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18.07.2013

16:44 Uhr

Anlagestrategie

Die Risiken der Sachwerte

VonJens Hagen

Viele Anleger glauben: Aktien sind riskant, Edelmetalle und Immobilien dagegen sichere Geldanlagen. Der Blick auf die vergangenen Jahre zeigt allerdings ein anderes Bild. Wie riskant reale Werte wirklich sind.

Anzeigetafel im Handelssaal der Frankfurter Wertpapierbörse: In unsicheren Zeiten setzen Sparer auf „sichere" Anlagen - Aktien gehören für die Deutschen allerdings nicht dazu. dpa

Anzeigetafel im Handelssaal der Frankfurter Wertpapierbörse: In unsicheren Zeiten setzen Sparer auf „sichere" Anlagen - Aktien gehören für die Deutschen allerdings nicht dazu.

DüsseldorfFast sechs Jahre ist es her, als die Investmentbank Lehman im September 2008 Insolvenz anmelden musste. Turbulente Jahre für Vermögende, die Anlegern enorme Chancen und Risiken boten. Der Blick auf die vergangenen Jahre bietet überraschende Erkenntnisse.

Die Angst vor einer großen Inflation war bislang unbegründet. In Deutschland pendelte die Inflationsrate zuletzt um zwei Prozent, laut Eurostat betrug sie im Juni 1,9 Prozent, 30 Basispunkte mehr als in der gesamten Euro-Zone. Auch der Euro blieb relativ stabil. Seit 2008 schwankte die Gemeinschaftswährung zwischen 1,6 und 1,2 US-Dollar. Trotz Schuldenkrise und superlockerer Geldpolitik ist der große Währungs-Crash bislang ausgeblieben.

Trotzdem raten Vermögensverwalter und Banker zum Kauf von realen Werten wie Aktien, Immobilien oder Gold.  Ein Tool, das die Privatbank Donner & Reuschel für Handelsblatt Online entwickelt hat, zeigt, welche Chancen und Risiken diese Anlageklassen bieten.

Aktien

„Es gibt keine risikolose Anlageklassen mehr“, sagt  Carsten Mumm, Leiter Asset Management bei Donner & Reuschel. Bei Anleihen drohen Kursverluste bei einer Zinswende und Renditen unterhalb der Inflationsraten. Aktien können für Rendite sorgen und Risiken aus dem Anleihemarkt als Differenzierung des Depots abfedern. „Wir empfehlen bei vorsichtigen Anlegern Aktienquoten von bis zu 20 Prozent, bei dynamischen Anlegern deutliche mehr“, sagt Mumm.

Mit dem Risiko-Rendite-Radar lassen sich Chancen und Risiken berechnen von Aktieninvestments in der Vergangenheit berechnen. Seit Beginn der Finanzkrise im Jahr 1998 lag der maximale Verlust bei einem Investment in den Dax bei fast 44 Prozent per annum – und zwar wenn Anleger im Jahre 2001 einstiegen und im Folgejahr wieder verkauften. Die maximale Gewinnspanne lag bei rund 39 Prozent bei einem Anlauf im Krisenjahr 2008 und Verkauf im Folgejahr. Auf lange Sicht sieht die Bilanz weniger erschreckend aus. Seit 1998 schaffte der Dax auf Jahresbasis bis 2013 ein Plus von gut drei Prozent pro Jahr.  

Gold

Was viele Anleger beim Kauf nicht erwartet hatten: Auch Gold-Investments sind hoch spekulativ. Wer 2009 kaufte und 2010 verkaufte erzielte 38 Prozent Gewinn. Zwischen 2012 und 2013 ging es allerdings knapp 26 Prozent runter. Seit 1998 beträgt das Plus bis zum Jahresanfang noch gut acht Prozent pro Jahr.

Die hohe Volatilität zeigt: Gold ist ein Spielball institutioneller Investoren, die mit Derivaten auf das Edelmetall spekulieren. Da der Rohstoff keine Erträge abwirft und Kosten für die Lagerung anfallen, lohnt ein Investment nur als Wette auf eine Preissteigerung. „Wir empfehlen Quoten von maximal fünf Prozent als Absicherung gegen einen großen Notfall auf dem Finanzmarkt“, sagt Mumm.

Kommentare (16)

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ISTQB

18.07.2013, 17:08 Uhr

Zitat: "Die Angst vor einer großen Inflation war bislang unbegründet."

Wenn man zu diesem Ergebnis kommen möchte, ist es lediglich erforderlich den Betrachtungszeitraum entsprechend zu determinieren.

Die Halbierung der Einkünfte bei der Euroeinführung, ohne äquivalente Preisanpassung wird (zielgerichtet?) ausgeklammert.

Wieder einmal ein Beispiel für (unabhängigen?) Journalismus.

Aber immer noch besser als in der ersten Reihe zu sitzen!!


Account gelöscht!

18.07.2013, 17:28 Uhr

Liebes HB, macht Euch doch mal mit dem Unterschied von Risiken und Preisschwankungen vertraut. Dann klappt es sogar mit dem Anlegen!

Das Hauptrisiko von Sachanlagen ist, daß jemand sie nicht zurückzahlen kann/will, man also ein unheimliches Gegenpart-Risiko hat, vor allem in einer Schuldenkrise ---- oh, da hab ich, glaube ich was verwechselt. Macht nichts, warum soll ich nicht auch mal Blödsinn schreiben dürfen?

Account gelöscht!

18.07.2013, 17:35 Uhr

Wer vor 15 Jahren ,genau um die selbe Zeit in Sachwerte,z.B. DAX-Fonds,selbst in die guten investierte ,hat heute nicht mal seinen Einsatz raus.
Bsp.DWS Investa-immerhin ein Spitzenfonds mit vielen Auszeichnungen!:Verkaufspreis(incl.Ausgabeaufschlag) damals am 20.07.1998:(der 18.07.98 war damals ein Samstag,deshalb wurde der nächste Handelstag,der Mo.der 20.07. gewählt) 121,95 Euro,Rücknahme Preis heute 119,95 Euro.
Nach 15 langen Jahren,sogar ein Minus von 2 Euro je Anteil!Da sind eventuelle Depotkosten und die Inflation noch gar nicht mit berücksichtigt!

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