Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.12.2015

06:45 Uhr

Anlegen 2016 - Teil 7 - Aktien Schwellenländer

Mehr Chancen als Risiken

VonJessica Schwarzer

Die Schwächephase der Schwellenländer-Börsen könnte schon bald enden. Experten halten die Korrektur für übertrieben und raten zum Einstieg. Anleger sollten aber die Risiken im Auge behalten. Von denen gibt es einige.

Die Entwicklung Chinas ist entscheidend für die Emerging Markets. dpa

Chinesischer Drache

Die Entwicklung Chinas ist entscheidend für die Emerging Markets.

DüsseldorfDie Börsen in den aufstrebenden Schwellenländern könnten 2016 vor dem Comeback stehen. Experten sind verhalten optimistisch, dass es mit den gebeutelten Aktienbörsen in den sogenannten Emerging Markets wieder aufwärts geht. Endlich, werden viele Anleger sagen. In den vergangenen Jahren war dort nämlich nicht viel zu holen.

Der Schwellenländer-Index MSCI Emerging Markets verlor binnen fünf Jahren fast 30 Prozent. Mit einem Minus von 24 Prozent schnitt der Index auf Sicht von drei Jahren kaum besser ab. Auch 2015 lief es eher mau, auf gut 17 Prozent summiert sich das Minus des Schwellenländer-Barometers seit Jahresbeginn. Zum Vergleich: Der Dax liegt fast zehn Prozent im Plus, der Dow Jones hingegen knapp zwei Prozent im Minus. Die Bilanz des MSCI Emerging Markets ist deutlich schlechter.

So legen die Deutschen an

Sparbuch und Tagesgeld über alles

Deutsche Anleger bleiben ihrem Sparbuch sowie dem Tagesgeldkonto treu (77,3 Prozent) – und das obwohl zwei von drei Befragten davon ausgehen, dass das niedrige Zinsniveau in Europa noch mindestens drei bis fünf Jahre anhalten wird (65,4 Prozent). Auf dem zweiten Platz folgen Aktien bzw. Aktienfonds, in die 26,1 Prozent der Befragten investiert sind. Immobilien- oder Immobilienfondsanlagen halten 19,1 Prozent, Anleihen oder Rentenfonds 12,4 Prozent der Anleger. 9,5 Prozent der Befragten haben derzeit kein Geld in einer der genannten Anlageformen investiert.

 

Quelle: Goldman Sachs Asset Management/TNS Infratest (Oktober 2015)

Sicherheit ist Trumpf

Sicherheit bleibt unverändert das wichtigste Kriterium bei der Entscheidung über die eigene Geldanlage (61,8 Prozent). Die ständige Verfügbarkeit des Geldes ist 29,4 Prozent der Anleger am wichtigsten, eine hohe Rendite nannten lediglich 6,8 Prozent der Befragten als wichtigstes Kriterium.

Wirtschaftliche Krisen als größtes Risiko

Als größte Risiken für ihre Geldanlage sehen private Investoren wirtschaftliche Krisen (42,9 Prozent). Mit deutlichem Abstand folgen Inflation und politischen Krisen (22,1 Prozent bzw. 15,6 Prozent). Staatsverschuldung und Deflation spielen, wie im vergangenen Jahr, eine vergleichsweise untergeordnete Rolle.

Frustrierte Sparer, zufriedene Aktionäre

60,4 Prozent der Anleger, die ein Sparbuch oder Tagesgeldkonto haben, sind eher unzufrieden oder sogar äußerst unzufrieden mit ihrer Geldanlage. Mit ihren Erträgen bei Aktien/Aktienfonds, die gerade im aktuellen Niedrigzinsumfeld bessere Renditen versprechen, sind 69,2 Prozent sehr zufrieden oder eher zufrieden, mit Anleihen/Rentenfonds 62,7 Prozent. Am zufriedensten sind Immobilien- bzw. Immobilienfondsanleger mit ihren Erträgen: Hier geben über drei Viertel der Anleger an, sehr zufrieden oder eher zufrieden zu sein (78,4 Prozent).

2016 könnte nun die Wende kommen. „Die Schwellenländer haben eine anhaltende und ausgeprägte Schwächephase erlebt. Aber es mehren sich die Anzeichen, dass die Talsohle erreicht ist und es bald wieder aufwärts gehen kann“, erklärt Cornel Bruhin, Fondsmanager bei der Fondsboutique Mainfirst. „Mutige Anleger positionieren sich jetzt.“ Hauptgrund für die Kursrückgänge waren die Preiseinbrüche an den Rohstoffmärkten. „Aktien und Anleihen aus Schwellenländern litten in den vergangenen zwei Jahren unter starken Abflüssen“, so Bruhin. „Die Positionierung von Investoren ist mittlerweile so niedrig wie zuletzt 2001/2002.“

Doch das könnte sich bald ändern. „Die Erwartungen der Marktteilnehmer für die Emerging Markets haben sich so weit ins Negative verkehrt, dass schon der Wandel hin zu neutralen Erwartungen relativ gesehen eine starke Verbesserung bedeutet und die Kurse positiv bewegen würde“, sagt Bruhin. Die Umkehr ins positive Sentiment stehe zwar am Anfang, „aber die Richtung stimmt“. Schon bei leichten Zuflüssen könne sich die Stimmung in den kommenden Monaten schnell aufhellen und zu einer stark positiven Kursentwicklung führen.

Viermal Chance, viermal Risiko: Wie Sie in der Nullzinswelt noch anlegen können

Viermal Chance, viermal Risiko

Premium Wie Sie in der Nullzinswelt noch anlegen können

Die Geldpolitik der EZB sorgt für Anlagenotstand: Welche Investments in der Welt der anhaltenden Niedrigzinsen noch hohe Erträge versprechen. Und von welchen Geldanlagen die Deutschen derzeit lieber die Finger lassen sollten.

Auch Hugh Young sieht 2016 Chancen in den Schwellenländern. Der Managing Director Asien bei Aberdeen Asset Management sieht die Entwicklung der Aktienmärkte in den Schwellenländern in engem Zusammenhang mit den bevorstehenden geldpolitischen Entscheidungen der globalen Notenbanken. Nach einem harten Jahr könnte es für asiatische Aktien zu einem Rebound kommen, schätzt Hugh Young. „Wir haben den Eindruck, dass das spekulative Geld größtenteils schon aus den Märkten abgezogen wurde und die Aktienkurse bei der Korrektur meist über das Ziel hinausgeschossen sind“, sagt er. „Unser konträrer Marktinstinkt sagt uns, dass es noch viel mehr Anlagemöglichkeiten geben wird, insbesondere während der wohl noch einige Zeit anhaltenden Turbulenzen. Asiens verheißungsvoller Glanz ist daher keineswegs verblasst.“

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frau Annette Bollmohr

29.12.2015, 11:27 Uhr

Zu Ihrem - leider nicht kommentierbaren – Premium-Artikel „Top 100-Ranking - Amerikas Konzerne dominieren die Weltwirtschaft, daraus „(…) ihre Konzerne konnten den Kampf um die globale Führung eindeutig für sich entscheiden“:

„If you can’t beat them, join them.

Nur so kann man dafür sorgen, dass die (in diesem Fall Google) sich tatsächlich an ihre Prinzipien („don’t be evil) halten.

Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft.

Aber letzten Endes kommt es immer noch darauf an, dass wir alle miteinander vorwärtskommen.

Da ein bisschen aufzupassen, dürfte für jeden, der in unserer geldgesteuerten „Spaßgesellschaft“ noch nicht völlig verblödet und IT-mäßig halbwegs auf Zack nicht nur kein Problem, sondern Herausforderung sein, oder?

Zumal die Weltgemeinschaft es inzwischen geschafft hat, sich auf gewisse ethische Grundregeln zu einigen, die – auch wenn sie leider noch längst nicht überall zur Geltung kommen, so doch immerhin allgemein als gültig anerkannt sind . Da müssten wir es doch eigentlich schaffen, dafür zu sorgen dass die Zeiten, in denen sich die Vertreter von Partikularinteressen durchsetzen konnten endgültig vorbei sind.

Immer vorausgesetzt natürlich, dass sich - wie ja Gottseidank bislang noch immer - genug Leute finden lassen, die sich nicht so leicht für dumm verkaufen lassen (Stichwort "Spaßgesellschaft", s.o.) .

Da hat man dann ganz nebenbei auch die Möglichkeit dafür zu sorgen, dass die Chancen tatsächlich größer als die Risiken sind...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×