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20.02.2012

13:35 Uhr

Anlagestratege im Interview

„Die Krise löst sich bald in Luft auf“

VonChristian Panster

Die Aktienkurse steigen kräftig. Und wenn es nach Burkhard Varnholt von der Bank Sarasin geht, dürfte es weiter nach oben gehen an der Börse. Zu dieser Überzeugung sei er in Davos gekommen, sagt er.

Burkhard Varnholt ist Chief Investment Officer  bei der Schweizer Bank Sarasin in Zürich.

Burkhard Varnholt ist Chief Investment Officer bei der Schweizer Bank Sarasin in Zürich.

Herr Varnholt, die Eurokrise ist noch lange nicht gelöst, trotzdem steigen die Aktienkurse kräftig. Sind die Investoren nicht zu optimistisch?
Ich denke, der Markt hat ein sehr gutes Gespür für die Situation. Die Lage ist besser, als mancher kritische Beobachter vielleicht denken mag. Das spiegelt die Kursentwicklung derzeit wider.

Woran machen Sie das fest?
Die Geschäftszahlen, die viele Unternehmen zuletzt vermeldet haben, konnten sich durchaus sehen lassen. Die Konjunkturdaten in den USA, aber auch in einigen Euroländern, waren besser, als man das vielleicht vermuten konnte.

Dennoch, viele Investoren sind nach wie vor verunsichert.
Ein – zugegeben – eigenwilliger Indikator dafür, dass die tatsächliche Lage besser ist als die gefühlte, war aus meiner Sicht übrigens das Weltwirtschaftsforum in Davos: Wenn dort geklagt und der Weltuntergang herauf beschworen wird, ist das meist ein gutes Zeichen, dass die Realität sehr viel freundlicher ausschaut. In diesem Jahr wurde dort sehr ausgiebig geklagt.

Dann wird sich die Eurokrise vermutlich irgendwann in Luft aufgelöst haben.
So ist es, ja. Allerdings steht den verschuldeten Staaten ein schmerzhafter Anpassungsprozess bevor, der vielerorts noch Jahre in Anspruch nehmen wird. Und das führt dazu, dass die Aktienkurse mitunter sehr kräftig schwanken werden. Untergehen wird der Euro aber nicht.

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Sie glauben, die Politik hat die richtigen Werkzeuge, um die Probleme zu lösen?
Ich glaube, die Europäische Zentralbank hat sie. EZB-Chef Mario Draghi hat das sehr geschickt gemacht, indem er die Banken in den kommenden Jahren mehr oder weniger unbegrenzt mit günstigen Krediten versorgt. So finanziert er auf Umwegen auch die angeschlagenen Staaten. Aus meiner Sicht ein Kunstgriff.

Griechenland wird er nicht helfen mit diesem Kniff. Kein Bankchef wird ohne Androhung körperlicher Gewalt Geld in Bonds aus Athen stecken.
Die Situation in Griechenland ist zweifellos kritisch, das stimmt.

Wie lässt sich die Situation verbessern – sollten die Griechen ihre Drachme wieder einführen, um über eine Abwertung wettbewerbsfähiger zu werden?
Nein, das wäre die größtmögliche wirtschaftliche, vor allem aber politische Katastrophe. Es gibt keinen Plan B. Weder für Deutschland, noch für Griechenland, noch für irgendein anderes Land der Eurozone. Gegenfrage: Was wäre denn so schlimm an einer Insolvenz Griechenlands?

Kommentare (41)

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Account gelöscht!

20.02.2012, 13:47 Uhr

Es sollte eher lauten: Unsere Mittelschicht löst sich bald in Luft auf.

Dr.NorbertLeineweber

20.02.2012, 13:51 Uhr

Dr.NorbertLeineweber: Dieses Interview zeigt einmal mehr, weshalb alle Bankanalysten weder die Eurokrise, noch die Immobilienkrise noch diverse Blasen (Irland, Spanien) vorhergesagt haben. Das ganze Ausland drängt in deutsche Wertpapiere, was am Anleihemarkt bereits zu einer neuen Blase geführt hat. Wenn sich die Krise fortsetzt, gibt es weitere Abstufungen in Euroland. Mit der deutschen Haftung für eine Billion wird das zu einem drastischen Zinsanstieg führen. Noch treibt das Ausland auch die deutsche Börse an, die Frage ist nur wie lange noch. In den USA ist das Staatsdefitit 1,2 Billionen, davon verschwindet die Hälfte im Außenhandelsbilanzdefizit von 560 Mrd., was die ganze Welt ankurbelt. Die Frage ist nur, wie lange noch. Denn die durable good orders liegen bei 200 Mrd. im Monat. Damit ist der halbe Auftragseingang der durables auf Pump finanziert. So etwas hat es noch nie gegeben. Wenn sich das´ rumspricht (allerdings unwahrscheinlich, weil die Banker das gar nicht wissen), gib`ts den großen Knall. Die Lage ist selbst nach Davoser Verhältnissen noch unglaublich schön geredet. Wenn die Anleger durch den niedrigen Zins in Aktien getrieben wurden, gab es bislang noch immer das böse Erwachen.

Account gelöscht!

20.02.2012, 13:55 Uhr

Selten so einen Schwachsinn gelesen. Die steuern hier gerade auf DIE Katastrophe schlechthin zu und der gnädige HErr qusselt was von "in Luft auflösen". Also sorry, solche Spacken werden hochbezahlt und sitzen irgendwo, wo ein Stammtischbiertrinker wohl besser und zwar wesentlich besser positioniert wäre.

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