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04.01.2017

15:17 Uhr

Anlegen 2017 – Teil 13 – Kreditzinsen

Schuldner müssen Tempo machen

VonPeter Köhler

Die Zeit der ultra-niedrigen Zinsen neigt sich dem Ende zu. Wer sich verschulden will, der sollte rasch handeln, denn die Konditionen könnten sich für die Kreditnehmer schon bald verschlechtern.

Die Zinskonditionen ändern sich – zum Nachteil der Kreditnehmer. Wer Schulden machen will, muss sich sputen. dpa

Eile gefragt

Die Zinskonditionen ändern sich – zum Nachteil der Kreditnehmer. Wer Schulden machen will, muss sich sputen.

FrankfurtÜbergangsphasen haben ihre Tücken. Das gilt in diesem Jahr für die Welt der Zinsen. Die ultralockere Geldpolitik in Europa und die kommenden staatlichen Ausgabenprogramme in Amerika sorgen für steigende Inflationszahlen und werden zunächst in den USA die Leitzinsen steigen lassen, während die Europäische Zentralbank (EZB) hierbei zumindest in diesem Jahr noch tatenlos zusehen will.

Aber die Tendenz ist klar – und damit auch die Konsequenz: die Kreditzinsen bewegen sich nach ihren Rekordtiefs im vergangenen Jahr allmählich wieder nach oben. „Wir gehen davon aus, dass die Zinsen insgesamt stabil bleiben werden. Wer also einen Kredit aufnehmen möchte, der sollte nicht auf (noch) niedrigere Zinsen spekulieren“, sagt Alexander Artopé, CEO des Vergleichsportals Smava. Die Inflation in Deutschland stieg im Dezember um 1,7 Prozent, in der gesamten Euro-Zone kletterte die jährliche Teuerungsrate zum Jahreswechsel auf 1,1 Prozent und war damit fast doppelt so hoch wie im gleichen Zeitraum 2016 – das macht der EZB Druck, von ihrer Nullzinspolitik abzuweichen.

Wie die Welt im Jahr 2015 ihr Geld anlegt

Nordamerika

Anlageklassen in Prozent des Brutto-Geldvermögens

Bankeinlagen: 14 Prozent

Wertpapiere: 51 Prozent

Versicherungen und Pensionen: 32 Prozent

Sonstige Forderungen: 3 Prozent

Quellen: Allianz Wealth Report (Nationale Zentralbanken und Statistikämter, Allianz SE)

Westeuropa

Bankeinlagen: 30 Prozent

Wertpapiere: 27 Prozent

Versicherungen und Pensionen: 40 Prozent

Sonstige Forderungen: 3 Prozent

Osteuropa

Bankeinlagen: 54 Prozent

Wertpapiere: 28 Prozent

Versicherungen und Pensionen: 10 Prozent

Sonstige Forderungen: 8 Prozent

Asien

Bankeinlagen: 44 Prozent

Wertpapiere: 41 Prozent

Versicherungen und Pensionen: 13 Prozent

Sonstige Forderungen: 2 Prozent

Hinweis: Japan ist in dieser Kategorie nicht gelistet

Japan

Bankeinlagen: 53 Prozent

Wertpapiere:18 Prozent

Versicherungen und Pensionen: 28 Prozent

Sonstige Forderungen: 1 Prozent

Ozeanien

Bankeinlagen: 23 Prozent

Wertpapiere: 24 Prozent

Versicherungen und Pensionen: 52 Prozent

Sonstige Forderungen: 1 Prozent

Lateinamerika

Bankeinlagen: 23 Prozent

Wertpapiere: 41 Prozent

Versicherungen und Pensionen: 33 Prozent

Sonstige Forderungen: 3 Prozent

Langsam aber sicher bekommen die Kreditnehmer die veränderte geldpolitische Situation zu spüren. Im vergangenen Jahr lag der effektive Jahreszins für Konsumentenkredite im Schnitt bei 5,91 Prozent. Gegenüber 2015 war dies schon ein leichter Anstieg von knapp 0,2 Prozentpunkten.

Wer also ein Auto, neue Möbel oder den nächsten Urlaub finanzieren möchte, sollte die aktuellen Zinsen festzurren, denn dauerhaft billiger wird es aller Voraussicht nach nicht werden. Und wer den Abschluss über das Internet sucht, der kann günstigere Konditionen rausholen. Laut Smava zahlten die Online-Kreditnehmer dort durchschnittlich nur 4,36 Prozent.

Zwar locken die Geldhäuser mit effektiven Jahreszinsen von teilweise unter zwei Prozent, doch diese gelten nur für die allerwenigsten Kreditnehmer. Nach der Schufa-Abfrage kommt bei den meisten Antragstellern mit großer Wahrscheinlichkeit eher der Durchschnittswert zwischen 5,5 und 6,5 Prozent heraus. Die absoluten Top-Konditionen bekommen laut Expertenschätzungen nur drei bis fünf Prozent der Kunden.

Interessant ist vor diesem Hintergrund das jüngste Angebot des Automobilclubs ADAC, der für Mitglieder mit einem bonitätsunabhängigen effektiven Jahreszins von 2,99 Prozent wirbt. Das Darlehen gilt für Summen von 2500 bis 50.000 Euro für den Kauf von Autos, Motorrädern und Caravans.

Kommentare (22)

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Herr Percy Stuart

04.01.2017, 15:52 Uhr

Es wird sich niemand zwingend neu verschulden, weil jeder versucht, seine Kredite schnellstmöglich abzubauen. Jedenfalls ist dies so bei den Privatleuten, die haben bereits ihre Altkredite, zu niedrigen Zinssätzen umgeschuldet, um weniger Schuldzinsen zu bezahlen.
Heute macht doch niemand mehr freiwillig Konsumschulden, vor allem nicht bei diesen unsicheren Zukunftsaussichten.
Nein liebe Freunde der Sonne, über hohen Kreditzinsen bei den Schuldnern euer überschüssiges Kapitalvermögen zu vermehren, die Zeiten sind endgültig vorbei.
Die Leute sind aufgewacht, die wollen sich nicht mehr länger in Abhängigkeiten und Verpflichtungen der Bankster begeben.
Die Menschen wollen wieder finanziell frei sein, sie wollen nicht mehr länger in langlaufenden Kreditverträgen gefangen sein und jahrelangen Ratenabzahlungsverpflichtungen nachkommen müssen, welche zudem noch Geld kosten.
Nur ohne Schulden lässt sich wieder die Kontrolle und Freiheit über das eigene Leben zurückgewinnen.

Account gelöscht!

04.01.2017, 15:52 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

Leonardo Cizikil

04.01.2017, 15:53 Uhr

Absoluter Blödsinn! Wenn den Zinsen steigen sollten, dann gehen viele Länder pleite wie Italien, Griechenland, Spanien, Portugal aber auch die USA.
Also sollten die Zinsen stärker steigen, fällt das Kartenhaus in sich zusammen.
SCREW the best ghost

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