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24.10.2016

16:11 Uhr

Anleihenkaufprogramm

EZB kauft weniger Staatsanleihen

Das Anleihen-Kaufprogramm der EZB läuft noch bis Ende März 2017. Experten rechnen aber mit einer Verlängerung. Ausschüsse der Zentralbank prüfen derzeit, wie das Programm auch künftig umgesetzt werden kann.

Der Euro-Wächter startete die Staatsanleihen-Käufe im März 2015. Reuters

Mario Draghi

Der Euro-Wächter startete die Staatsanleihen-Käufe im März 2015.

Frankfurt/TallinnDie Europäische Zentralbank (EZB) schaltet bei ihren Staatsanleihen-Käufen einen Gang zurück. Die EZB und die nationalen Notenbanken nahmen in der Woche bis zum 21. Oktober öffentliche Schuldtitel der Euro-Staaten im Umfang von 16,55 Milliarden Euro in ihre Bücher, wie die Euro-Wächter am Montag mitteilten. Eine Woche zuvor waren es 18,08 Milliarden Euro gewesen. Die Währungshüter wollen mit den Käufen der Konjunktur auf die Sprünge helfen und die Inflation nach oben treiben. Denn mit 0,4 Prozent im September ist die Teuerung für die EZB viel zu niedrig. Sie strebt knapp zwei Prozent als Idealwert für die Wirtschaftsentwicklung an.

Seit dem Start im März 2015 wurden inzwischen Staatstitel im Volumen von 1,11 Billionen Euro gekauft. Das gesamte Programm – andere Papiere wie Pfandbriefe und Hypotheken-Titel eingeschlossen – soll noch bis mindestens Ende März 2017 laufen und dann ein Volumen von 1,74 Billionen Euro haben. Seit Juni gehören auch Firmenanleihen dazu, etwa von Siemens und der Metro. In der vergangenen Woche wurden Firmenschuldtitel im Umfang von 2,09 Milliarden Euro erworben, nach 1,84 Milliarden Euro die Woche zuvor.

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EZB-Ratsmitglied Ardo Hansson hält sich zum weiteren Fortgang der umstrittenen Anleihenkäufe der Europäischen Zentralbank bedeckt. Die Ausschüsse würden sich damit beschäftigen, sagte Estlands Notenbankchef am Montag in der Landeshauptstadt Tallinn. „Wir sollten eine ernsthafte Diskussion über alle Fragen haben, wie wir von hier bis nächsten März verfahren.“

Ausschüsse der Europäischen Zentralbank (EZB) prüfen derzeit, wie das auf 1,74 Billionen Euro angelegte Anleihen-Kaufprogramm auch künftig reibungslos umgesetzt werden kann. Es läuft bis Ende März 2017. Experten rechnen aber mit einer Verlängerung.

Hansson zufolge halten sich gute und schlechte Nachrichten zur Inflationsentwicklung aktuell die Waage. Im September waren die Preise im Währungsraum lediglich um 0,4 Prozent angezogen. Die EZB strebt aber knapp zwei Prozent an. Das Kaufprogramm soll unter anderem für mehr Inflation sorgen.

Von

rtr

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