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05.12.2016

16:30 Uhr

Anleihekaufprogramm

EZB zieht in der Vorweihnachtszeit das Tempo an

Pünktlich zu Beginn der Weihnachtszeit erhöht die Europäische Zentralbank das Tempo des Anleihekaufprogramms leicht. Das Programm soll vorerst bis März laufen. Experten erwarten aber eine Verlängerung.

Das Anleihekaufprogramm ist in Deutschland stark umstritten. Experten erwarten eine Verlängerung der Anleihenkäufe über den März hinaus. dpa

EZB-Zentrale

Das Anleihekaufprogramm ist in Deutschland stark umstritten. Experten erwarten eine Verlängerung der Anleihenkäufe über den März hinaus.

FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) erhöht bei ihren in Deutschland umstrittenen Staatsanleihenkäufen in der Weihnachtszeit leicht das Tempo. Zusammen mit den nationalen Notenbanken der Euro-Länder nahm sie in der Woche bis zum 2. Dezember öffentliche Schuldtitel im Umfang von 14,52 Milliarden Euro in ihre Bücher, wie die Notenbank am Montag mitteilte. In der Woche zuvor waren es 14,30 Milliarden gewesen. Damit erwarben die Währungshüter seit dem Beginn der Käufe im März 2015 Staatspapiere der Euro-Länder im Volumen von 1,21 Billionen Euro.

Der Werkzeugkasten der EZB

Leitzins

Das wichtigste Instrument ist der Leitzins, also der Zins, zu dem sich Geschäftsbanken bei der Notenbank Geld ausleihen können, um es dann zum Beispiel als Kredit an Unternehmen und Verbraucher weiterzugeben. Im August 2016 liegt der EZB-Zins bei historisch niedrigen 0,0 Prozent. Niedrige Zinsen können die Konjunktur ankurbeln.

Einlagezins

In normalen Zeiten bekommen Geschäftsbanken von der EZB Zinsen für überschüssiges Geld, das sie bei der Zentralbank parken. Im Juni 2014 senkten die Währungshüter den Zins unter die Nullgrenze. Aktuell müssen die Kreditinstitute einen Strafzins von 0,4 Prozent zahlen. Das Ziel ist eine Schwächung des Euro und ein Abbau der Einlagen der Banken bei der EZB.

Geldspritzen

Ende 2011/Anfang 2012 unterstützte die EZB Banken mit Notkrediten (LTRO) im Volumen von einer Billion Euro. Die Kredite wurden zu Mini-Zinsen und für drei Jahre gewährt. 2014 folgten weitere Notkredite, allerdings diesmal in deutlich geringerem Umfang.

Kauf von Kreditpaketen

Seit Herbst 2014 kauft die EZB Pfandbriefe (Covered Bonds) und gebündelte Kreditverbriefungen (ABS). Das soll Geschäftsbanken Freiräume zur Vergabe von Krediten verschaffen.

Staatsanleihen Käufe

Im Mai 2010 begann die EZB erstmals mit dem Kauf von Staatsanleihen. Das „Securities Markets Programme“ (SMP) sollte den Anstieg der Renditen von Anleihen angeschlagener Euro-Länder bremsen. Bis Anfang 2012 kaufte die EZB Staatspapiere für rund 220 Milliarden Euro, zumeist italienische Anleihen. Im September 2012 ersetzte das Programm „Outright Monetary Transactions“ (OMT) diese Maßnahme: Die EZB erklärt sich dabei bereit, notfalls unbegrenzt Anleihen von Krisenstaaten zu erwerben. Gekauft wurde in diesem Rahmen bisher keine Anleihe.

Quantitative Lockerung

Für die sogenannte Quantitative Lockerung druckt sich die Zentralbank quasi selbst Geld und kauft damit in großem Stil Anleihen - Staatsanleihen und andere Papiere wie Unternehmensanleihen. Das tut die EZB seit März 2015. Bis mindestens Ende März 2017 wollen die Währungshüter auf diese Weise 1,74 Billionen Euro in den Markt pumpen. Das soll die Konjunktur ankurbeln und die anhaltend niedrige Inflation wieder in Richtung der EZB-Zielmarke von knapp unter 2,0 Prozent befördern.

EZB-Präsident Mario Draghi will mit den Käufen die Kreditvergabe im Währungsraum ankurbeln und auf diesem Weg der lahmenden Wirtschaft unter die Arme greifen. Das inzwischen auf 1,74 Billionen Euro angelegte Gesamtprogramm - andere Wertpapiere wie Pfandbriefe und Hypothekenpapiere eingeschlossen - soll noch bis mindestens Ende März 2017 laufen. Experten erwarten, dass die EZB auf ihrer Zinssitzung an diesem Donnerstag in Frankfurt beschließen wird, die Käufe auch danach noch fortzusetzen. Die Euro-Wächter erwerben seit Juni auch Firmenanleihen. In der Woche bis zum 2. Dezember kauften sie Unternehmensbonds im Umfang von 2,01 Milliarden Euro nach 1,91 Milliarden in der Vorwoche.

Von

rtr

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