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27.07.2015

13:14 Uhr

Anlagestrategie

Warum ein Banker auf Familienfirmen abfährt

VonPeter Köhler, Susanne Schier, Robert Landgraf

Die französische Finanzgruppe Oddo setzt bei Aktien auf den positiven Einfluss von Dynastien, denn der Mix aus Familienbesitz und Börse zahlt sich aus. Ein besonders wichtiges Kriterium: die Nachfolgeregelung.

Das Familienunternehmen gehört zu den am besten geführten Konzernen in ganz Europa. Reuters

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Das Familienunternehmen gehört zu den am besten geführten Konzernen in ganz Europa.

FrankfurtAngefangen hat alles im Jahr 1849 mit einem Aktienhändler in Marseille. Heute ist die französische Finanzgruppe Oddo & Cie in fünfter Generation immer noch mehrheitlich in Familienbesitz – und Firmenchef Philippe Oddo versteht sich deshalb auch als Experte für Unternehmen, in denen Familienstämme und Patriarchen das Sagen haben.

Für ihn zählt vor allem der langfristige Unternehmenserfolg, wie er am Dienstagabend im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten (ICFW) sagte. Konzerne mit Familienbeteiligungen müssten sich nicht so stark auf den kurzfristigen Quartalsgewinn konzentrieren. Gleichwohl schnitten sie besser ab als die übrigen Unternehmen an der Börse. Der Fonds „Oddo Generation B“, der sich auf Gesellschaften in Familienbesitz konzentriert, habe seit 1997 im Schnitt jährlich um 8,6 Prozent zugelegt, der französische Leitindex CAC40 dagegen nur um 4,2 Prozent.

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Unternehmen, die stetig einen Teil ihrer Gewinne investieren und die eine stabile Eigentümerstruktur aufweisen, schneiden demnach besser ab als der Markt. „Familiengeprägte Unternehmen, die an der Börse notiert sind, verbinden die Vorteile aus zwei Welten: Zum einen ist die Strategie meist langfristig ausgerichtet und das Management ist nicht so stark auf einzelne Quartale fixiert. Zum anderen besteht trotzdem der Druck des Kapitalmarkts, profitabel zu arbeiten“, meint Ralf Zimmermann, Aktienstratege vom Bankhaus Lampe.

Wichtigstes Kriterium für den Erfolg von Familienunternehmen ist für die Analysten von Oddo die frühzeitige Nachfolgeregelung. „In der Regel kann ein Vorstandschef nur dann Erfolge erzielen, wenn er das Unternehmen auch gut kennt. Wichtig ist zudem, dass der Vorstandschef maximal einen Aufsichtsratssitz in einer anderen Gesellschaft hat. Für mehr fehlt ihm die Zeit, wenn er ein guter Vorstand sein will“, sagte Oddo.

Wie schwer die Stabübergabe sein kann, erfährt Oddo derzeit auch im eigenen Haus. Bei seinen drei Töchtern und dem Sohn ist noch offen, ob sie die Banker-Dynastie in Zukunft führen wollen.

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