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24.08.2012

13:01 Uhr

Anlagestrategie

So finden Sie die Super-Aktie

VonKatharina Schneider, Jessica Schwarzer, Serkan Dizbay, Christian Panster

Wer Aktien kauft, braucht gute Nerven und Geduld. Gerade in Krisenzeiten. Doch ganz ohne geht es auch nicht. Worauf Anleger bei der Aktienauswahl achten sollten - und welche Unternehmen derzeit attraktiv bewertet sind.

Händler an der Frankfurter Börse. Die Aktienauswahl ist eine Kunst für sich. dpa

Händler an der Frankfurter Börse. Die Aktienauswahl ist eine Kunst für sich.

DüsseldorfDie Lage an den Finanzmärkten ist unübersichtlich. Die Anzeigetafel an der Frankfurter Wertpapierbörse zeigt einen Dax-Stand nahe der 7000-Punkte-Marke. Das ist nicht wenig, werden sich viele Anleger denken, schließlich tobt draußen, vor der Börsentüre, noch immer die Euro-Krise.

Es wird Jahre dauern, ehe das Schuldenproblem der Euro-Staaten gelöst ist, wenn nicht sogar länger. Was das für die Aktienmärkte bedeutet – in den nächsten Wochen, aber auch langfristig -, mag niemand so recht vorherzusagen.  Das Gefühl jedenfalls sagt: die Kurse sind zuletzt zu weit nach vorn geprescht.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

Eigene Strategie festlegen

Gegen die größer werdenden Unwägbarkeiten sollte man sich zuallererst mit einer Strategie wappnen: Wer an kräftiges Wachstum in Deutschland glaubt, an einen anhaltenden Boom der Schwellenländer und hohen privaten Konsum, kann weiter am Aktienmarkt investieren. Wer skeptisch ist, sollte seine Bestände hingegen nicht aufstocken.

Widerstandskraft zeigen

Eng verbunden mit der ersten Regel: Immer wieder kommt es vor, dass sich Dinge anders entwickeln, als man erwartet hat. Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Eine solche Reaktion zeugt nicht von einem geringen Vertrauen in die eigene Strategie. Es kostet meist auch Geld, weil die Masse schon vorher diese Richtung eingeschlagen und das Gros an Rendite eingefahren hat.

Richtig mischen

Groß oder klein, spekulativ oder konservativ, liquide oder illiquide, dividendenstark oder dividendenschwach, Substanz oder Wachstum: Bei Aktien ist die Auswahl riesig. Der richtige Mix aus spekulativen und konservativen Titeln hilft, Schwankungen zwischen guten und schlechten Zeiten auszugleichen. Nicht zu unterschätzen sind starke Dividendenzahler, die Jahr für Jahr den Grundstock für eine solide Rendite legen.

Barrieren einbauen

Keine Frage, die Börsen haben in den vergangenen zehn Jahren stärker geschwankt als in allen Dekaden zuvor. Das wird so bleiben, mit wachsendem Computerhandel sogar noch zunehmen. Wer sein Risiko minimieren will, baut Barrieren ein – sogenannte Stopps. Gerne werden Stopps bei 20 Prozent über und unterhalb des aktuellen Kurses gewählt. Dann wird automatisch verkauft, wenn diese Grenzen erreicht sind. Kommt eine Phase überraschend steigender Kurse mit anhaltendem Aufwärtstrend, lässt sich die Barriere leicht nach oben verschieben. Wichtig ist dann, auch die Barriere am unteren Ende nachzuziehen.

Herdentrieb beobachten

Wichtig in Phasen überraschender Kurssteigerungen oder -stürze ist es, das Verhalten der Masse zu beobachten. Ist es noch nachvollziehbar oder völlig irrational? Häufig ist es irrational. Dann hilft meist die zweite Regel: Widerstandskraft zeigen. Nach einigen Monaten kehrt die Rationalität von ganz allein zurück. Der Kurssturz aus dem vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung beweisen das gerade wieder.

Risiko rausnehmen

Sind Aktien wie seit Jahresbeginn schon um 30, 40 oder gar 50 Prozent gestiegen, dann sind Anschlussgewinne in der Regel nur noch schwer zu erzielen. Phrasenverdächtig ist zwar die alte Weisheit: „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand zugrunde gegangen.“ Richtig ist sie trotzdem.

Insidern folgen

Firmenchefs haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber normalen Aktionären. Sie wissen weit mehr als jeder Analyst oder Kommentator, wie es in ihrem Unternehmen aussieht. Insider nennt man sie deshalb. Sie melden ihre Orders innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin. Das Handelsblatt veröffentlicht alle zwei Wochen das sogenannte Insider-Barometer, das aus der Summe aller Kauf- und Verkaufsorders Schlüsse für den weiteren Verlauf in Dax & Co. zieht. Jüngste Tendenz: Vorstände und Aufsichtsräte verkaufen mehr als sie kaufen. Vorsicht also!

Geopolitische Ereignisse beachten

Terroranschläge und Naturkatastrophen kommen unerwartet. Politische Konflikte wie zwischen Israel und dem Iran schwelen meist länger. Auch entscheidende Wahlen sind vorhersehbar und haben immer Einfluss auf die Börse. Dabei gilt generell: Wahljahre sind gute Börsenjahre.

Auf reale Werte setzen

Mit Optionsscheinen oder Bonus-Zertifikaten lässt sich zwar aus einem Aufwärtstrend ein noch größerer Profit schlagen. Dies sind jedoch in der Regel Wetten ohne realen Hintergrund. Aktien sind reale Werte.

Moden misstrauen

Vor allem Aktien einzelner Branchen unterliegen immer wieder gewissen Moden. Doch die wechseln wie im realen Leben, und manchmal geht das schneller, als man denkt. Das bekommt gerade die einst angesehene Solarenergie-Branche bitter zu spüren.

Und doch gibt’s da noch diesen zweiten Gedanken. Und zwar den, dass man eigentlich gar keine andere Wahl hat, zumindest einen Teil seines Geldes in Aktien zu stecken. Weil das Zinsniveau auf Jahre niedrig bleiben wird und Anleihen, Sparbücher oder Festgeld kaum Rendite abwerfen.

Schlimmer noch: die mickerigen Zinserträge könnten sogar von den höheren Inflationsraten aufgefressen werden. Die Gefahr, dass die Teuerungsraten in den kommenden Jahren deutlich steigen werden – sie  ist jedenfalls gestiegen, nachdem die großen Notenbanken die Geldmenge ins schier Unendliche ausgeweitet haben. Aktien, als Unternehmensanteile gewissermaßen Sachwerte, sind  dagegen kein schlechter Inflationsschutz. Dieses Gefühl  wiederum sagt uns: Ganz ohne Aktien geht es dann doch nicht.

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Maßvoll also, nicht aufs Ganze gehen, so in etwa könnte die Aktienstrategie dieser Zeit aussehen. Ganz wichtig dabei ist die Aktienauswahl. Das gilt eigentlich immer und klingt irgendwie zutiefst banal. In Zeiten wie diesen stimmt es aber umso mehr. Investoren unterscheiden sehr genau zwischen erfolgreichen und weniger erfolgreichen Konzernen. Bei früheren Rallys, der im Frühjahr 2009 etwa, stiegen alle Aktien, auch die, die eigentlich nix taugten. „Die Flut hebt alle Boote“, heißt eine alte Börsenweisheit, auch die mit Löchern im Rumpf. Diesmal stimmt das nicht. Die ollen Kähne saufen diesmal ab.

Kommentare (11)

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Aktionar

24.08.2012, 13:23 Uhr

och habe doch mal ne Frage,

gibt es heute überhaupt noch Menschen, die kein Portal haben, wo man weltweit Aktien, Derivate,..... long / short kaufen kann?

Warum bei Aktien dann long gehen??
Oder habe ich etwas übersehen?

Account gelöscht!

24.08.2012, 13:28 Uhr

Soso.... ganz ohne Aktien geht es nicht...
Habe seit 2008 keine mehr und kaufe auch keine mehr.
Alles voller Lügen, manipulationen und korruption ....

Ugo

24.08.2012, 13:30 Uhr

Gibt es irgendwo ein verzeichnis aller in deutschland gehandelter aktien zum runterladen in text format?

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