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02.01.2016

08:40 Uhr

Anlegen 2016 - Teil 12 - Aktien USA

Auf die großen Fische setzen

VonFrank Wiebe

Die meisten Analysten zeigen für 2016 vorsichtigen Optimismus für US-Aktien. Aber sie schlagen sehr unterschiedliche Strategien vor. Unter den empfohlenen Aktien sind Titel, die zuletzt wenig Beachtung gefunden haben.

Für die Aktienanlage in den USA empfehlen viele Experten, auf bestimmte große Werte zu setzen. Imago

Großer Fang in Tennessee

Für die Aktienanlage in den USA empfehlen viele Experten, auf bestimmte große Werte zu setzen.

New YorkIn ein paar Punkten sind sich Savita Subramanian von Merrill Lynch und David Bianco von der Deutschen Bank einig. Der S&P 500, der wichtigste Aktienindex der USA, wird nach ihrer einhelligen Prognose im Lauf des kommenden Jahres auf 2.200 Punkte steigen, während etwa Goldman Sachs kaum Kursgewinne erwartet.

Die Gewinne der Unternehmen werden im Durchschnitt um rund fünf Prozent wachsen, sagen sie. Und es sei wichtig, Unternehmen mit starken Bilanzen zu wählen. Denn wenn die Zinsen tendenziell steigen, sei von dem Versuch abzuraten, die Rendite durch hohe Verschuldung künstlich aufzupeppen, betont vor allem Subramanian. Außerdem sind beide Chef-Strategen davon überzeugt, dass große Unternehmen gegenüber kleinen zu bevorzugen sind.

Doch damit sind die Gemeinsamkeiten erschöpft. Subramanian rät: „Machen Sie 2016 das Gegenteil von dem, was in den vergangenen Jahren funktioniert hat.“ Bianco sagt dagegen: „Unserer Meinung nach wird das, was bisher funktioniert hat, auch 2016 gut laufen.“ Entsprechend unterschiedlich fällt der Branchenmix aus. Subramanian rät davon ab, Versorger und andere Unternehmen mit hoher Dividendenrendite zu kaufen. Diese Aktien sind in letzter Zeit von Anlegern gekauft worden, die zu Zeiten höherer Zinsen eigentlich Anleihen bevorzugen – etwa von Leuten im Ruhestand.

Die Merrill-Strategin glaubt, dass diese Gruppe sich aus solchen Aktien verabschieden wird, wenn die Zinsen anziehen. Ähnlich urteilt Russ Koesterich, Chefstratege der Fondsgesellschaft Blackrock: „Ich rate von Aktien ab, die ein ähnliches Profil wie Anleihen haben.“ Bianco ist dagegen überzeugt, dass sie noch lange attraktiv bleiben. Auf der Empfehlungsliste seiner Bank stehen mit American Electric Power, Exelon und Next-Era gleich drei Versorger.

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Subramanian glaubt, dass es sich im kommenden Jahr wieder lohnen wird, Unternehmen mit relativ niedriger Bewertung kaufen. In den vergangenen Jahren liefen dagegen so genannte Wachstums-Titel besser, doch die hält sie inzwischen für überbewertet. Sie ist auch skeptisch gegenüber den allseits beliebten Tech-Titeln wie Amazon, Google oder Apple: „Da drängeln sich schon so viele Anleger.“ Ihrer Meinung nach sind zurzeit starke Unternehmen im klassischen Technologie-Bereich attraktiv, als Beispiel nennt sie General Electric und 3M.

Hintergrund dafür ist auch, dass nach ihrer Meinung der Dollar im nächsten Jahr deutlich langsamer gegenüber anderen Währungen steigen wird als in den vergangenen Monaten. In einem Basket von Goldman Sachs, der eine Auswahl von Unternehmen mit starker Bilanz darstellt, ist 3M mit Abstand der größte Industriewert, danach folgt mit weitem Abstand in der Marktkapitalisierung Rockwell Automation, General Electric ist dagegen nicht vertreten.

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