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24.01.2014

12:44 Uhr

Anleger-Umfrage 2014

Im Notfall: Aktien!

VonJörg Hackhausen

Wo steht der Dax am Ende des Jahres? Welche Aktien sind angesagt? Was wird aus Gold? Die Umfrage unter unseren Lesern bringt überraschende Ergebnisse: Über eine Zockeraktie im Dax, gefährlich gute Laune und die Urangst der Deutschen.

dpa

Düsseldorf2014 wird ein Jahr der Aktie – jedenfalls wenn es nach unseren Lesern geht. Wir haben gefragt, welche Anlageklassen in diesem Jahr besonders aussichtsreich sind, welche Aktien im Dax überraschen und welche enttäuschen könnten und wie sich die Inflation entwickeln wird. Insgesamt haben sich 2024 Leser beteiligt.

Dabei zeichnet sich ein klarer Trend ab: Fast 60 Prozent der Befragten halten Aktien in diesem Jahr für die beste Anlage. Auf Platz zwei – allerdings mit weitem Abstand – folgt Gold (16 Prozent), dahinter liegen Immobilien und Cash (jeweils sechs Prozent).

Dabei gelten die Deutschen doch eigentlich als totale Aktienmuffel. Entdecken sie gerade ihre Liebe zur Aktie neu? Oder sind die Leser von Handelsblatt Online gegenüber Wertpapieren besonders aufgeschlossen? Möglich, schließlich dürfte es unter den Lesern einige geben, die selbst an der Börse aktiv sind.

Die Handelsblatt-Anleger-Umfrage 2014

Welche Anlageklasse ist Ihr Favorit?

Aktien 58%
Gold 16%
Immobilien 6%
Liquidität 6%
Rohstoffe 4%
Unternehmensanleihen 3%
Private Equity 2%
Hedgefonds 1%
Staatsanleihen 1%
Ich weiß nicht 3%

Welcher Dax-Wert verspricht die höchste Rendite?

Commerzbank 14%
K+S 7%
Deutsche Bank 5%
BASF 5%
Deutsche Telekom 5%
Eon 5%
Daimler 5%
Volkswagen 4%
BMW 4%

Welcher Dax-Wert verspricht die niedrigste Rendite?

Thyssen-Krupp 12%
Eon 11%
Commerzbank 10%
RWE 8%
K+S 8%
Deutsche Bank 7%
Deutsche Telekom 4%

Welche Region schätzen Sie als Gewinner?

Westeuropa 34%
Nordamerika 24%
Fernost 15%
Lateinamerika 5%
Osteuropa 5%
Afrika 6%
Japan 3%
Australien/Pazifik 2%
Mittlerer Osten 1%
Ich weiß nicht 5%

Welcher Sektor ist Ihr Favorit?

Industrie 23%
Finanzwesen 17%
Basiskonsumgüter 11%
Gesundheitswesen 10%
Energie 8%
IT 7%
Roh-, Hilfs- & Betriebsstoffe 7%
Telekom 4%
Versorgungsbetriebe 4%
Nicht-Basiskonsumgüter 3%
Ich weiß nicht 6%

Wie entwickelt sich das Preisniveau in Deutschland (<1 Jahr)?

Deflation (<0% p.a.): 4 %
Preisstabilität (0%-2,0% p.a.): 79 %
Mäßige Inflation (2,1%-5,0% p.a.): 16 %
Starke Inflation (5,1%-15,0% p.a.): 1 %
Extreme Inflation (ab 15,1% p.a.): 0 %

Wie entwickelt sich das Preisniveau in Deutschland (1-5 Jahre)?

Deflation (<0% p.a.) 92 5 %
Preisstabilität (0%-2,0% p.a.): 34 %
Mäßige Inflation (2,1%-5,0% p.a.): 52 %
Starke Inflation (5,1%-15,0% p.a.): 8 %
Extreme Inflation (ab 15,1% p.a.): 1 %

Wie entwickelt sich das Preisniveau in Deutschland (5-10 Jahre)?

Deflation (<0% p.a.): 3 %
Preisstabilität (0%-2,0% p.a.): 21 %
Mäßige Inflation (2,1%-5,0% p.a.): 48 %
Starke Inflation (5,1%-15,0% p.a.): 21 %
Extreme Inflation (ab 15,1% p.a.: 7 %

Wie entwickelt sich das Preisniveau in Deutschland (>10 Jahre)?

Deflation (<0% p.a.): 3 %
Preisstabilität (0%-2,0% p.a.): 21 %
Mäßige Inflation (2,1%-5,0% p.a.): 48 %
Starke Inflation (5,1%-15,0% p.a.): 21 %
Extreme Inflation (ab 15,1% p.a.): 7 %

Die Umfrage

An der Anleger-Umfrage von Handelsblatt Online in Zusammenarbeit mit Financial.com haben sich insgesamt 2024 Leser beteiligt. Zeitraum: Anfang Januar 2014.

Vielleicht gibt es aber noch einen weiteren Grund für die hohe Aktienquote: „Es herrscht Anlagenotstand. Nur ein Prozent der Befragten favorisiert Staatsanleihen. Das ist verständlich, denn Anleihen werfen kaum noch Zinsen ab. Dadurch werden die Leute in riskantere Anlagen wie etwa Aktien gezwungen“, sagt Joachim Goldberg, der sich als Geschäftsführer des Marktforschers Cognitrend täglich mit der Psyche der Anleger beschäftigt. Aktien kaufen aus der Not heraus, weil es keine lukrativen Alternativen gibt. Das scheint die Maxime zu sein.

Die Mehrheit der Befragten geht davon aus, dass der Dax in diesem Jahr noch weiter zulegen wird. Ein großer Teil der Stimmen verteilt sich auf den Bereich zwischen 10.000 und 11.000 Punkten, der Mittelwert liegt etwa bei 10.300 Punkten. Am Beginn der Umfrage notierte der Dax bei 9.600 Zählern.

„Die Befragten rechnen im Mittel mit einem Plus von sieben Prozent – das ist sehr vernünftig“, sagt Martin Weber, Wirtschaftsprofessor an der Universität Mannheim. Eine Rendite von sieben Prozent sei genau das, was in der Vergangenheit durchschnittlich pro Jahr zu erzielen gewesen sei. Das sei durch zahlreiche lang angelegte Studien über die Aktienmärkte belegt.

Besonders angetan hat es unseren Lesern die Aktie der Commerzbank: Für 14 Prozent der Befragten ist sie die Top-Aktie, gleichzeitig aber für zehn Prozent der Flop schlechthin. Bei keiner anderen Aktie gehen die Meinungen so weit auseinander. Das kann vor allem eines bedeuten – mit der Commerzbank wird auch in diesem Jahr wieder fleißig gezockt.

Kommentare (15)

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yoski

24.01.2014, 13:07 Uhr

Riskantere Anlagen
"Anleihen werfen kaum noch Zinsen ab. Dadurch werden die Leute in riskantere Anlagen wie etwa Aktien"
Ja, wer Risiko scheut deckt sich mit Staatsanleihen ein. Besonders griechische und zypriotische sind da besonders zu empfehlen. /sarcasm off
Der naechste Haircut kommt bestimmt. Bei 1% potentiellen Anlegern im privat Bereich bleiben also nur die Banken und Versicherungen die diesen Schrott noch kaufen.

Seismograph

24.01.2014, 13:40 Uhr

Aber NUR im Notfall!
Ich empfehle, noch schnell auf den gegen die Wand fahrenden Zug aufzuspringen, oder habt ihr etwa keine Lust mehr an die Zockerbanden zu spenden?

Schlaumeier

24.01.2014, 13:50 Uhr

Leute kauft Aktien. Die Eperten, Fondsmanager etc. wollen raus. Jetzt werden wieder DOOFE gesucht, die diesen Leuten Ihren Aktienschrott abnehmen. Dieses mal scheint es nicht zu funktionieren. Kenne keine Privatanleger, der bei diesem DAX-Stand Aktien kaufen will. Also ihr Profi-Ochsen, macht es unter euch aus.

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