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23.06.2013

16:34 Uhr

Bank der Zentralbanken

Streit über das Ende der Geldflut

Die US-Notenbank deutete ein Ende der laxen Geldpolitik an – prompt brachen weltweit die Aktienkurse ein. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) warnt nun davor, ein Ende des Gelddruckens zu verschieben.

Ein mögliches Ende der Politik des billigen Geldes verunsicherte die Börsen. dpa

Ein mögliches Ende der Politik des billigen Geldes verunsicherte die Börsen.

Frankfurt/BaselDie Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hat die Notenbanken rund um den Globus davor gewarnt, den Ausstieg aus ihrer ultralaxen Geldpolitik aus Angst vor Turbulenzen an den Börsen zu verschieben. "Sie werden das richtige Gleichgewicht finden müssen zwischen den Risiken eines verfrühten und den Risiken eines weiter aufgeschobenen Ausstiegs", heißt es in dem am Sonntag in Basel veröffentlichten Jahresbericht der BIZ. Die Schwierigkeiten, die Politik des billigen Geldes zu beenden, würden umso größer, je länger die aktuell extrem konjunkturstützenden geldpolitischen Bedingungen anhielten, warnte die BIZ - seit den 1930er-Jahren die älteste internationale Finanzinstitution und zentrales Forum für Notenbanken.

Der Bericht war fertiggestellt worden, bevor der Chef der US-Notenbank, Ben Bernanke, Mitte dieser Woche erstmals einen Zeitplan für eine geldpolitische Wende in den USA skizzierte. Wegen der völlig unterschiedlichen Probleme in den großen Volkswirtschaften dürften sich dem allerdings weder die Europäische Zentralbank (EZB) noch die Notenbanken in Großbritannien und Japan anschließen. Unter Führung der Federal Reserve hatten die Zentralbanken quasi weltweit in den zurückliegenden Krisenjahren ihre Zinsen massiv gesenkt und Geld in einem bis dato nicht vorstellbaren Ausmaß in die Finanzmärkte gepumpt.

Entsprechend warnte die BIZ die Notenbanken nun vor den Problemen, die sich aus einem falsch durchgeführten und vor allem falsch kommunizierten und vorbereiteten Exit ergeben könnten: "Die Instrumente zur Steuerung des Ausstiegs sind vorhanden und wurden bis zu einem gewissen Grad bereits getestet. Doch die Zentralbanken sind sich bewusst, dass der Umfang und die Tragweite des Ausstiegs beispiellos sein werden. Dies erhöht die mit dem Ausstieg verbundene Unsicherheit und das Risiko, dass er nicht reibungslos ablaufen wird."

Fed, EZB & Co. laufen laut BIZ bei der Entwöhnung der Märkte von dem billigen Geld Gefahr, dass sie entweder durch ein zu schnelles Vorgehen eine neue Krise verursachen oder durch zu langsames Handeln die Teuerung aus dem Ruder läuft oder Spekulationsblasen entstehen. Zeitpunkt und Tempo des Ausstiegs müssten in den kommenden Jahren an die Entwicklung in den einzelnen Ländern und an die Weltkonjunktur angepasst werden. "Nachdem sich zu Beginn des Jahres eine Festigung der Konjunkturerholung abgezeichnet hatte, rechneten die Märkte mit einem früheren, nicht aber unmittelbaren Ausstieg. Die Terminzinskurven spiegeln die Erwartung wider, dass die Leitzinsen noch mindestens ein weiteres Jahr auf dem derzeit sehr niedrigen Niveau verharren und danach nur schrittweise steigen werden."

Von

rtr

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

23.06.2013, 21:01 Uhr

man könnte den Eindruck gewinnen da weiß die Linke nicht mehr was die Rechte tut :-))
ob mit einem schnellen oder langsamen Ausstieg aus der Geldschwemme steigen die Zinsen und die Staaten dürfen noch mehr für ihre Schulden bluten. Ist das nun endlich und endgültig das Ende dieses verkorksten Finanzsystems?

HelmutJosefWeber

23.06.2013, 22:33 Uhr

Man könnte auch einem krebskranken Menschen sagen:
Wenn Du 10 Minuten die Luft anhältst, stirbst Du nicht an Krebs.
Amtest Du aber weiter, wirst Du ganz elendig sterben.

Viele Grüße
H. J. Weber

Account gelöscht!

24.06.2013, 00:38 Uhr

Anleitung für den Weltfrieden:

1. Börsen abschaffen!
2. Zentralbanken abschaffen!
3. Alle Banken verstaatlichen!
4. Alle Privat-Bankster zu Bäcker umschulen!
5. Jeder Staat druckt sein eigenes Geld!
6. "Nebenjobs" für Politiker mit Freiheitsstrafe ahnden!
7. Parteiensystem optimieren!

Da dies natürlich nie gemacht wird freuen wir uns doch alle auf den nächsten richtigen heissen Krieg!

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