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11.10.2012

11:59 Uhr

Anlagestrategie

Mehr Rendite, weniger Risiko – geht das wirklich?

VonKatharina Schneider

Kaufen und liegenlassen war André Kostolanys Rat an Aktionäre. Sein früherer Partner Gottfried Heller erklärt, was diese Strategie in einer radikal veränderten Finanzwelt noch taugt, und worauf Anleger vertrauen können.

Der Vermögensverwalter, Anlageberater und Buchautor Gottfried Heller in seinem Münchener Büro. argum / Thomas Einberger

Der Vermögensverwalter, Anlageberater und Buchautor Gottfried Heller in seinem Münchener Büro.

DüsseldorfWohin bloß mit dem lieben Geld? Aus Angst vor Risiken lagern die Deutschen einen Großteil ihres Vermögens bei der Bank – auf Sparbüchern, Tagesgeld- oder Festgeldkonten. Doch mit den aktuellen Zinsen lässt sich kaum noch die Inflation ausgleichen. „Es herrscht Anlagenotstand“, fasst Gottfried Heller das Dilemma zusammen. Die Zeiten für Anleger werden härter. Wie können sie ihr Geld heute noch risikoarm anlegen und gleichzeitig eine ordentliche Rendite erzielen?

In seinem neuen Buch „Der einfache Weg zum Wohlstand – mehr verdienen, weniger riskieren und besser schlafen“ gibt Heller, Börsenexperte und Gründer der Münchener Vermögensverwaltung Fiduka, die Antworten. Kurz zusammengefasst: Investieren Sie in Sachwerte – hauptsächlich Aktien – und haben Sie Geduld. Ein Freund der schnellen Tipps und des schnellen Geldes ist Heller nicht. „In diesem Buch erfahren Sie nicht, wie Sie schnell reich werden“, schreibt der Autor gleich zu Beginn, denn vom Zocken hält er gar nichts. Die Lektüre lohnt sich trotzdem – oder gerade deshalb.

Trends und Entwicklungen

Das bestimmt die Zukunft

In seinem Buch „Der einfache Weg zum Wohlstand“ nennt Gottfried Heller sieben Trends, die seiner Meinung nach die Zukunft der Welt und insbesondere der Finanzmärkte bestimmen werden.

1. Die Weltwirtschaft wächst langsamer

Als Hauptgründe für ein verlangsamtes Wachstum der Weltwirtschaft nennt Heller das nachlassende Wachstum der Schwellenländer, den Sparzwang der Industrieländer, die knapper werdenden Ressourcen sowie eine alternde Weltbevölkerung und steigende Arbeitslosigkeit.

2. Eine neue Finanzarchitektur entsteht

Ähnlich wie nach der Weltwirtschaftskrise von 1929 dürfte laut Heller nach den Katastrophenjahren eine längere Zeit mit weniger Krise folgen, in der sich die Finanzmärkte stabilisieren.

3. Die Inflation nimmt zu

Hauptgrund ist die seit 2008 anhaltende Geldflut der Notenbanken. Bis 2014 wollen EZB und Fed die Zinsen niedrig halten.

4. Die Zinsen sinken nicht mehr

Nach 30 Jahren geht laut Heller der Trend der sinkenden Zinsen zu Ende. Die Renditen für Staatsanleihen sind auf einem Tiefpunkt. Wenn nicht mehr so viele Anleger in Anleihen als sichere Häfen fliehen und die Notenbanken nicht mehr „manipulieren“ sei wieder mit Zinsen von fünf bis sechs Prozent zu rechnen.

5. Ein freundlicher Börsenzyklus beginnt

Nach über zehn Jahren mit verlustreichen Börsenphasen sollte es wieder aufwärts gehen, das zeigt ein Vergleich mit vergangenen Krisenzeiten. Zudem sind die Aktien billig bewertet. Hellers Fazit: „Bei so niedrigen Aktienbewertungen wie heute ist das mögliche Gewinnpotenzial deutlich größer als das Verlustrisiko.“

6. Der Euro liegt in den Händen der Politik

„Ökonomisch macht der Euro keinen Sinn“, ist Euro-Kritiker Heller überzeugt. Deshalb werde auch die Politik über seine Lebensdauer entscheiden. Euro-Land bleibe jedenfalls eine „Problemzone“.

7. Die Schwellenländer sind im Aufschwung

Noch wachsen in den Schwellenländern die Bevölkerung und die Wirtschaft – das macht Aktien aus diesen Regionen interessant.

Der langjährige Geschäftspartner der Börsenlegende André Kostolany verspricht seinen Lesern zu zeigen, wie sie erfolgreiche Anleger werden und ihr Geld vor Inflation schützen. Und dazu gehört eben mehr, als ihnen eine Einkaufsliste mit Aktien, Fonds und ETFs an die Hand zu geben. Eine solche Liste liefert Heller zwar auch, aber erst ganz am Ende seines Buches. Zuvor gibt der Autor einen Überblick über die aktuellen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen.

Was aus 1.000 Euro in zehn Jahren wurde

Deutscher Aktienindex (Dax)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren: +88,8 Prozent (ohne Dividenden)

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.888 Euro

Dow Jones

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +52,7 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.527 Euro

EuroStoxx 50

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +31,3 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.313 Euro

Nikkei

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,1 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1101 Euro

Chinesische Aktien (Shanghai B-Index)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,3 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.103 Euro

MSCI Emerging Markets

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +228 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.285 Euro

Gold

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +314 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 4.142 Euro

Silber

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +428 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 5.275 Euro

Öl

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +221 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.205 Euro

Weizen

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +92 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.916 Euro

Kaffee

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +151 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 2.509 Euro

Staatsanleihen (Rexp)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +67 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.666 Euro

Unternehmensanleihen (Citigroup World BIG Corporate Index)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +56 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.559 Euro

Sparbuch

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.095,90 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 0,92 Prozent (Spareckzins)

Tagesgeld

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.209 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 1,92 Prozent

Festgeld

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.266 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 2,39 Prozent

„Wir stehen am Anfang einer Zeitenwende“, so seine Überzeugung. Zwar gebe es aktuell viele Krisen: Die Folgen der geplatzten Immobilienblase in den USA, die europäische Schuldenkrise, der Abbau des Sozialstaats, die Überlastung des deutschen Rentensystems, die ungünstige demografische Entwicklung, der stetig steigende Ressourcenverbrauch und die wachsenden Umweltbelastungen. Doch Heller blickt optimistisch in die Zukunft: „Krisen sind Chancen – in Arbeitskleidung“, so sein Motto. Soll heißen: Wurden Probleme einmal erkannt, kann man auch Lösungen dafür suchen und es ergeben sich neue Möglichkeiten.

Kommentare (14)

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Account gelöscht!

11.10.2012, 12:19 Uhr

Wieder mal vergessen: Das letzte Hemd hat keine Taschen. Die Gewinne der Einen sind die Schulden der Anderen. Wenn die Schuldenblase platzt, was sie bisher immer gemacht hat, hat keiner mehr was.

Solange die Menschen nicht wissen, wie das Geld und die Wurst gemacht werden, können sie ruhiger schlafen.

Würde der Staat, wie es ihm eigentlich zustände, sein Geld selber aus der Luft schöpfen, und dieses ungerechtfertigte Monopol nicht den Privatbanken überlassen, bräuchten wir alle KEINE STEUERN zu bezahlen.

Das Verschweigen dieser Tatsache ist der wirkliche Steuerbetrug. Unser Geldsystem ist darauf ausgerichtet, die Menschen zugunsten der Eliten zu versklaven. Mit dem ESM wurde dieses Versklavungssystem von der BRD auf EU Ebene gehoben.

Der Euro ist das Instrument dazu.

Account gelöscht!

11.10.2012, 12:39 Uhr

Haben wir Ihnen das historisch und durch Fakten nicht schon oft widerlegt? Aber trotzdem weiter raus trompeten. Und Gott bewahre uns vor dem Tag, an dem er sein eigenes Geld schöpft. Das Ergebnis sehen Sie in der USA, welche ihr Außenhandelsdefizit regelmäßig mit Dollar-Blüten bezahlen. Die eigene Notenbank ist der größte Gläubiger der USA. Gehts denen besser? Im Gegenteil, sie zahlen zwar weniger Abgaben, aber das auch nur, weil sie keine umfassende Sozialkassen haben. Wenn der Staat das Monopol über die Geldschöpfung hat, weicht das Volk einfach auf werthaltige Alternativen aus. Wie immer in der Geschichte.

Sowirdswas

11.10.2012, 13:19 Uhr

Insolvenzverschleppung und Cover-up ist auch kriminell. Die Maßgabe mit Inflation Staatsschulden abzubauen oder zu regulieren ist Betrug am Bürger. Ein diktatorischer ESM ist eine Versklavungsmaßnahme/Enteignung schlechthin. Alles zusammen genommen der Anfang des Endes des westlichen Währungssystems. Fett schwimmt oben. Die berühmtem 0,1% eben. Dies wollen uns die Politiker und Bankster verkaufen, als Zukunfts- und Anlagemodell. Habt ihr sie noch Alle!?

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