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25.12.2015

16:04 Uhr

Anlegen 2016: Teil 4 – China

Chinas Jahr der Finanzreformen?

VonStephan Scheuer

2016 wird für China turbulent: Der Yuan reiht sich in den Club der Elitewährung des IWF ein, Peking hat den G20-Vorsitz und Staatschef Xi hat Reformen zur Chefsache erklärt. Anleger sollten dennoch auf der Hut sein.

Kann die Volksrepublik 2016 Finanzreformen wirklich durchsetzen?

Chinesische Glückskatze

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PekingChinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hält alle Zügel in der Hand. Drei Tage lang konferierte er mit den wichtigsten Wirtschaftsentscheidern. Zum Abschluss der Tagung steht das Versprechen auf umfassende Finanzreformen im kommenden Jahr. Xi will den Finanzmarkt weiter liberalisieren lassen und mit einer lockeren Geldpolitik das Wachstum auf Kurs halten, verbreitete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Finanzprofessor Su Lijun von der Eliteuniversität Fudan in Schanghai erwartet ein Reformpaket im kommenden Jahr. „Es wird 2016 weitreichende Neuerungen geben. Es wird aber dauern, bis sie große Ergebnisse produzieren“, sagte Su dem Handelsblatt. „An erster Stelle steht der Umbau des Wirtschaftsmodells weg vom Export hin zu mehr Binnenkonsum“, betonte Su. Zudem müsse die Regierung Unternehmern mehr Entscheidungsspielräume gestatten. An letzter Stelle stehe der Ausbau des Dienstleistungssektors.

Peking hat sich einen weitreichenden Maßnahmenkatalog zugelegt. Die von der Tagung „Central Economic Work Conference“ aufgestellten Ziele reichen von der Entschärfung der Lage auf dem Immobilienmarkt, über die Bekämpfung der Überproduktion in vielen Branchen bis hin zur Reform des Systems zur Wohnortanmeldung, das bis heute die Stadtbewohner in zwei Klassen einteilt.

Zahlen und Fakten zu China

Bevölkerung

China ist mit 1,37 Milliarden Menschen das bevölkerungsreichste Land der Erde.

Fläche

Auf einer Fläche von rund 9,5 Millionen Quadratkilometern ist China in 22 Provinzen und fünf Autonome Regionen gegliedert.

Sonderverwaltungszonen

Dazu kommen die beiden Sonderverwaltungsregionen Hongkong und Macau.

Hauptstadt

Die Hauptstadt des Reichs der Mitte ist Peking. Dort allein leben mehr als 20 Millionen Menschen – und das sind nur die offiziellen Zahlen.

Han und Minderheiten

Die große Mehrheit der Bevölkerung sind Han-Chinesen (91,6 Prozent), dazu kommen 55 Minderheiten.

Religion

Rund ein Fünftel der Bevölkerung hängt Volksreligionen an, dazu kommen sechs Prozent Buddhisten und 2,4 Prozent Muslime.

Stadt und Land

Mit 749 Millionen Menschen lebt die Mehrheit der Bürger (55 Prozent) in Städten.

Auf der finanzpolitischen Agenda steht zudem für China der Aufstieg der Landeswährung Renminbi, auch Yuan genannt, zur globalen Reservewährung. Neben US-Dollar, Euro, britischem Pfund und japanischem Yen soll der Yuan von Oktober 2016 an zur Berechnung der „Sonderziehungsrechte“ des Internationale Währungsfonds (IWF) herangezogen werden, einer Kunstwährung, in der der IWF seine Geschäfte abwickelt.

Der Renminbi wird mit 10,9 Prozent im neuen Währungskorb eingehen und hält damit das drittgrößte Gewicht. Größter Verlierer ist der Euro, dessen Anteil von 37,4 Prozent auf gut 30 Prozent fallen wird. Für Peking ist die Aufnahme ein wichtiger Erfolg. Auch wenn er zunächst keine ökonomischen Auswirkungen hat, würdigt er die internationale Bedeutung der chinesischen Währung.

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Und für die Volksrepublik gibt es einen weiteren Durchbruch. Nach Jahrelanger Blockade machte der US-Senat vergangene Woche den Weg für eine Reform der IWF-Stimmrechte frei. Schon vor fünf Jahren wurden die geplanten Veränderungen als historischer Akt gefeiert, werden aber erst jetzt langsam Wirklichkeit. Die Schwellenländer – allen voran China – sollen nun mehr Einfluss in der mächtigen Finanzorganisation bekommen. Es ist die größte Reform in der rund 70-jährigen IWF-Geschichte.

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