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15.09.2012

13:27 Uhr

Australien

Gegen den Trend investieren

VonUrs Wälterlin, Laura de la Motte

Australien krankt am Preisverfall der internationalen Rohstoffpreise. Für Anleger ist gerade in dieser Stimmung antizyklisches Verhalten angesagt und ein guter Zeitpunkt zum Einstieg.

Die Christmas Creek Mine ist Australiens drittgrößtes Eisenerzbergwerk. dpa

Die Christmas Creek Mine ist Australiens drittgrößtes Eisenerzbergwerk.

Sydney/FrankfurtEs ist hart, in diesen Tagen in Australien Optimist zu sein - und das nach 21 Jahren steten Wirtschaftswachstums. Denn das Standbein der Wirtschaft scheint zu wackeln. Der Rückgang der Nachfrage nach Rohstoffen im Markt Nummer eins - China - hat zu einem heftigen Preisverfall für die wichtigsten Mineralien geführt: Der Preis für Eisenerz ist seit Anfang Juli um 30 Prozent gesunken.

Die Börse reagiert: Rohstofftitel sind am Boden. Einzelne Werte mussten in den letzten Monaten zweistellige Kursverluste hinnehmen. Aus gefeierten Lieblingen sind Stiefkinder geworden. Mittelfristig dürfte sich am Trend wenig ändern. China hat sich entschieden, das rasante Wachstum zu bremsen. Das bedeutet vor allem weniger Stahlproduktion und damit weniger Bedarf an Kohle und Eisenerz.

Doch gerade in dieser Stimmung ist antizyklisches Verhalten angesagt. Die Korrektur bietet nämlich Anlagemöglichkeiten in einem Markt, der so lange attraktiv bleiben wird, wie China und der Rest der Welt Rohstoffe brauchen. Schließlich hat Australien noch Reserven für Hunderte von Jahren. Für langfristig denkende Anleger, die sich von mittelfristigen Schwankungen nicht irritieren lassen, bietet die australische Börse deshalb eine seit langem nicht mehr gesehene Gelegenheit, attraktive Standardwerte wie BHP Billiton und Rio Tinto günstig zu erwerben oder das Portfolio auszubauen.

Beide Unternehmen gehören zu den effizientesten Produzenten der Welt. Sie können buchstäblich auf Knopfdruck die Produktion wieder ankurbeln, wenn die Nachfrage in China erneut ansteigt. Anlegern jedoch, die nicht so lange warten wollen, bleibt ein Engagement in den unter internationalen Investoren seit langem beliebten australischen Staatsanleihen. Zwar gibt es zum Beispiel für zehnjährige Regierungspapiere längst nicht mehr fünf Prozent Rendite wie vor gut einem Jahr, sondern noch 3,2 Prozent.

Trotzdem ist das doppelt so viel, wie Bundesanleihen derzeit abwerfen. BHP Billiton und Rio Tinto haben keine Bonds in australischem Dollar, dafür deutsche Unternehmen. Die Telekom, VW und Daimler bieten zum Beispiel gut vier Prozent Rendite für fünf Jahre, bei der US-Bank Morgan Stanley sind es sogar 6,3 Prozent.

Anleger müssen hier jedoch den Wechselkurs im Blick behalten. Viele Devisenexperten halten den australischen Dollar für überbewertet und erwarten eine Korrektur. Seit Juli hat der australische Dollar schon an Wert verloren. Jeder Rückgang schmälert die Anlagerendite.

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