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08.11.2011

14:40 Uhr

Anlagestrategie

Es gibt sie noch, die Optimisten!

VonJessica Schwarzer

Die Stimmung ist nach wie vor schlecht, trotz der zwischenzeitlichen Erholung der Börsen bleiben die Anleger – private wie institutionelle – pessimistisch. Doch es gibt Ausnahmen. Wer jetzt noch Aktien kauft und warum.

Blumen an der Frankfurter Börse: Die Stimmung ist schlecht, doch einige Optimisten gibt es. dpa

Blumen an der Frankfurter Börse: Die Stimmung ist schlecht, doch einige Optimisten gibt es.

DüsseldorfSchuldenkrise und kein Ende – an der Börse will einfach keine Zuversicht aufkommen, obwohl der Dax sich von seinem Tief bei etwas mehr als 5.000 Punkten im September wieder auf aktuell knapp 6.000 Punkte erholt hat: Die meisten Investoren sind noch immer extrem skeptisch gestimmt, ihre Stimmung ist zuletzt auf ein 52-Wochen-Tief gefallen. Das kann ein Warnsignal sein: „Da die mittelfristigen Erwartungen in der Regel dem Markt vorauslaufen und damit Prognosecharakter haben, bleiben die Aktienmärkte in schwierigem Fahrwasser“, sagt Manfred Hübner von Sentix. Das Researchhaus misst regelmäßig die Stimmung von 3.500 Investoren, davon 750 Institutionelle.

Doch auch wenn die Mehrzahl der Investoren nichts Gutes für die Aktie erwartet: Es gibt sie noch, die letzten Optimisten, die unbeirrt für Aktieninvestments trommeln. Zum Beispiel Max Otte: Der Bestsellerautor und Fondsmanager hat bereits seit August Aktien nachgekauft und so einige bestehende Positionen verbilligt. „Viele Top-Unternehmen sind im Moment günstig zu haben“, sagt Otte. Noch im Frühjahr hatte er in seinem Fonds einen Cash-Anteil von bis zu zwölf Prozent, mittlerweile ist er wieder fast voll investiert.

Ein weiterer Verfechter der Aktie ist Christoph Bruns: Der Chef der  Fondsboutique Loys ist überzeugt, dass an der Aktie kein Weg vorbei führt und sie die „beste Anlage“ ist. „Es ist ein Fehler, jetzt nicht zu kaufen“, sagt er.

Beide Fondsmanager sind sich einig: Aktien sind in Zeiten, in denen das Geld immer schneller an Kaufkraft verliert, eine gute Wahl. Denn sie sind Sachwerte und sind weniger von Inflation betroffen als andere Anlageklassen. „Unternehmen sind dynamisch und können sich an wandelnde Bedingungen anpassen“, sagt Bruns. „Ob die EZB Geld druckt und weiter Anleihen kauft oder Griechenland pleite geht, stört Unternehmen wie BMW oder Pfeiffer Vacuum nicht.“ Es komme auf ihre Geschäftsentwicklung an, und die laufe bei beiden gut.

Trotzdem sind aber auch die Aktien solcher Unternehmen unter die Räder gekommen. „In Krisenzeiten wird Aktien einer ihrer größten Vorteile, nämlich die Liquidität, zum Verhängnis“, sagt Bruns. „Wenn die wirtschaftliche Unsicherheit steigt, verkaufen Anleger ihre Aktien – auch wenn es absurd und ökonomisch unsinnig ist.“

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

08.11.2011, 16:43 Uhr

Optimisten kaufen Gold, Pessimisten Konservendosen.
Noch Fragen, Hauser ?

Kronecker

08.11.2011, 20:37 Uhr

Die Finanzindustrie kommt gerne im Gewand der Wissenschaft daher, arbeitet mit Metaphern, die alles beschreiben, aber nichts erklären. Da kann jeder mitreden, eine besondere Bildung braucht es dazu nicht. Eine kleine Aufzählung: Verwerfung, gesunde Konsolidierung, Selbstheilungskräfte, Kernschmelze (des Bankensystems), technische Rezession, toxische Wertpapiere (statt wertlose), Dominoeffekt, Überdruck in den Finanzmärkten (FDP-Lindner), Blutkreislauf der Wirtschaft (CSU-Ramsauer), ...

We-are-99-Prozent

08.11.2011, 21:54 Uhr

Ich weiß, die Bankster schmücken sich gerne mit den Federn der Wirtschaft.Aber die Wirtschaft erzeug reale Güter und Waren. Die (Investment-) Bankster erschaffen nur wertloses Paiergeld und Krisen.



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