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08.06.2015

16:14 Uhr

Anleihenkaufprogramm

EZB investiert 160 Milliarden Euro

Das EZB-Kaufprogramm geht weiter in die Offensive: Die Anleihenbestände stiegen um 160 Milliarden Euro auf ein Rekordlevel. Schon bald dürfte es aber weniger europäische Staatsanleihen am Markt geben.

Ein Geldpaket von 50-Euro-Scheinen: Die EZB investiert massiv in Staatsanleihen. dpa

Banknoten

Ein Geldpaket von 50-Euro-Scheinen: Die EZB investiert massiv in Staatsanleihen.

Frankfurt/BerlinDie Europäische Zentralbank (EZB) kommt mit ihrem Mammut-Programm zum Ankauf von Staatsanleihen in großen Schritten voran. Die Währungshüter erwarben seit dem Beginn am 9. März öffentliche Schuldtitel für insgesamt 159,6 Milliarden Euro, wie die Notenbank am Montag in Frankfurt mitteilte. Darin sind bis zum 5. Juni abgewickelte Käufe enthalten.

Pro Monat wollen die EZB und die nationalen Notenbanken der Euro-Länder Wertpapiere im Umfang von rund 60 Milliarden Euro kaufen. Dazu zählen neben Staatsanleihen auch Pfandbriefe („Covered Bonds“) und Hypothekenpapiere („ABS“). Der Gesamtumfang des bis September 2016 laufenden Programms soll bei 1,14 Billionen Euro liegen.

Die EZB hatte angekündigt, die Käufe vor Beginn der Urlaubszeit im Sommer zu forcieren. Entsprechend sollen dann im Juli und August weniger Papiere erworben werden. Mit der großen Geldflut will EZB-Präsident Mario Draghi die Kreditvergabe der Banken anschieben, um die Wirtschaft anzukurbeln.

Nutznießer niedriger Zinsen

Staat

Der Staat verschuldet sich günstig. Für Steuerzahler bedeuten niedrigere Zinsausgaben des Staates tendenziell eine Entlastung.

Unternehmen

Unternehmen können sich günstig finanzieren. Das sichert und schafft Arbeitsplätze.

Häuslebauer

Wer einen Baukredit benötigt oder eine Anschlussfinanzierung, freut sich über niedrige Zinsen.

Die Käufe sollen Investitionen in Anleihen für Banken unattraktiver machen und die Institute so anregen, mehr Kredite auszureichen. Die aktuell noch sehr niedrige Inflation im Währungsraum will Draghi so wieder der EZB-Zielmarke von knapp zwei Prozent annähern. Bis dahin ist der Weg aber noch weit: Im Mai legten die Preise in der Euro-Zone nur um 0,3 Prozent zu.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Frau Nelly Sachse

08.06.2015, 18:24 Uhr

"Die EZB kommt mit ihrem Mammut-Programm zum Ankauf von Staatsanleihen in großen Schritten voran."
Heißt das jetzt, daß es der EZB immer mehr gelingt, immer mehr Gelder an Pleite-länder zu verteilen - welch ein Erfolg! - oder heißt das, daß die Banken immer mehr Kredite für solide Investitionen vergeben?
Die Presse braucht nicht zu lügen. Mit der richtigen Wortwahl kann so mancher Leser ganz gezielt verdummt und hinters Licht geführt werden.

Herr Peter Noack

09.06.2015, 13:52 Uhr

Was soll denn das heißen: "EZB investiert"160Milliarden Euro?
Seit wann sind denn Anleiheaufkäufe Investitionen? Das sind vielleicht Investments, wenn es sich um Kapitalanleger dreht. Auf dieser Marktwirtschaftswelt mag ja einiges passieren, sber dass eine Notenbank investiert, das passliert niemalsichtinkeinemFall!!!

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