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03.12.2013

12:34 Uhr

Anlagestrategie

Aktien sind unschlagbar

Ein Blick auf die Indizes zeigt: Nichts wirft im Moment so viel ab, wie Aktienpapiere. Anleihen und Rohstoffe fallen zurück und auch Gold ist Anlegern keine gute Option. Sein Preis fiel so stark wie zuletzt im Juni.

Auf dem Aktienmarkt ist der Bulle los: In den vergangenen drei Monaten haben Aktien alle anderen Anlageklassen geschlagen. Wer dagegen in Rohstoffe und Gold investierte, klagte über magere Renditen. dpa

Auf dem Aktienmarkt ist der Bulle los: In den vergangenen drei Monaten haben Aktien alle anderen Anlageklassen geschlagen. Wer dagegen in Rohstoffe und Gold investierte, klagte über magere Renditen.

New YorkViele Anleger dürften es schon geahnt haben, nun bestätigt es auch die Statistik: Aktien sind derzeit die profitabelste Anlageklasse. Im November haben sie sämtliche konkurrierenden Assets bei der Wertentwicklung geschlagen - den dritten Monat in Folge. Das ist die längste Phase seit 2009.

Grund für den Trend ist die Hoffnung auf das Wachstum der Weltwirtschaft. Sie schlägt sich auch in der Kursentwicklung von Unternehmen weltweit nieder: Der globale MSCI All-Country World Index stieg einschließlich Dividenden um 1,5 Prozent. Auch der US- Index Standard & Poor's 500 erreichte einen Rekordstand. Auch aus Fernost kamen neue Wachstumsimpulse: Die chinesische Führung kündigte mehr ökonomische Freiheiten an.

Bei der Aktienrally spielten auch die Notenbanken eine entscheidende Rolle. In der Eurozone senkte die EZB ihren Leitzins auf ein Rekordtief. In den USA gab die Fed den Anlegern Hoffnung, dass ihr Anleihenkaufprogramm die lockere Geldpolitik fortgeführt werden.

Was Kunden, Banker und Regierung tun sollten

Handlungsempfehlung für Kunden

Was müssen Privatkunden beachten, damit sie sich für das richtige das richtige Finanzprodukt abschliessen? Elf Vorschläge von Julius Reiter, Professor für Banking & Finance an der FOM-Hochschule für Oekonomie und Management und Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht in der Kanzlei Baum Reiter & Collegen in Düsseldorf.

Verbesserung des Finanzproduktverständnisses

Kunden müssen alle Konsequenzen im Rahmen eines Finanzgeschäfts beurteilen können. Ist dies nicht gegeben, sollten sie auf den Vertragsabschluss verzichten.

Überprüfung der Vertragsdetails

Kunden profitieren bei der Auswahl des geeigneten Finanzprodukts von einer kritischen Prüfung des Vertragswerks. Kunden gewinnen langfristig, wenn sie neben den Chancen und Risiken auch die Gebührenstruktur eines Finanzprodukts kritisch beim Erwerb hinterfragen.

Umgang mit persönlichen Daten

Kunden sollten kritisch hinterfragen, welche Informationen sie dem Finanzberater preisgeben. Weiterhin sollten sie den Umgang mit ihren persönlichen Daten, insbesondere im Internet, restriktiv handhaben. Öffentlich zugängliche personenbezogene Daten können von der Finanzbranche strategisch und in der Beratung verkaufspsychologisch genutzt werden.

Handlungsempfehlung für Banken

Banken sollten für eine erfolgreiches wirtschaften folgende Ratschläge beachten.

Suchmaschinenoptimierung

Suchmaschinen sind im Kaufentscheidungsprozess für Bankkunden eine wichtige Informationsquelle. Eine Suchmaschinenoptimierung erscheint erforderlich, um Kunden entsprechende Informationen zur Verfügung stellen zu können.

Abstimmung des Filial- und Internetangebots

Banken profitieren von einem auf das Kundenbedürfnis ausgerichteten Angebot im Internet. Die Optimierung des Vertriebsweges Internet bei gleichzeitiger Abstimmung mit lokalen Angeboten erscheint sinnvoll.

Optimierung der Vergütungsstruktur

Die Gruppe der Selbstentscheider und der Online-Käufer wächst. 25% der Kunden lassen sich in Banken und bei Finanzdienstleistern beraten, kaufen aber die Finanzprodukte im Anschluss online. Dies steht im Zusammenhang mit gestörtem Vertrauen in die Unabhängigkeit und Kompetenz der Finanzberatung. Entlohnungssysteme im Rahmen der Beratung sollten überprüft und die Qualität der Beratung gegenüber den Kunden deutlicher herausgestellt werden.

Handlungsempfehlung für Gesetzgeber

Juristen sollten die sich nachfolgenden Tipps zu Herzen nehmen.

Reduzierung Vertragskomplexität bei Finanzprodukten

Die Transparenz bei Finanzprodukten ist nicht gegeben. Die Komplexität sollte reduziert und die Transparenz, insbesondere in Bezug auf Kosten und Provisionen, muss erhöht werden. Bei gesetzlicher Verpflichtung der Anbieter zur Offenlegung aller Kosten einer Kapitalanlage in Euro und Cent könnte der Anleger unter Berücksichtigung dieser Kosten von sich aus prüfen, welcher absolute Betrag seiner Anlagesumme überhaupt in die Substanz des Produktes fließt und wie viel „weiche Kosten“ keinem Gegenwert entsprechen.

Unabhängige Beratung fördern

Der Trend zum Selbstentscheider und Online-Kauf bei Finanzprodukten nimmt zu. Dies steht im Zusammenhang mit dem Vertrauensverlust in die Finanzberatung. Ein Fünftel der Befragten kann sich unter Honorarberatung, also unabhängiger Beratung ohne Provisionsvergütung, nichts vorstellen. Es sollte durch den Gesetzgeber ein Berufsbild des Honorarberaters mit qualifizierter Berater-Ausbildung und verbindlichen Qualifikationsanforderungen etabliert werden. Die Verpflichtung für Anbieter, Finanzprodukte als Alternativangebot mit provisionsfreien Nettotarifen anzubieten, könnte den Markt für unabhängige Beratung fördern.

Finanzbildung

Die Finanzbildung sollte als fester Bestandteil in die Schulausbildung integriert werden.

Mit der so befeuerten Aktienrally konnten andere Anlageklassen nicht mithalten: Der US-Dollar-Index stieg um 0,6 Prozent und der aus 24 wichtigen Rohstoffen gebildete S&P GSCI Total Return Index sank gar um 0,8 Prozent.

Auch die Anleihen haben sich mager entwickelt: Weltweit verloren die Bonds im Mittel 0,16 Prozent, zeigen die Daten von Merryl Lynch. Wer in Gold anlegte, dürfte ebenfalls enttäuscht sein. Der Preis des Edelmetalls gab so stark nach wie zuletzt im Juni.

„Es ist die Kombination einer weiterhin lockeren Geldpolitik und der Wachstumserwartung für 2014”, erklärt Bill O'Neill, Chefanalyst von UBS Wealth Management in London, den Erfolg der Aktienpapiere. Der Markt hoffe auf Wachstum im kommenden Jahr. Auch wenn das wohl nicht nicht unmittelbar bevorstehe, so sei es doch am Horizont erkennbar, sagte er.

Kommentare (4)

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werner

03.12.2013, 13:00 Uhr

was fuer ein schwachsinn,aktien ist die schnellste art mittellos zu werden.in nur einer 10tel secunde-ein mausklick und der dax geht auf null , das finanzielle chaos folgt auf dem fusse.wer heute aktien empfiehlt gehoert morgen ins gefaengnis nfuer immer.

Account gelöscht!

03.12.2013, 13:18 Uhr

"Nichts wirft im Moment so viel ab", doch Bitcoins sind viel viel besser, aber andere Baustelle...

Das gleiche habe ich im Jahr vor dem Crash 2007/2008 auch gelesen....

Allen haben geschrieben, wie prima doch alles wird...

Account gelöscht!

03.12.2013, 13:20 Uhr

So stimmt das ja nun auch nicht. Aktien bieten durchaus eine gute Rendite. Man sollte sie nur nicht zu jedem beliebigen Zeitpunkt kaufen. Das richtige Timing ist entscheidenden für den Erfolgt. Wie immer im Leben.

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