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03.02.2005

13:01 Uhr

Auch im neuen Jahr laufen die Nebenwerte den Blue Chips davon – Stock-Picking wird immer wichtiger

Die zweite Reihe steht an erster Stelle

VonPatrick Mönnighoff

Seit langem kündigen viele Investmentbanken das Ende der Nebenwerte-Rally an. Doch bislang sieht es so aus, als würden sich deren Analysten irren. Auch im ersten Monat des neuen Jahres haben die so genannten Mid- und Small Caps ihren Höhenflug fortgesetzt.

DÜSSELDORF. So legte der SDax seit 1. Januar bereits über acht Prozent zu, der Nebenwerteindex MDax verzeichnete ein Plus von über fünf Prozent. Mehr noch: Gestern markierte Letzterer ein neues Allzeithoch bei rund 5 700 Punkten.

Die starke Entwicklung der Leichtgewichte ist dabei nicht nur ein deutsches Phänomen. An vielen großen Börsen fuhren Anleger mit Nebenwerten in den vergangenen Monaten besser. Der amerikanische Russell-2000-Index zum Beispiel, der die Aktienkurse ausgewählter Small Caps verfolgt, schnellte 2004 17 Prozent in die Höhe (siehe Grafik). Zum Vergleich: Der Dow Jones kam im selben Zeitraum auf ein Plus von knapp drei Prozent.

Die relative Stärke der Nebenwerte im Vergleich zu den Blue Chips ist leicht zu erklären. Zwar zogen auch die Standardwerte in den vergangenen Monaten wieder an. Der schwache US-Dollar, der hohe Ölpreis und konjunkturelle Sorgen begrenzten jedoch das Kurspotenzial. So übersprang der Euro Stoxx 50 vor zwei Tagen die 3000-Punkte-Marke. Von dem Allzeithoch ist der Index, der die 50 wichtigsten europäischen Werte enthält, jedoch noch über 2 500 Punkte entfernt.

Die zweite Börsenliga ist hingegen weniger stark von dem globalen Umfeld abhängig. „Viele kleinere Unternehmen sind in ihrer Branche Technologieführer und kaum dem Wettbewerb ausgesetzt“, sagt Susan Levermann, Fondsmanagerin bei der DWS. Sie könnten daher auch in konjunkturell schwächeren Phasen höhere Preise durchsetzten und wachsen.

Hinzu kommt, dass die Mid- und Small Caps inzwischen auch bei der Ausschüttungsquote mit den Schwergewichten aus der ersten Liga mithalten können. Nach Berechnungen der Analysten von GSC Research locken beispielsweise die Aktien des Finanzdienstleisters MPC Capital mit einer erwarteten Dividenrendite von über sieben Prozent. Ähnlich hoch soll die Ausschüttung bei dem Puppenhersteller Zapf Creation, dem Autovermieter Sixt und der Beteiligungsgesellschaft Indus Holding ausfallen.

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