verfügung hätten. Den größten Zuwachs im Vergleich zu 2012 erleben Immobilien. 46 Prozent aller deutschen Anleger würden sich ein Haus oder eine Wohnung anschaffen. Auch die Krisenwährung Gold ist 2013 deutlich beliebter. Knapp 30 Prozent der deutschen Anleger würden sich größere Goldbestände zulegen.

Top 4

Während Frauen tendenziell stärker in Festgeld sowie Tagesgeld investiert sind, meiden sie Aktienanlagen noch in stärkerem Maße als Männer. Bei Fonds sind hingegen nur geringfügige, bei Immobilien, Gold und anderen Edelmetallen sogar überhaupt keine Unterschiede im Anlageverhalten von Männern und Frauen feststellbar.

Top 3

Im Jahr 2012 waren bei den deutschen Anlegern Festgeld und Tagesgeld die beliebtesten Anlageprodukte. Obwohl der Dax in diesem Jahr um rund 30 Prozent zulegte, rangieren börsennotierte Finanzprodukte erst deutlich danach. Gerade einmal jeder fünfte Deutsche investierte sein Geld in Aktien. Darauf folgten Immobilien mit knapp 17 Prozent. Das in der Krise besonders beliebte Anlageobjekt Gold lag mit gerade einmal neun Prozent ebenfalls auf den hinteren Plätzen.

Top 2

Trotz eines weiteren Euro-Krisenjahrs stieg der Dax 2012 auf ein neues Allzeithoch. Knapp die Hälfte (48 Prozent) der deutschen Anleger zeigte sich trotz der guten Kursentwicklung mit der Werteentwicklung ihrer Finanzanlage unzufrieden.

Top 1

Der Anteil der Deutschen, die 2012 einen nennenswerten Geldbetrag angelegt haben, steigt mit zunehmenden Alter erkennbar an. Mit knapp 65 Prozent stellen Deutsche ab 60 Jahren die größte Gruppe der Privatanleger.

Gerade letzteres hören wir seit Jahren, viele institutionelle Anleger halten aber immer noch einen sehr hohen Anleiheanteil…
Das ist ein schleichender Prozess. So erhöhen selbst so konservative Anleger wie beispielsweise manche Stiftungen ihre maximalen Aktienquoten leicht. Immer mehr Institutionelle handeln so. Solange die Zinsen derart niedrig sind, dürfte weiteres Geld von Anleihen in Aktien fließen – vorerst erwarten wir auch keine großen Sprünge bei den Zinsen. Und das stützt die Aktienmärkte.

Wo steht der Dax Ende 2014?
Punktgenaue Prognosen sind meist fragwürdig. Wir gehen aber davon aus, dass der Dax im Jahresverlauf um etwa zehn Prozent zulegen wird. Das kann sehr schnell gehen, aber auch ein paar Monate dauern.

Dax 10.000 also…
Ja, wir sind fast schon so weit. Im Jahresverlauf werden wir noch höhere Stände sehen.

11.000 Punkte?
Das ist durchaus möglich. Hat der Dax erst einmal die 10.000-Punkte-Marke geknackt, sind es nur noch zehn Prozent bis dahin.

Kommentare (2)

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Michel

22.01.2014, 15:06 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Programmierer

22.01.2014, 16:19 Uhr

Natürlich sehen wir die 11.000.
Die Maschinen der Mächtigen sind doch auf UP programmiert.
Solange das billige Geld der Notenbanken sprudelt bleibt das Casino geöffnet.Jeder darf mitmachen,nie war es so einfach Geld zu verdienen.

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