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21.11.2016

16:33 Uhr

Anleihekaufprogramm

Die EZB erhöht das Tempo

Die EZB erhöht das Tempo beim Anleihekaufprogramm. Laut Notenbank-Chef Draghi ist die Wirtschaft im Euro-Raum immer noch auf die Unterstützung angewiesen. Experten erwarten eine Verlängerung des Programms.

Das umstrittene Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank soll vorerst bis März 2017 laufen. Das gesamte Programm umfasst mittlerweile das Volumen von 1,74 Billionen Euro. dpa

EZB-Zentrale

Das umstrittene Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank soll vorerst bis März 2017 laufen. Das gesamte Programm umfasst mittlerweile das Volumen von 1,74 Billionen Euro.

FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) legt bei ihren in Deutschland umstrittenen Anleihenkäufen einen Gang zu. Gemeinsam mit den nationalen Notenbanken erwarb die EZB in der vergangenen Woche öffentliche Schuldtitel der Euro-Länder im Volumen von 17,79 Milliarden Euro, wie die EZB am Montag mitteilte. In der vorangegangenen Woche waren es 16,83 Milliarden Euro gewesen. Damit nahmen die Euro-Wächter seit Beginn der Käufe im März 2015 Staatspapiere im Umfang von 1,182 Billionen Euro in ihre Bücher.

Der Werkzeugkasten der EZB

Leitzins

Das wichtigste Instrument ist der Leitzins, also der Zins, zu dem sich Geschäftsbanken bei der Notenbank Geld ausleihen können, um es dann zum Beispiel als Kredit an Unternehmen und Verbraucher weiterzugeben. Im August 2016 liegt der EZB-Zins bei historisch niedrigen 0,0 Prozent. Niedrige Zinsen können die Konjunktur ankurbeln.

Einlagezins

In normalen Zeiten bekommen Geschäftsbanken von der EZB Zinsen für überschüssiges Geld, das sie bei der Zentralbank parken. Im Juni 2014 senkten die Währungshüter den Zins unter die Nullgrenze. Aktuell müssen die Kreditinstitute einen Strafzins von 0,4 Prozent zahlen. Das Ziel ist eine Schwächung des Euro und ein Abbau der Einlagen der Banken bei der EZB.

Geldspritzen

Ende 2011/Anfang 2012 unterstützte die EZB Banken mit Notkrediten (LTRO) im Volumen von einer Billion Euro. Die Kredite wurden zu Mini-Zinsen und für drei Jahre gewährt. 2014 folgten weitere Notkredite, allerdings diesmal in deutlich geringerem Umfang.

Kauf von Kreditpaketen

Seit Herbst 2014 kauft die EZB Pfandbriefe (Covered Bonds) und gebündelte Kreditverbriefungen (ABS). Das soll Geschäftsbanken Freiräume zur Vergabe von Krediten verschaffen.

Staatsanleihen Käufe

Im Mai 2010 begann die EZB erstmals mit dem Kauf von Staatsanleihen. Das „Securities Markets Programme“ (SMP) sollte den Anstieg der Renditen von Anleihen angeschlagener Euro-Länder bremsen. Bis Anfang 2012 kaufte die EZB Staatspapiere für rund 220 Milliarden Euro, zumeist italienische Anleihen. Im September 2012 ersetzte das Programm „Outright Monetary Transactions“ (OMT) diese Maßnahme: Die EZB erklärt sich dabei bereit, notfalls unbegrenzt Anleihen von Krisenstaaten zu erwerben. Gekauft wurde in diesem Rahmen bisher keine Anleihe.

Quantitative Lockerung

Für die sogenannte Quantitative Lockerung druckt sich die Zentralbank quasi selbst Geld und kauft damit in großem Stil Anleihen - Staatsanleihen und andere Papiere wie Unternehmensanleihen. Das tut die EZB seit März 2015. Bis mindestens Ende März 2017 wollen die Währungshüter auf diese Weise 1,74 Billionen Euro in den Markt pumpen. Das soll die Konjunktur ankurbeln und die anhaltend niedrige Inflation wieder in Richtung der EZB-Zielmarke von knapp unter 2,0 Prozent befördern.

Das Gesamtprogramm, das auch Pfandbriefe, Hypothekenpapiere und Firmenanleihen umfasst, ist inzwischen auf 1,74 Billionen Euro angelegt. Es soll noch bis mindestens Ende März 2017 weiterlaufen. Die Euro-Wächter erwarben in vergangenen Woche Unternehmensanleihen im Volumen von 2,17 Milliarden Euro nach 1,80 Milliarden in der Woche zuvor. Mit den Bondkäufen wollen EZB-Chef Mario Draghi und seine Notenbank-Kollegen die Kreditvergabe und damit die Konjunktur im Währungsraum anschieben. Laut Draghi ist die Wirtschaft im Euro-Raum immer noch auf die Unterstützung der Geldpolitik angewiesen. Es wird deshalb erwartet, dass der EZB-Rat auf seiner Sitzung im Dezember entscheidet, auch nach März 2017 noch Anleihen zu erwerben.

Von

rtr

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