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05.01.2016

06:15 Uhr

Anlegen 2016 - Teil 14 - Leser-Erwartungen

Die Gefahr eines heftigen Dax-Einbruchs droht

VonJessica Schwarzer

Zum Jahresauftakt hat der Dax einen Fehlstart hingelegt – und könnte Anlegern einen Vorgeschmack darauf gegeben haben, was ihnen in diesem Jahr blüht. Noch immer sind Börsianer zu optimistisch, und das ist gefährlich.

Konzentriert blickt ein Aktienhändler auf seine Monitore. Wie weit fallen die Kurse noch? dpa

Händler an der Börse Frankfurt

Konzentriert blickt ein Aktienhändler auf seine Monitore. Wie weit fallen die Kurse noch?

DüsseldorfDamit hatten Börsianer nicht gerechnet. Pünktlich zum Jahresauftakt rumst es an der Börse, und zwar richtig. Das Störfeuer kam mal wieder aus China, die Panikwelle erfasste aber auch andere Weltmärkte. Allen voran den Dax, der am Montag unter 10.300 Punkte fiel. Das könnte ein Vorgeschmack darauf gewesen sein, was Anlegern in den kommenden Monaten blüht.

Es besteht nämlich durchaus die Gefahr eines heftigen Dax-Einbruchs, wie die exklusive Analyse der Dax-Umfrage unter Handelsblatt-Lesern zeigt. „Zwar haben die Umfrage-Teilnehmer moderate Erwartungen, aber es ist immer noch zu viel Hoffnung im Markt“, sagt Stephan Heibel vom Analysehaus Animusx, das die Umfrage regelmäßig auswertet. Mit Blick auf viele Krisen sei eine Art Gewöhnungseffekt zu beobachten. Die Gefahr, dass die politischen Spannungen auch innerhalb der Europäischen Union weiter zunehmen, würden Anleger derzeit nicht erwarten.

Die besten Anlagen 2015

Deutsche Staatsanleihen

Es war vor allem die Europäische Zentralbank die mit ihren Anleihekäufen die Kurse auch der deutschen Staatsbonds immer weiter nach oben trieb. Im Gegenzug sackten die Renditen. Zuletzt sind sie aber wieder gestiegen – so dass für Anleger mit Bundesanleihen nur magere Erträge aus Kursgewinnen und Zinsen blieben. Wer 100.000 Euro in einen Korb aus Bundesbonds steckte hat jetzt 100.310 Euro auf dem Konto. Das ist weniger als sich im Schnitt mit Tagesgeld erwirtschaften ließ.

Stand: 30.12.2015, 11.30 Uhr; Wertentwicklung ohne Transaktionskosten
Quelle: Bloomberg

Aktien Euro-Zone

Die Spreizung im Euro-Raum ist recht groß. Der größte Gewinner in diesem Jahr ist bislang die Börse in Dublin, die mehr als 30 Prozent zulegte. Die Indizes in Spanien, Luxemburg und vor allem in Griechenland und Zypern stürzten dagegen ab. Der Euro Stoxx 50 für die Standardwerte im Euro-Raum gewann 5,1 Prozent, somit wurden aus 100.000 Euro 105.100 Euro.

Deutsche Aktien

Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro in den Dax gesteckt hat, kann sich über ein Plus von 10,26 Prozent, also von 10.260 Euro freuen Noch viel besser entwickelten sich Nebenwerte. Der MDax der mittelgroßen Aktien legte rund 23 Prozent zu, der TecDax 34 Prozent. Auch an anderen europäischen Börsen hatten die Small Caps oft die Nase vorn.

Amerikanische Staatsanleihen

Die Zinserhöhung der US-Notenbank im Dezember konnte US-Bonds bislang nicht viel anhaben. Unter dem Strich und im Mittel aller Laufzeiten sind die Kurse etwas höher als zu Jahresbeginn – und die Renditen entsprechend leicht gesunken. In Dollar gerechnet brachten US-Staatsanleihen Investoren so einen Gesamtertrag aus Zinsen und Kursgewinnen von gut einem Prozent. Da der US-Dollar jedoch deutlich zulegte, profitierten Euro-Anleger: Sie können sich 100.000 in US-Staatsanleihen angelegten Euro jetzt über einen Depotstand von 111.650 Euro freuen.

US-Aktien

Die US-Börsen haben sich von ihrem Einbruch im Sommer erholt – und nach jüngsten Spurt bislang ein mageres Jahresplus geschafft. Der gestiegene Dollar hilft aber Euro-Investoren, die nicht währungsgesichert in den USA angelegt haben. Der S&P 500 stieg in Euro gerechnet um 11,81 Prozent. Aus 100 000 Euro wurden bis kurz vor Jahresschluss 111.810 Euro.

Chinesische Aktien

Kaum eine Börse war so in den Schlagzeilen wie die chinesische. Bis zum Frühjahr stieg sie rasant – dann kam der Absturz. Dabei schreckten die Sorgen um eine Abschwächung der Wirtschaft der Volksrepublik die Investoren weltweit auf. Dennoch notierten der Leitindex Shanghai Composite immer noch deutlich fester als zu Beginn 2015 und auch der Yuan hat auf Jahressicht zum Euro zugelegt. So wurden aus 100.000 im Shanghai Composite angelegten Euro 116.980 Euro

Japanische Aktien

Die Notenbank pumpt weiter Geld in den Markt und das Reformprogramm von Ministerpräsident Shinzo Abe zur Ankurbelung der Wirtschaft greift – wenn auch langsamer als viele erwartet hatten. Entsprechend holprig ging es auch 2015 am japanischen Aktienmarkt zu. Unter dem Strich gilt jedoch: Der Nikkei 225 Index gewann 2015 gut neun Prozent. Gleichzeitig wertete der Yen zum Euro kräftig auf. 100.000 in den Index investierten Euro vermehrten sich deshalb auf 120.020 Euro.

Griechische Staatsanleihen

Auch sie verblüffen Investoren und gelten als zu riskant für eine seriöse Anlage. Im Sommer fürchteten die wenigen Anleger die noch griechische Bonds handeln den Austritt Griechenlands aus dem Euro-Raum. Die Kurse der Staatsbonds fielen drastisch. Sie erholen sich jedoch seit sich das dritte Hilfspaket für Hellas abzeichnet. Die Folge: Wer 100.000 Euro in griechische Staatsbonds verfügte hat jetzt 121.190 Euro.

Venezolanische Aktien

Die Börse in Caracas ist der Überraschungssieger des Jahres, und das obwohl die Wirtschaft das dritte Jahr in Folge in der Rezession steckt. An der Börse werden jedoch nur sehr wenige Aktien gehandelt, die Umsätze liegen täglich bei meist nur ein paar tausend Dollar. Aktien sind aber für venezolanische Investoren eine Möglichkeit ihre Bolivar vor dem Wertverfall angesichts der Inflation von 160 Prozent zu retten. Außer den heimischen Investoren legt kaum jemand Geld in Caracas an. Dennoch: Theoretisch konnten Anleger 361.80 Euro verdienen, wenn sie Anfang des Jahres 100.000 Euro in Venezuelas Leitindex IBC investierten.

Das durchschnittliche Kursziel für den Dax liegt deshalb bei 11.272 Punkten. Das entspricht einem Kursplus von fünf Prozent und spiegelt damit verhaltene Zuversicht der Anleger wieder. Damit würde sich der Dax allerdings schwächer entwickeln als im vergangenen Jahr, in dem er unter heftigen Schwankungen um knapp zehn Prozent auf 10.743 Punkte gestiegen war.
Dass die Schwankungsbreite 2016 ähnlich heftig wird wie im vergangenen Jahr, glauben die Anleger nicht. Immerhin 76 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass der Dax nicht über 12.500 Punkte steigen kann. Und 72 Prozent der Umfrageteilnehmer schließen einen Kursrutsch unter 9.600 Punkte aus.

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