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25.12.2016

14:15 Uhr

Anlegen 2017 – Teil 4 – Gold

Was jetzt für Gold spricht

VonIngo Narat

Trotz eines Kurseinbruchs in den vergangenen Wochen: Gold bescherte Anlegern 2016 gute Erträge. Und auch für das kommende Jahr ist die Perspektive nach Ansicht vieler Beobachter gut. Aufziehender Inflation sei Dank.

Auf Jahressicht deutlich im Plus – trotz eines Kurseinbruchs in den vergangenen Wochen: Gold. dpa

Goldbarren

Auf Jahressicht deutlich im Plus – trotz eines Kurseinbruchs in den vergangenen Wochen: Gold.

FrankfurtFür Rohstoffe neigt sich ein gutes Jahr dem Ende. Erstmals seit einer halben Dekade wird der Sektor im Ganzen das Jahr mit einem Plus beenden. Der Boden, so lautet die Einschätzung vieler Experten, sei nun durchschritten. Treiber waren negative Zinsen und die wachsende geopolitische Unsicherheit. Am meisten haben davon jedoch nicht die Edel-, sondern die Industriemetalle profitiert. Zink legte um knapp zwei Drittel an Wert zu.

Hinter Gold liegt zwar ebenso ein positives Jahr mit einem Plus von sieben Prozent. Doch es war eben auch sehr turbulent. Bis zum Sommer kletterte der Goldpreis um knapp 30 Prozent auf über 1350 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Der Anstieg war nicht zuletzt durch den Zufluss in Goldfonds getrieben. Doch nach den US-Wahlen schmolzen die Gewinne zeitweise auf 1100 Euro ab. Die Aussichten auf eine starke US-Wirtschaft unter Trump und auf drei weitere Zinsschritte der US-Notenbank Fed im kommenden Jahr lassen den Dollar klettern und den Goldpreis fallen. Wir erklären, was 2017 dennoch für das Edelmetall spricht.

Auf den ersten Blick sieht es angesichts des Umfeldes, nicht zuletzt in den USA nicht gut aus. Auch der Dollar wird weiter steigen. Experten erwarten insgesamt eine gut laufende Weltkonjunktur. Doch gleichzeitig wird eben auch eine steigende Inflation erwartet. Deshalb könnte Gold als Inflationsschutz wieder stärker gefragt sein. Die schweizerische Anlagegesellschaft Tiberius beispielsweise gehört zu den Optimisten. Während die Analystenprognose im Schnitt bei 1280 Dollar liegen, rechnet Tiberius Ende 2017 sogar mit 1450 Dollar je Feinunze.

In manchen Prognosen wirkt sogar ein Faktor belebend, der zum Ausklang dieses Jahres die Preisgewinne beschnitt. Das war die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten. Mit dieser Nachricht verlor Gold einen Teil seiner Anhänger. Manche Metallbesitzer versprachen sich mehr von Aktien, weil sie die Trump-Pläne zur Ankurbelung der Wirtschaft als Börsenchance interpretierten.

Manch andere Fachleute denken allerdings in eine andere Richtung. „Der Markt unterschätzt den Inflationsdruck in den USA“, glaubt beispielsweise Frank Holmes. Chef der Anlagefirma US Global Investors. Er richtet auf eine anderer Facette der Pläne Trumps: die angekündigten Handelseinschränkungen, mit dem Ziel, ausgelagerte Produktion in die USA zurückzuholen.

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

26.12.2016, 14:02 Uhr

"Was jetzt für Gold spricht", heißt die Überschrift Ihres Artikels. Nun bin ich doch verblüfft. Ist Gold jetzt nun plötzlich zum Spekulationsobjekt geworden, das man bei guten Aussichten für das nächste Jahr hält und bei schlechteren Aussichten verkauft?

Bislang habe ich immer gelesen, Gold sei eine Depotbeimischung, die vor allem einen langfristigen Schutz gegen Inflation gewährt. Also rechnen wir einmal ein Beispiel. Seit der Gründung des DAX im Jahr 1988 hat sich ein Portfolio mit DAX-Werten mehr als verzehnfacht. Bei einer Investition in M-DAX-Werte hätte sich der Wert sogar verzeiundzwanzigfacht. Bei einer Investition in Gold aber nur knapp verdreifacht. Wie sich eine Investition in Stattsanleihen oder Immobilien gerechnet hätte, mögen die hoch mögenden Banker selbst errechnen.

Mit ins Bild gehört aber auch, dass der angebliche Inflationsschutz des Goldes nur für sehr lange Zeiträume gilt. Beispiel gefällig? Im Jahr 1980 begann ein 20jähriger Abwärtstrend beim Goldpreis. Statt Inflationsschutz hatte man 20 Jahre lang jedes Jahr nur Vermögensverluste.

Und dann lese ich immer, Gold sei ein Schutz gegen politische Krisen. Stimmt das denn? Wikipedia scheint anderer Meinung zu sein: "In Kriiegszeiten sinkt die Goldnachfrage und damit auch der Goldpreis. Der Hunger und die Verarmung der Bevölkerung führen zu verstärkten Goldverkauf". Wenn das stimmt, sind Euros unter der Matraze als Krisenschutz bei weitem besser.

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