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20.10.2012

13:34 Uhr

Anlagestrategie

Funkelnde Geldanlage

Immer mehr Vermögende stecken ihr Geld in die kleinstmögliche Anlageform: in Edelsteine. Während das Angebot abnimmt, steigt die Nachfrage beständig. Besonders gefragt sind seltene Edelsteine.

Der Diamant ist nur eine beliebte Form von Geldanlagen in Edelsteinen. ap

Der Diamant ist nur eine beliebte Form von Geldanlagen in Edelsteinen.

MünchenWohin nur mit dem Geld? Auf dem Sparbuch frisst die Inflation die Mini-Zinsen, erschwingliche Immobilien in den Großstädten sind kaum noch verfügbar und Aktien vielen Anlegern zu riskant. Auf der Suche nach Alternativen entscheiden sich viele Vermögende für die kleinstmögliche Form der Kapitalanlage – und legen sich Edelsteine in den Tresor. Die Nachfrage nach Diamanten, Rubinen oder Saphiren hat nach Angaben von Experten deutlich zugenommen. „Insbesondere bei den hochwertigen Steinen gibt es ein starkes Interesse“, sagte der Geschäftsführer der deutschen Stiftung Edelsteinforschung, Claudio Milisenda, vor dem Beginn der Munich Show-Mineralientage München.

Auf der größten europäischen Messe für Edelsteine zeigen von Freitag (26.10.) an mehr als 1200 Aussteller ihre Schätze. Längst nicht alle Steine werden zu Ketten, Ohrschmuck oder Ringen verarbeitet. „Wir verzeichnen in Gesprächen mit unseren Ausstellern und Besuchern, dass immer mehr Besucher Edelsteine als alternative, zusätzliche Wertanlage nutzen wollen“, sagt Pressesprecher Daniel Ravasz. In den vergangenen Jahren ist allein die Nachfrage nach Diamanten nach Angaben des Online-Händlers Dimaxs um 20 Prozent gestiegen. Das Angebot hingegen nehme ab. „Bis 2005 konnte die Weltproduktion kontinuierlich gesteigert werden. Seit 2006 sinkt sie jährlich um zirka fünf Prozent.“

Auch bei anderen Steinen wird das Angebot geringer. Gefragt sind nach Angaben von Edelstein-Experte Milisenda vor allem hochwertige, gänzlich unbehandelte Rubine, Saphire oder Smaragde. „Da ist das Angebot an wirklich guten Steinen begrenzt.“ Für einen seltenen Saphir aus Kaschmir zahlten Liebhaber Preise von 20 000 bis 40 000 Euro pro Karat (0,2 Gramm). Wer es noch exklusiver möchte, legt sich einen farbwechselnden Alexandrit in den Panzerschrank: „Das ist einer der seltensten Steine überhaupt“, sagt Milisenda. Kostenpunkt je nach Qualität: Rund 100 000 Euro pro Karat.

Das geringe Gewicht der Edelsteine im Vergleich zu Gold ist für die Händler ein beliebtes Werbeargument. „Diamanten im Wert von einer Million Euro passen bequem in eine Streichholzschachtel und können problemlos an jeden beliebigen Ort der Welt transportiert werden“, wirbt Dimaxs unter dem Schlagwort „Mobilität“. „Edelsteine sind echtes Fluchtkapital“, sagt Pressesprecher Ravasz. „Mit einem Goldbarren kann man schwer flüchten. Diamanten in der Tasche wiegen nichts.“

Der Diamanten-Konzern De Beers hat das Jahrzehnt wegen des wachsenden Interesses an den Edelsteinen bereits zur „Diamanten-Dekade“ ernannt. Der Löwenanteil der Kundschaft kauft die Steine nach Einschätzung des Unternehmens aber gerade nicht, um zu flüchten: Als Schmuckstück oder Ehering. „Diamanten bleiben das ultimative Geschenk der Liebe“, sagt eine Sprecherin – und bei der richtigen Auswahl könnten sie eben auch ein gutes Investment sein.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

20.10.2012, 21:02 Uhr

Während bei Edelmetalle es einen funktionierenden Markt gibt, so gibt es diesen bei Edelsteinen aber nur in eine Richtung. Versucht doch mal einen 1 ct, lupenrein, wesselton zu einem anständigen Preis zu verkaufen. Viel Spaß. Verkaufen tut euch das Zeugs jeder. Aber kaufen wills keiner, außer ihr habt den Nachnamen de Beers.

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20.10.2012, 23:25 Uhr

Tja, Diamanten kauft man(n) ja auch nicht um sie wieder zu verkaufen, sondern um sie zu verschenken.

Account gelöscht!

20.10.2012, 23:52 Uhr

Bitte den Artikel lesen. Ich stimme Ihnen zu. Ich kauf die auch nur um Sie meiner Gattin zu verschenken. Aber der Artikel behauptet, dass Diamanten Fluchtkapital wären. Und dann behaupten die auch noch, dass Gold zu viel Platz benötigt. Als ob es nun drauf ankommt ob ich eine Million in einer Streichholzschachten oder in zwei Zigarettenschachteln transportieren kann.

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