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02.07.2015

14:41 Uhr

Anleihekaufprogramm

Kauft die EZB bald Telekom-Anleihen?

Für 60 Milliarden Euro im Monat kauft die Europäische Zentralbank Anleihen. Die Liste der Papiere zum Kauf hat die EZB nun erweitert. Anleihen deutscher Konzerne rücken in Reichweite – es ist nur eine Definitionsfrage.

Noch stehen die Anleihen des Konzerns nicht auf der Kaufliste der EZB. Doch andere Konzerne mit weniger Staatsanteil schon. dpa

Deutsche Telekom

Noch stehen die Anleihen des Konzerns nicht auf der Kaufliste der EZB. Doch andere Konzerne mit weniger Staatsanteil schon.

FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) hat in ihr großes Anleihen-Kaufprogramm („PSPP“) Bonds großer europäischer Energie- und Infrastruktur-Unternehmen aufgenommen. Unter anderem sind nun Anleihen des italienischen Versorgers Enel und des italienischen Stromnetzbetreibers Terna Teil des Programms, wie die EZB am Donnerstag auf ihrer Webseite mitteilte.

Auch Bonds der österreichischen ÖBB-Infrastruktur AG, die unter anderem das gesamte Schienennetz der Österreichischen Bundesbahn (ÖBB) betreibt, können nun aufgekauft werden, ebenso Titel des slowenischen Autobahnbetreibers Dars. Die Kriterien für die Auswahl wurden nicht öffentlich gemacht.

Die Liste könne auf Grund geldpolitischer Erwägungen erneut verändert werden, teilten die Währungshüter mit. Insgesamt sind nun Bonds von 13 weiteren staatlichen oder halbstaatlichen Gesellschaften Teil des auf 1,14 Billionen Euro angelegten Kaufprogramms. Die EZB begründete nicht die Auswahl der Firmenanleihen, die sie jetzt kaufen könnten. Die Deutsche Bahn schaffte es nicht auf die Liste.

Die Macht und die Mittel der EZB

Ziele

Die Europäische Zentralbank (EZB) soll Preisstabilität wahren, die Wirtschaftspolitik unterstützen und Finanzstabilität sichern.

Leitzinsanpassung

Leitzinsanpassungen sind das traditionelle Mittel, um die Wirtschaft und die Arbeitsnachfrage zu dämpfen oder zu stimulieren, und so die Lohnentwicklung und die Inflation stabil zu halten.

Negativzinsen

Negativzinsen von 0,1 Prozent berechnet die EZB den Banken für deren Guthaben bei der Notenbank. Jede Bank will ihre überzähligen Guthaben zu einer anderen Bank schieben, indem sie Wertpapiere kauft oder Kredite vergibt.

Langfristkredite

Langfristkredite vergibt die EZB seit Ende 2011 und ergänzt damit die normalen kurzfristigen Kredite. Das hilft den Banken bei der Finanzierung, da Bankanleihen teurer und für manche gar nicht mehr zu haben waren.

Pfandbriefe

Pfandbriefe und Kreditverbriefungen kauft die EZB den Banken seit Herbst 2014 ab. Auch das hilft bei der Refinanzierung und sorgt für mehr Bankguthaben bei der EZB, was die Bereitschaft zur Kreditvergabe erhöhen soll.

Käufe von Staatsanleihen

Käufe von Staatsanleihen als Mittel der Geldpolitik setzte die EZB erstmals 2010 ein, um die Renditen von Anleihen der Peripherieländer zu drücken, die damals kräftig nach oben schossen. Das gelang mit dem relativ kleinen Programm nur bedingt. Im September 2012 ersetzte die EZB dieses SMP-Programm durch das OMT-Programm. Sie erklärte sich dabei unter Bedingungen bereit, notfalls unbegrenzt Anleihen von Krisenstaaten zu erwerben. Bisher kam das Programm nicht zum Einsatz. Seit März 2015 erwirbt sie mit einem erweiterten Kaufprogramm im großen Stil Staatsanleihen. Der Gegenwert landet als Bankguthaben bei den Verkäufern, zum Beispiel Fonds, und als überschüssiges Guthaben auf den Zentralbankkonten der Banken. Das treibt vor allem die Kurse von Vermögenswerten wie Aktien, Anleihen und Immobilien in die Höhe. Indirekt soll das die Wirtschaft ankurbeln.

Notkredite

Notkredite (ELA) können nationale Zentralbanken des Euro-Raums ihren heimischen Banken gewähren, wenn diese nicht mehr genug gute Sicherheiten für normale EZB-Kredite haben. Die EZB muss diese ELA-Kredite genehmigen. Untersagt sie sie, etwa wenn Griechenland sich nicht mit den Gläubigern einigen kann, haben die Banken keinen Zugang zu Euro-Guthaben und Euro-Bargeld mehr, was zur Schließung und letztlich zum erzwungenen Austritt aus der Währungsunion führen kann.

Weitere Unternehmen rücken damit aber in das Spektrum künftiger Käufe. So ist der italienische Staat nur mit 25,5 Prozent an Enel beteiligt. In den Statuten zum Aufkaufprogramm heißt es, dass die EZB „auf Euro lautende marktfähige Schuldtitel, die von der Zentralregierung eines Mitgliedstaats, dessen Währung der Euro ist, anerkannten Organen mit Sitz im Euro-Währungsgebiet, internationalen Organisationen mit Sitz im Euro-Währungsgebiet und multilateralen Entwicklungsbanken mit Sitz im Euro-Währungsgebiet für Ankäufe durch die Zentralbanken des Eurosystems begeben werden, im Rahmen des PSPP zulässig.“

Kommentare (2)

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Herr Manfred Zimmer

02.07.2015, 15:40 Uhr

Einfach ekelhaft was uns die EZB als Strategie da auftischt!

Frau Bärbel Meier

02.07.2015, 16:20 Uhr

Spinnt der Typ jetzt total, mir fehlen einfach nur noch die Worte und wenn ich schreiben würde was ich über Hr. D. denke würde ich vermutlich hier rausfliegen.
Wann stoppt den endlich jemand?!?!?!?!?!?!?!?
Der sollte mal einkaufen gehen und sehe das seine 2 % Unfug sind, aber bei dem sein Gehalt bezahl er das vermutlich alles aus der Portokasse.

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