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02.02.2015

16:35 Uhr

Anleihen im Krieg

Hasenstab verzockt sich in Ukraine

Der Fondsmanager von Franklin Templeton ist nicht gerade für seine konservativen Investments bekannt. Auch in der Ukraine stieg er trotz Krise groß ein. Aktuell scheint es ein teurer Fehler gewesen sein.

Die Ukraine einigt sich mit ihren Gläubigern. Reuters

Wirtschaftliche Zukunft der Ukraine

Die Ukraine einigt sich mit ihren Gläubigern.

New YorkMichael Hasenstab, der seit rund 17 Jahren bei Franklin Templeton arbeitet, ist einer der wohl erfolgreichsten und auch berühmtesten Anleihefonds-Manager der Welt. Seine Wette auf die Ukraine könnte allerdings nach hinten losgehen. Nachdem er mehr als sieben Milliarden Dollar (6,19 Milliarden Euro) in Anleihen des Landes investiert hatte, musste Hasenstab mitansehen, wie der Wert der Papiere abstürzte. Hasenstabs Anlagen, die fast der Hälfte der ukrainischen Auslandsanleihen umfassen, werden nur noch mit vier Milliarden Dollar bewertet. Das geht aus Fonds-Angaben zum dritten und vierten Quartal hervor.

Der anhaltende Konflikt mit den pro-russischen Rebellen hatte die Rezession in der Ukraine vertieft. Die Devisenreserven sind zusammengeschmolzen und haben die Regierung letztlich dazu veranlasst, eine Schulden-Restrukturierung zu fordern.

Ausstehende Staatsanleihen ausgewählter Euro-Staaten

Italien

Volumen: 2280 Milliarden Euro, Anteil an Euro-Zone gesamt (inklusive Luxemburg, Malta und Estland): 25,3 Prozent
(Quelle: Bloomberg)

Frankreich

1935 Milliarden Euro, 21,5 Prozent der Euro-Zone

Deutschland

1365 Milliarden Euro, 15,2 Prozent der Euro-Zone

Spanien

1192 Milliarden Euro, 13,2 Prozent der Euro-Zone

Belgien

465 Milliarden Euro, 5,2 Prozent der Euro-Zone

Niederlande

439 Milliarden Euro, 4,9 Prozent der Euro-Zone

Griechenland

331 Milliarden Euro, 3,7 Prozent der Euro-Zone

Österreich

272 Milliarden Euro, 3,0 Prozent der Euro-Zone

Irland

239 Milliarden Euro, 2,7 Prozent der Euro-Zone

Portugal

230 Milliarden Euro, 2,6 Prozent der Euro-Zone

Finnland

115 Milliarden Euro, 1,3 Prozent der Euro-Zone

Slowakei

45 Milliarden Euro, 0,5 Prozent der Euro-Zone

Slowenien

39 Milliarden Euro, 0,4 Prozent der Euro-Zone

Zypern

18 Milliarden Euro, 0,2 Prozent der Euro-Zone

Litauen

17 Milliarden Euro, 0,2 Prozent der Euro-Zone

Mit den zunehmenden Verlusten haben sich die Erträge von Hasenstabs zwei größten Fonds, Templeton Global Bond Fund und Templeton Global Total Return Fund, verringert. Die Entwicklung führte zu einer Beschleunigung beim Abzug von Anlegergeldern im vergangenen Jahr, die bei den europäischen und amerikanischen Versionen der beiden Fonds das Rekord-Volumen von 14 Milliarden Dollar erreichten. Zusammen kommen die Fonds auf rund 150 Milliarden Dollar an Aktiva. Grundlage für die Angaben sind von Bloomberg zusammengetragene Schätzungen.

„Sein Erfolg spricht für sich selbst. Aber er geht Wetten ein“, sagte Finanzberater Alex Petrovic aus Kansas City, der für Kunden in Franklin Templeton-Fonds investiert. „Bislang hat sich die Ukraine-Wette nicht ausgezahlt.“ Hasenstab und Stacey Coleman, eine Sprecherin von Franklin Templeton, wollten sich nicht zur Ukraine-Strategie äußern. Coleman erklärte allerdings: „Die Franklin Templeton Global Bond Group verfügt über Analyse-Fähigkeiten, eine Größe sowie eine Langzeit-Perspektive, um Investments zu kaufen und zu halten, die nicht in Mode sind.“

Kommentare (3)

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Herr Peter Spiegel

02.02.2015, 16:46 Uhr

Investor in Not. Murksel übernehmen Sie.

Herr Peter Klose

02.02.2015, 18:45 Uhr

Krieg führen ist teuer. Es kostet nicht nur Menschenleben sondern auch den Inhalt der Staatskasse. Da hat wohl jemand vorschnell auf Sieg gesetzt.
Das war in den letzten 150 Jahren eigentlich bei allen so, die geglaubt haben sie könnten Rußland erobern. Es scheint die Menschen lernen nie dazu.
Die einzigen die gewinnen sind die Waffenlieferanten, die beim wiederaufbau mitverdienen und natürlich die Sargbauer und Bestatter.
Ach ja, fast vergessen, der Junior des US Vize hat natürlich auch schon abgesahnt, den DirektorenPosten der ukrainischen Gasversorger.

Herr reiner tiroch

02.02.2015, 19:42 Uhr

ja so ein großes Pech aber auch mit der Zockerei, gell? hoffentlich haben sich dabei noch viel mehr so gauner vertan.

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