Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.10.2011

12:31 Uhr

Anlagestrategie

„Dividenden werden immer wertvoller“

VonKristin Schmidt

Die Konjunktur lahmt, die Firmengewinne drohen zu sinken. Um ihre Dividenden müssen Anleger aber nicht fürchten, erwartet Nicolas Simar, Dividendenchef bei ING Investment Management. Im Interview erklärt er, warum.  

ING-Fondsmanager Nicolas Simar: „Die Volatilität steigt, Dividenden bleiben stabil.“

ING-Fondsmanager Nicolas Simar: „Die Volatilität steigt, Dividenden bleiben stabil.“

Herr Simar, der Konjunktur-Aufschwung hat einen empfindlichen Dämpfer erlitten, in der Euro-Zone warnen viele vor einer Rezession. Zu Recht?

Selbst wenn die Wirtschaftsindikatoren besser sind als erwartet, ist davon auszugehen, dass wir in eine Rezession eintreten. Sparmaßnahmen in Europa und den USA beeinflussen die Bruttoinlandsprodukte negativ. Auf den Aktienmärkten ist das schon ganz deutlich zu spüren, da sie der Realwirtschaft immer ein wenig voraus sind.

In den Unternehmensgewinnen spiegelt sich die Schwäche bisher nicht wider. Wann kommt es hier zur Wende?

Viele Firmen hatten in den vergangenen Jahren große Gewinnsteigerungen. Aber die Zeiten sind vorbei. Wir gehen davon aus, dass 2012 die Gewinne zurückgehen.

Ihre Fonds setzen auf dividendenstarke Aktien. Deren Perspektiven dürften sich auch eintrüben.

Nein. Unternehmensgewinne und Bruttoinlandsprodukte sind rückläufig, aber dadurch werden die Dividenden in einem Portfolio immer wertvoller. Die Volatilität an den Märkten ist in den vergangenen Monaten extrem gestiegen. Im Gegensatz dazu sind Dividenden relativ stabil geblieben.

Rückläufige Unternehmensgewinne und stabile Dividenden – wie passt das zusammen?

Wir gehen zwar davon aus, dass 2012 die Unternehmensgewinne zurückgehen. Aber das heißt nicht automatisch, dass die Dividenden folgen. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Krise der Jahre 2001/2002. Sie ähnelt vom Typ her der heutigen Krise. Damals kam es zu Gewinnrückgängen zwischen zehn und 20 Prozent. Die Dividenden blieben recht stabil oder gingen nur geringfügig zurück. Meistens folgen die Dividenden der Gewinnentwicklung mit einer gewissen Verzögerung und die Rückgänge sind nicht so dramatisch.

Mit welchen Dividendenrückgängen rechnen Sie?

Falls die Gewinne wirklich um 20 Prozent einbrechen, kann man nicht ausschließen, dass die Dividenden abflachen. Wenn es so kommt wie 2009, mit 35 bis 40 Prozent Gewinnrückgang, dann fallen die Dividenden wahrscheinlich auch um 15 oder 20 Prozent. Ich rechne jedoch mit der weniger dramatischen Situation.

Warum?

In den vergangenen Jahren hat sich einiges geändert. Die Verschuldung der Unternehmen ist durchschnittlich niedriger und sie haben mehr freien Cash-Flow zur Verfügung. Das bringt sie besser durch die Krise.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

hjhjk

30.10.2011, 13:33 Uhr

bestes Beispiel sein Arbeitgeber: Dividende -100% Kursbewegung -80%

Account gelöscht!

31.10.2011, 10:17 Uhr

Fonds mit dividendenstarken Werten schneiden empirisch regelmäßig schlechter ab als Fonds mit Wachstumsstrategien. Schwellenländer dagegen sind sicher eine unter renditegesichtspunkten sinnvolle Alternative (wenn man die höhere Volatilität verträgt) aber da gibt es günstigere Instrumente, nämlich Indexfonds (ETF's) auf Schwellenländer.

Profit

31.10.2011, 12:49 Uhr

Das zeigt wieder einmal die inetellektuelle Unfähigkeit enes Analysten bzw. Vermögensberaters. Die Dividende ist als Cash flow uninteressant, weil bei Ausschüttung regelmäßig und völlig logisch der Aktienkurs um genau die ausgeschüttete Dividende sinkt. Wenn die Dividende thesauriert werden würde, könnte ein Anleger denselben Cash flow dadurch herstellen, indem er ganau soviele Aktien verkauft, die der (potentiellen) Dividende entsprechen würde. Ist irgendjemand durch eine Ausschüttung reicher? Nein, die Mechanik der Ausschüttung ist schlicht irrelevant. Dividenden spielen (eingeschränkt) nur im Sinne einer Signalübertragung im Hinblick auf Liquidität eine Rolle, nicht aber im Hinblick auf die Generierung von Cash flow! Praktisches Beispiel gefällig: Apple hat noch nie ausgeschüttet, war aber für jeden Anleger der Renner, trotz Finanzkrise. Das hoch ausschüttende Energieunternehmen E.on war letztes Jahr der absolute Rohrkrepierer. Merke: Bankanalysten und Vermögensverwalter sind keine "Gurus"!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×