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24.04.2015

10:45 Uhr

Anlagestrategen diskutieren

„Wenn die EZB aussteigt, kommt die Korrektur“

VonSusanne Schier

Der deutsche Aktienmarkt läuft heiß, doch Anlegern bleiben wenige Alternativen. Zwei Anlageprofis diskutieren, welche Titel überzeugen, wo der Ölpreis zum Jahresende steht und wann die Zinswende frühestens kommt.

Dirk Müllers Cashkurs

In Aktien einsteigen: „Vergessen Sie endlich den Dax-Stand!“

Dirk Müllers Cashkurs: In Aktien einsteigen: „Vergessen Sie endlich den Daxstand!“

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Die Invest ist Deutschland größte und bekannteste Anlegermesse. Jedes Jahr für zwei Tage öffnet sie in Stuttgart ihre Pforten. Diskutiert werden stets aktuelle heiße Anlagetrends. Auf dem Handelsblatt-Podium diskutieren Markus Steinbeis, Fondsmanager von der Vermögensverwaltung Huber, Reuss & Kollegen und Max Schott, Geschäftsführer von der Vermögensverwaltung Sand und Schott, wie viel Luft nach oben am Aktienmarkt noch drin ist.

Herr Steinbeis, Herr Schott, deutsche Aktien notieren auf Rekordniveau. Müssen sich Anleger jetzt vor einer Korrektur fürchten?
Steinbeis: Der Aktienmarkt ist zwar nicht preisgünstig, wenn Sie sich die Kurs-Gewinn-Verhältnisse anschauen. Aber im Vergleich mit anderen Anlageklassen wie Anleihen sind Aktien immer noch interessant. Viele Unternehmen bieten attraktive Dividenden, zudem sind Sachwertinvestments in unsicheren Zeiten eine gute Anlageidee.

Der Anlageprofi ist  Leiter des Portfoliomanagement bei Huber, Reuss & Kollegen.

Markus Steinbeis

Der Anlageprofi ist Leiter des Portfoliomanagement bei Huber, Reuss & Kollegen.

Dennoch rechnen einige Experten damit, dass es zunächst zu Rücksetzern kommt. Wie lange sollten Anleger warten, bis sie wieder einsteigen?
Schott: So stark die Aktie momentan angepriesen wird, so sehr sollten Anleger nicht vergessen, dass es im Dax in den vergangenen Jahren auch drei deutliche Rücksetzer gab – einen beim Platzen der Technologieblase um die Jahrtausendwende, einen in der Finanz- und Wirtschaftskrise und zum dritten Mal, als die Staatsschuldenkrise in Griechenland 2011 auf Spanien und Portugal übergriff. Die Börse ist also keine Einbahnstraße, Korrekturen wird es immer geben. Aus meiner Sicht droht ein Rücksetzer, wenn die Europäische Zentralbank die Märkte nicht mehr mit billigem Geld versorgt.

Die Notenbank hat doch gerade erst begonnen, in großem Umfang Staatsanleihen aufzukaufen. Gehören Sie etwa auch zu denjenigen, die schon wieder über ein frühzeitiges Ende des Kaufprogramms spekulieren?
Steinbeis: Solange die Inflation nicht in Richtung zwei Prozent tendiert, wird die EZB weitere Anleihen kaufen. Da die Energiepreise nicht signifikant ansteigen und noch kein Turnaround bei den Rohstoffen zu sehen ist, gehe ich davon aus, dass das Programm eher länger als kürzer dauern könnte. In den USA sieht man doch auch, wie schwer es ist, von der monetären Droge der Notenbank wegzukommen. Auch wenn die Fed die Anleihekäufe eingestellt hat und die Zinsen dieses Jahr leicht erhöhen könnte, sind wir weit von einer Zinswende entfernt. Anleger sollten die Chance nutzen und in Aktien investieren.

So sparen die Deutschen

Der Durchschnitt

Ich spare regelmäßig: 64 Prozent
gelegentlich: 26 Prozent
gar nicht: 9 Prozent
keine Angabe: 1 Prozent
Quelle: Forsa-Umfrage „Sparerkompass 2015“

Nach Geschlecht

Regelmäßige Sparer:

Männer: 65 Prozent
Frauen: 62 Prozent

Gelegentliche Sparer:
Männer: 22 Prozent
Frauen: 30 Prozent

Nicht-Sparer:
Männer: 11 Prozent
Frauen: 7 Prozent

Nach Alter

Regelmäßige Sparer:

18-29 Jahre: 63 Prozent
30-39 Jahre: 68 Prozent
40-49 Jahre: 62 Prozent
50-59 Jahre: 62 Prozent
60-69 Jahre: 65 Prozent

Nach Familienstand

Regelmäßige Sparer:
Mit einem Partner lebend: 68 Prozent
Allein lebend: 56 Prozent

Gelegentliche Sparer:
Mit einem Partner lebend: 24 Prozent
Allein lebend: 31 Prozent

Nicht-Sparer:
Mit einem Partner lebend: 8 Prozent
Allein lebend: 11 Prozent

Nach Erwerbstätigkeit

Regelmäßige Sparer:
Erwerbstätig: 68 Prozent
Arbeiter: 66 Prozent
Angestellte: 71 Prozent
Beamte: 69 Prozent
Selbständig: 74 Prozent
Nicht erwerbstätig: 57 Prozent
Hausfrau: 65 Prozent
Rentner: 73 Prozent
Schüler/Student: 42 Prozent
Arbeitslos: 16 Prozent

Nach Ortsgröße

Regelmäßige Sparer:
Unter 20.000 Einwohner: 67 Prozent
20.000 bis 100.000 Einwohner: 64 Prozent
100.000 bis 500.000 Einwohner: 71 Prozent
500.000 Einwohner und mehr: 50 Prozent

Nach Bundesländern

Regelmäßige Sparer:
Berlin: 45 Prozent
Sachsen: 47 Prozent
Brandenburg: 53 Prozent
Niedersachsen: 53 Prozent
Mecklenburg-Vorpommern: 56 Prozent
Hamburg: 61 Prozent
Schleswig-Holstein: 61 Prozent
Saarland: 65 Prozent
Sachsen-Anhalt: 66 Prozent
Baden-Württemberg: 66 Prozent
Hessen: 67 Prozent
Thüringen: 67 Prozent
Bremen: 68 Prozent
NRW: 68 Prozent
Rheinland-Pfalz: 68 Prozent
Bayern: 74 Prozent

Nach Summen

So viel spart der Durchschnittsdeutsche pro Monat:
Weniger als 50 Euro: 10 Prozent
50 bis unter 100 Euro: 22 Prozent
100 bis unter 200 Euro: 25 Prozent
200 bis unter 300 Euro: 15 Prozent
300 bis unter 400 Euro: 9 Prozent
400 bis unter 500 Euro: 5 Prozent
500 Euro und mehr: 10 Prozent

Wo könnten Anleger denn jetzt noch einsteigen?
Schott: Zunächst einmal möchte ich noch einmal betonen, dass Aktien über einen langen Zeitraum einen Mehrwert schaffen. Anleger müssen aber zwischendrin auch hohe Verluste aushalten können. Deshalb sollten sie nicht bei einem Dax-Stand um die 12.000 Punkte ihr ganzes Vermögen investieren. Stattdessen empfehle ich sukzessive Dividendenaktien, die noch Potenzial haben, zuzukaufen. Gute Beispiele sind für mich Statoil aus Norwegen oder Münchener Rück aus dem deutschen Aktienindex.

Da Sie auf Statoil hinweisen – der Ölpreis ist im letzten Jahr deutlich gesunken, Aktien von Ölkonzernen kamen daraufhin unter Druck. Sind diese jetzt wieder ein Kauf?
Schott: Ölaktien sind natürlich eine Wette auf einen sich erholenden Ölpreis. Grundsätzlich sind Ölaktien sehr dankbare Dividendenzahler mit soliden Bilanzen – wie etwa Total, Conoco Phillips oder Exxon Mobil. BP würde ich dagegen außen vor lassen.

Kommentare (2)

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Herr peter Spirat

24.04.2015, 10:49 Uhr

yapp, so sieht es wohl aus.

Umgedreht heißt es aber auch, dass es so lange nach oben geht, wie die QE laufen. also:

CARPE DIEM

Nutrze die Zeit, wo es nach oben geht

Herr Neuer Neumann

24.04.2015, 16:02 Uhr

Die Schlagzeile soll wohl mit großer Mühe unterschwellig zu bleiben, besagen: Da die EZB erst einmal für lange Zeit nicht aussteigt, kommt so schnell auch keine Korrektur in den Märkten.

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