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04.01.2017

10:57 Uhr

Anlegen 2017 – Leser-Erwartungen

„Wir werden viele Überraschungen erleben“

VonJürgen Röder

Anleger erwarten ein schnelles Ende der Trump-Rally an den Börsen und glauben, dass es bereits ab Februar mit dem Dax abwärts geht. Doch das Risiko ist größer, steigenden Kursen hinterherlaufen zu müssen.

Für 2017 rechnet Börsenexperte Stephan Heibel mit Unerwartetem. dpa

Überraschungsjahr an der Börse?

Für 2017 rechnet Börsenexperte Stephan Heibel mit Unerwartetem.

DüsseldorfDie Alternativlosigkeit der Aktie bleibt auch im Jahr 2017 bestehen – doch gleichzeitig wird den Märkten kein allzu großes Kurspotenzial zugeschrieben. Das ergibt sich aus der jährlichen Handelsblatt-Umfrage unter mehr als 2300 Anlegern.

Für den Börsenexperten Stephan Heibel, der die Erhebung auswertet, sind die eher verhaltenen Erwartungen aus Sicht der Sentiment-Theorie gute Voraussetzungen für steigende Aktienkurse in diesem Börsenjahr. Denn aus Sicht der Börsenstimmung gilt: Je stärker die Skepsis an der Börse, desto größer das Lager der Kaufwilligen und umgekehrt. Hingegen rechnen bei einer euphorischen Stimmung fast alle Anleger mit weiter steigenden Kursen. Sind aber fast alle schon investiert und bereit zum Absprung, dann ist es höchste Zeit zu verkaufen. Umgekehrt ist jemand, der skeptisch ist und fallende Kurse erwartet, wohl noch nicht investiert – sonst hätte er ja bereits gekauft.

Das durchschnittliche Kursziel der Leser zum Jahresende liegt bei 12.241Punkten für den deutschen Leitindex. Das entspricht einem Kursplus von sieben Prozent und spiegelt zumindest Zuversicht der Anleger wider. Welche Bedeutung dieses durchschnittliche Kursziel hat, zeigt der Vergleich Prognose mit Dax-Jahresendstand aus den Jahren 2015 und 2016, als diese Umfrage erstmals erhoben wurde. 2015 betrug die Differenz weniger als ein Prozent, 2016 lag sie unter zwei Prozent.

Anfang 2016 prophezeite Stephan Heibel, Inhaber des Analysehauses Animusx, auch einen deutlichen Kurseinbruch. Der fand im Februar statt, als der Dax auf 8700 Punkte rutschte.


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Die diesjährige Umfrage zeigt auch: Sollte der Dax im Verlauf des Jahres die Marke von 12.400 Punkten überspringen, so wird jeder zweite Anleger auf dem falschen Fuß erwischt. Um noch von den Kursanstiegen zu profitieren, werden sie Aktien nachkaufen müssen. Und heizen dann die Rally weiter an.

So gehen sogar 82 Prozent der Anleger davon aus, dass der Dax im laufenden Jahr nicht über 13.000 Punkte steigen kann. Das wäre ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Jahresschlusstand. Und 81 Prozent der befragten Anleger schließen einen Kursrutsch unter 9.000 Punkte aus, was ein Minus von 22 Prozent bedeuten würde.

Kommentare (9)

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Frau Annette Bollmohr

04.01.2017, 11:17 Uhr

„Die Einkommen müssen gleichmäßiger verteilt sein“, fordert Christine Lagarde in ihrem Gastkommentar (heute im HB auf der letzten Seite).

Da sagt sie was. Ich bin schon froh, dass wir jetzt wenigstens den Mindestlohn haben (die beste Argumentation dafür habe ich damals als er eingeführt in dem Gastkommentar „Das Ende der Lakaienhaltung“ von Herrn Eberhard Sasse gelesen).

Ich habe einen ziemlich „bunten“ Lebenslauf und meine Erfahrung ist jedenfalls:
Die Höhe des Lohns steht quasi im genau umgekehrten Verhältnis zur Höhe der Anforderungen (dem Anstrengungsgrad, also Schwere der Arbeit, dem „Ätzgrad“, und auch der Verantwortung), ist also reine Glückssache.

Das muss sich wirklich ändern. So müssten, wenn alles mit rechten Dingen zuginge, beispielsweise die mit dem Abwracken ausgedienter Schiffe betrauten Arbeiter in dem HB-Artikel http://www.handelsblatt.com/my/unternehmen/handel-konsumgueter/schiffsfriedhof-von-alang-schoener-abwracken/19201712.html um ein Vielfaches besser bezahlt werden als z.B. die meisten einfacheren „white collar“-Jobs.

Ich bleibe dabei: Egal, ob unser aktuelles Finanzsystem nun irgendwann „zusammenkracht“ (und ein komplett neu strukturiert werden muss) oder ob seine Grundstrukturen, d.h. insbesondere die aktuelle Funktion des Geldes erhalten bleiben: Wir brauchen dringend eine Neubewertung aller - materiellen wie immateriellen! - „Assets“.

Herr Max Marx

04.01.2017, 11:28 Uhr

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Lothar dM

04.01.2017, 11:29 Uhr

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