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22.06.2015

16:12 Uhr

Anleihenkaufprogramm

EZB investiert in Staatsanaleihen

Das EZB-Kaufprogramm geht weiter in die Offensive: Die Anleihenbestände stiegen mit 182,2 Milliarden Euro auf ein Rekordlevel. Allein in der vergangenen Woche sollen zwölf Milliarden Euro ausgegeben worden sein.

Ein Geldpaket von 50-Euro-Scheinen: Die EZB investiert massiv in Staatsanleihen. dpa

Banknoten

Ein Geldpaket von 50-Euro-Scheinen: Die EZB investiert massiv in Staatsanleihen.

FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) hat in der vergangenen Woche ihre Anleihenkäufe im großen Stil vorangetrieben. Die obersten Euro-Wächter erwarben seit Beginn des Programms am 9. März öffentliche Schuldtitel für insgesamt 182,2 Milliarden Euro, wie die EZB am Montag in Frankfurt mitteilte. In der Zahl sind bis zum 19. Juni abgewickelte Käufe aufgeführt. Damit liegen zwölf Milliarden Euro mehr im EZB-Portfolio als in der Woche zuvor.

Die Zentralbank und die nationalen Notenbanken der Euro-Länder wollen pro Monat im Schnitt Wertpapiere im Umfang von etwa 60 Milliarden Euro erwerben. Dazu zählen neben Staatsbonds auch Pfandbriefe („Covered Bonds“) und Hypothekenpapiere („ABS“). Bis mindestens September 2016 soll das Programm laufen. Insgesamt ist ein Kaufvolumen von 1,14 Billionen Euro geplant.

Vor der Ferienzeit will EZB-Chef Mario Draghi die Käufe forcieren - entsprechend sollen im Juli und August dann weniger Wertpapiere erworben werden. Die EZB will mit der Geldflut die Kreditvergabe der Banken anschieben, um der Wirtschaft unter die Arme zu greifen. Die Idee: Investitionen in Anleihen sollen für Finanzinstitute unrentabler werden. Banken sollen auf diese Weise dazu bewegt werden, mehr Darlehen zu vergeben.

Nutznießer niedriger Zinsen

Staat

Der Staat verschuldet sich günstig. Für Steuerzahler bedeuten niedrigere Zinsausgaben des Staates tendenziell eine Entlastung.

Unternehmen

Unternehmen können sich günstig finanzieren. Das sichert und schafft Arbeitsplätze.

Häuslebauer

Wer einen Baukredit benötigt oder eine Anschlussfinanzierung, freut sich über niedrige Zinsen.

Die EZB will damit auch die aktuell sehr niedrige Inflation im Währungsraum wieder deutlich in Richtung ihres Ziels von knapp zwei Prozent bewegen. Diese Marke betrachten die Währungshüter als förderlich für die Wirtschaftsentwicklung. Die Wegstrecke dahin ist aber noch lang: Die Preise in der Euro-Zone zogen im Mai nur um 0,3 Prozent an.

Von

rtr

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