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12.06.2017

16:28 Uhr

Asgard Fixed Income Fund

Hoher Ertrag mit Wetten auf sicherste Anleihen

Die negativen Zinsen in Europa und Geldpolitik der Europäische Zentralbank bürgen hohe Risiken für Anleiheinvestoren. Doch der Asgard Fixed Income Fund ignoriert meist den Trend der Zinsen – und das mit großem Erfolg.

„Wir tendieren stark zu nordischen Ländern. Wir investieren in alles, das einen Risikoaufschlag aufweist, aber keine Kreditrisiken involviert.“ dpa

Anlagestrategie

„Wir tendieren stark zu nordischen Ländern. Wir investieren in alles, das einen Risikoaufschlag aufweist, aber keine Kreditrisiken involviert.“

New YorkDie besten Erträge gibt es nicht unbedingt bei den riskantesten Aktien, sondern bei den risikofreiesten Anleihen. Doch ohne Hebelwirkung sind diese nicht zu erreichen. Diese Philosophie verhalf dem Asgard Fixed Income Fund in den letzten zwölf Monaten zu einem Ertrag von 19 Prozent. „Das ist der Kern unserer Strategie“, sagte Morten Mathiesen, leitender Anlageberater für Moma Advisors in Kopenhagen, in einem Interview mit dem Nachrichtendienst Bloomberg. „Die besten risikobereinigten Erträge gibt es eigentlich bei Low-Vol-Geschäften“.

Die Zinsen in Europa sind weiterhin niedrig, teilweise sogar negativ. Da sich die Europäische Zentralbank langsam in Richtung Verringerung ihrer geldpolitischen Impulse bewegt, sind die Risiken für Anleiheinvestoren hoch. Doch Mathiesen, der den Fonds berät, ignoriert weitgehend die Richtung der Zinsen.

Wie Deutsche ihr Vermögen verteilen – und welche Folgen dies hat

Wo steckt das viele Geld?

Sparbuch und Co. werfen wegen der Zinsflaute kaum noch etwas ab, zugleich nagen die Niedrigzinsen an der Rendite von privaten Renten- und Lebensversicherungen. Dennoch liegt das Geld vor allem auf Girokonten, es steckt in Sparbüchern oder Lebensversicherung. Der größte Posten waren der Bundesbank zufolge Ende vergangenen Jahres Bargeld, Geld auf Girokonten oder Spareinlagen mit insgesamt 2.200 Milliarden Euro. Weitere 2.113 Milliarden Euro steckten in Versicherungen und Pensionseinrichtungen. 2016 hatten einer GfK-Umfrage zufolge 40 Prozent der Bundesbürger ihr Geld auf einem Sparbuch angelegt – wohlwissend, dass es sich um eine unattraktive Form der Geldanlage handelt.

Was ist mit Aktien?

Die meisten Menschen in Deutschland meiden Aktien nach wie vor. Die Zahl der Aktienbesitzer in Deutschland sank im vergangenen Jahr sogar wieder unter die Marke von neun Millionen. „Die Deutschen sind eben leider immer noch kein Volk der Anleger, sondern ein Volk der Sparer - daran hat selbst die anhaltende Niedrigzinsphase bis heute nichts ändern können“, meint der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Marc Tüngler.

Welche Folgen hat das?

Sparer verzichten nicht nur auf Gewinne durch steigende Börsenkurse, sondern auch auf Dividenden. Nach Berechnungen von Aktionärsvertretern schütten allein die 30 Börsenschwergewichte im Leitindex Dax in diesem Jahr die Rekordsumme von 31,6 Milliarden Euro an ihre Anteilseigner aus. Die Gewinnbeteiligung bei 640 untersuchten Aktiengesellschaften steigt im Vergleich zum Vorjahr um rund 9 Prozent auf die Bestmarke von insgesamt 46,3 Milliarden Euro.

Sind Aktien immer eine gute Wahl?

Nicht unbedingt. Zwar gelten die Anteilsscheine langfristig als lukrative Geldanlage. Wer beispielsweise Ende 1995 Aktien kaufte und bis Ende 2010 hielt, habe in diesem Zeitraum im Schnitt 7,8 Prozent Rendite pro Jahr erzielt, rechnet das Deutsche Aktieninstitut (DAI) vor. Doch nicht jede Aktie zahlt sich aus - wie die DSW-Liste der 50 „größten Kapitalvernichter“ zeigt. Wer dort investierte, musste herbe Kursverluste hinnehmen, „die durch die Dividendenzahlungen meist nicht ansatzweise kompensiert werden konnten“, wie Tüngler erläutert.

Wie ist der Reichtum verteilt?

Darüber gibt die Analyse der Bundesbank keine Auskunft. Der aktuelle Armut- und Reichtumsbericht der Bundesregierung kommt aber zu dem Ergebnis, dass die reichsten zehn Prozent der Haushalte mehr als die Hälfte des gesamten Netto-Vermögens besitzen. „Die untere Hälfte nur ein Prozent“, erläuterte Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) jüngst. Von dem seit Jahren anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland profitieren danach vor allem die Reichen. „Die unteren 40 Prozent der Beschäftigten haben 2015 real weniger verdient als Mitte der 90er Jahre“, so die Ministerin.

Seit seiner Auflegung im Jahr 2003 hat der Fonds jährlich einen Ertrag von 14 Prozent geliefert und so die wichtigsten Bondindizes in den Schatten gestellt. Zum Vergleich: Der Bloomberg-Index für Staatsanleihen kam im Laufe der letzten Dekade auf ein Plus von fünf Prozent jährlich. „Wir versuchen nicht zu spekulieren, ob sich die Zinsen nach oben oder unten bewegen werden“, erklärte der 45-Jährige. „Wir sind normalerweise komplett abgesichert.“

Mathiesen benutzt ein eigenes Modell zur Prognose und Auswahl der besten Risikoaufschläge an Märkten für kurzlaufende, qualitativ hochwertige Anleihen. Die meisten der Bonds, die von dem Fonds gehalten werden, sind mit „AAA“ eingestuft, wie dänische Hypothekenanleihen. „Wir sind bei Anleihen die Risikoprämien long“, sagte er. „Wir tendieren stark zu nordischen Ländern. Wir investieren in alles, das einen Risikoaufschlag aufweist, aber keine Kreditrisiken involviert.“

DIW-Chef Marcel Fratzscher: „Wir Deutschen sparen zu schlecht“

DIW-Chef Marcel Fratzscher

Premium „Wir Deutschen sparen zu schlecht“

Ökonom Marcel Fratzscher rechnet nicht damit, dass die EZB die Zinsen bald anhebt. Im Interview spricht er über verzerrte Anleihemärkte, das falsche Sparen der Deutschen und den Wackelkandidaten der Euro-Zone: Italien.

Der 600 Millionen Euro schwere Fonds setzt am europäischen Rentenmarkt auf Rendite-Spreads, Länder-Spreads und Geldmarkt-Spreads. Am stärksten wird zwar auf skandinavische Covered Bonds gesetzt, allerdings hat der Fonds seine Position hier verringert, aufgrund einer „starken Spread-Einengung“. Um das Zinsrisiko auszugleichen, sichert der Fonds die Anleihen mit Derivaten ab und ist nur gegenüber dem Spread exponiert.

Der Spread ist normalerweise gering, darum muss der Fonds zur Steigerung der Erträge Fremdkapital aufnehmen. Die derzeitige Leverage beläuft sich auf das etwa elffache, war früher aber auch beim 25-Fachen, so Mathiesen. Das Volatilitätsziel liegt bei etwa sechs Prozent. „Wir sind erfolgreich gewesen, Alpha zu liefern“, sagte Mathiesen und meinte damit überdurchschnittliche Erträge. „Wir haben einen höheren risikobereinigten Ertrag erzielt als der Carry bei den von uns gehaltenen Positionen rechtfertigen sollte.“

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