Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.01.2017

16:51 Uhr

Anlagestrategie

Mit Gold gegen Trump schützen?

VonJulia Rotenberger

Die Vereidigung von Donald Trump rückt näher und manche Investoren werden nervös. Einige richten sich einen Trump-Twitter-Alarm ein. Andere halten sich an die traditionellen sicheren Häfen – und kaufen Gold.

Die Börsianer freuten sich zu Beginn über Trumps Sieg. Doch der Milliardär ist unberechenbar. dpa

Der Beginn einer Hass-Liebe?

Die Börsianer freuten sich zu Beginn über Trumps Sieg. Doch der Milliardär ist unberechenbar.

DüsseldorfAm Montag nichts Weltbewegendes auf Donald Trumps Twitter-Account. Routinemäßig wetterte der künftige US-Präsident gegen die „Lügenpresse“, deren Vertreter angeblich verschwiegen, dass Mexiko für den Bau der „großen Mauer“ an seiner Grenze später bezahlen werde. Zugleich lobte er den konservativen Medienmogul Rupert Murdoch als „großartigen Typen“ und schimpfte Meryl Streep als die „am meisten überschätzte Schauspielerin Hollywoods“. Außerdem dankte er Fiat-Chrysler und Ford dafür, dass sie planen, ihre Produktion stärker auf die USA zu fokussieren. Die Investoren können also aufatmen – vorerst.

Dass 140 Zeichen von Donald Trump auch kleine Marktbeben auslösen können, ist spätestens seit vergangener Woche bekannt. Am Dienstag attackierte er den US-Automobilhersteller General Motors über den Nachrichtenkanal. GM solle seine Chevys gefälligst in den USA bauen – oder „einen hohen Zoll bezahlen”. Nur wenig später gab der GM-Rivale Ford bekannt, Pläne für ein 1,6 Milliarden US-Dollar teures Werk in Mexiko umzuschmeißen und stattdessen in den USA zu investieren. Am Sonntag dann verkündete Fiat Chrysler, mehr als eine Milliarde US-Dollar in zwei marode US-Werke zu stecken – mehr als 2000 Jobs sollen so entstehen.

Der Trump-Kuschelkurs der US-Konzerne mag zwar für die Anleger zunächst positiv sein, immerhin kletterte die Ford-Aktie binnen einer Woche gut fünf Prozent nach oben. Fiat-Chrysler-Papiere gewannen sogar 14 Prozent binnen Wochenfrist und selbst für den attackierten GM-Konzern ging es gut drei Prozent nach oben. Zugleich schüren die Trump-Tweets eine Grundunsicherheit bei den Anlegern. Was wird dem blonden Milliardär wieder in den Sinn kommen? Chris Iggo etwa, zuständig für Festverzinsliche bei der Axa-Vermögensverwaltungssparte, warnt vor erhöhten politischen Risiken: „Die meisten davon haben ihren Ursprung auf dem Twitter-Account von Donald Trump.“

Derzeit werden Trumps Internet-Ergüsse mindestens so intensiv verfolgt wie Ad-hoc-Meldungen von Konzernen. Das Fintech-Start-up Trigger Finance hat sogar den „Trump Trigger” erfunden. Diese Web-Anwendung benachrichtigt Anleger, sobald Trump über eine Aktie twittert, die in ihrem Portfolio vorkommt – und zwar in Echtzeit. So sollen auch Privatinvestoren über politische Börsen-Risiken immer up-to-date sein. Anders als professionelle Investoren haben sie keine 24/7-Trader und smarte Algorithmen, um sich gegen derlei Risiken zu wappnen. Denn als ein solches gilt er in der Investorenszene.

USA und Russland: Trump twittert Liebesgrüße nach Moskau

USA und Russland

Trump twittert Liebesgrüße nach Moskau

US-Geheimdienste sind überzeugt, dass Kremlchef Wladimir Putin persönlich eine Kampagne zur Beeinflussung der US-Wahl angeordnet hat. Doch Donald Trump bekräftigt seinen Wunsch nach einem guten Verhältnis zu Russland.

Sich einen Trump-Alarm zu installieren ist eine Methode, sich den US-Präsidenten vom Portfolio fernzuhalten. Doch einige Anleger setzen auch auf die klassische Variante – und kaufen wieder Gold. So hat das Edelmetall seit letzter Woche wieder an Beliebtheit gewonnen. Je näher die Vereidigung Trumps als Präsident rückt, umso vorsichtiger werden die Anleger.

In der vergangenen Woche verzeichnete das Glanzmetall den größten Wochenzuwachs seit zwei Monaten, lediglich die guten US-Arbeitsmarktzahlen am Freitag haben einen weiteren Kursanstieg verhindert. Am Montagvormittag gewann Gold 0,6 Prozent auf 1179 US-Dollar. Händler warten auf die Pressekonferenz von Trump, die an diesem Mittwoch ansteht.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frau Edelgard Kah

09.01.2017, 17:19 Uhr

Sehr geehrte Frau Rotenberger,

die Welt ist voll von Widerspüchen. Sie schreiben, Trump schürt eine Grundunsicherheit bei den Anlegern. Mag sein. Aber sicher nicht bei allen Anlegern. Sonst hätten nicht seit der Wahl von Trump eine US- Aktienrally.

Ob Gold als Schutz vor politischen Risiken gelten darf, ist hochumstritten. Mag sein, dass es in Fällen wie der Kuba-Krise an Wert gewinnt und ein wenig zur Stabilisierung des Depots beiträgt. Aber wenn es tatsächlich zu einem Krieg kommt und die Menschen verarmen und bittere Not leiden, verliert das Zahlungsmittel Edelmetall an Wert.

Baron v. Fink

09.01.2017, 17:31 Uhr

Gold ist derzeit kein Geschäft, eine Panik braucht der Investor wieder. Meine Hoffnung der Euro. Ha Ha Ha

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×