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29.01.2014

18:42 Uhr

Bank of England

Unabhängiges Schottland müsste für Pfund Rechte abgeben

Schottland stimmt im September über seine Unabhängigkeit ab – will aber das Pfund behalten. Der Chef der Bank of England macht klar: Dann müsste Schottland Abstriche bei der nationalen Souveränität machen.

Mark Carney, Chef der Bank of England, warnt: Die jüngsten Probleme in der Eurozone hätten die „klaren Risiken“ einer Gemeinschaftswährung gezeigt. AFP

Mark Carney, Chef der Bank of England, warnt: Die jüngsten Probleme in der Eurozone hätten die „klaren Risiken“ einer Gemeinschaftswährung gezeigt.

LondonEin unabhängiges Schottland müsste nach Ansicht des Chefs der britischen Zentralbank womöglich Machtbefugnisse abgeben, um das britische Pfund als Währung behalten zu können. Bei einem Besuch in Schottland sagte der Kanadier Mark Carney am Mittwoch vor Unternehmern in Edinburgh, eine „dauerhafte, erfolgreiche Währungsunion“ erfordere Abstriche bei der nationalen Souveränität. Die jüngsten Probleme in der Eurozone hätten die „klaren Risiken“ einer Gemeinschaftswährung gezeigt, deren Grundlagen nicht hinreichend stabil seien.

Carney betonte aber, dass er keine Empfehlung für das geplante Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands im September abgeben wolle – das sei letztlich Sache der Schotten. Die Währung ist eine der großen Streitfragen. Schottlands regionaler Regierungschef Alex Salmond will das Pfund behalten und so in eine Währungsunion mit Großbritannien treten, sollte Schottland unabhängig werden. Das Referendum wird von ihm vorangetrieben.

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Viele Schotten haben eine tiefe Abneigung gegen die Engländer. Deshalb stimmt das Land über seine Souveränität ab. Doch London will von einem Austritt aus dem Königreich nichts wissen. Und warnt vor den Konsequenzen.

Der britische Außenminister William Hague hatte die Schotten allerdings kürzlich eben mit dem Hinweis auf die Währung vor einem Ja gewarnt. Nach einer Abspaltung von Großbritannien könne sich Schottland außerhalb der EU wiederfinden und bei einem neuen Beitritt die von Großbritannien ausgehandelten Vorrechte verlieren. So könne Schottland sich etwa gezwungen sehen, den Euro einzuführen.

Salmond will im Fall der Unabhängigkeit, dass die Bank of England auch Schottlands Zentralbank bleibt. Carney sagte dazu, jede Vereinbarung zur Währung eines unabhängigen Schottlands müsse „zwischen den Parlamenten von Westminster und Schottland ausgehandelt“ werden.

Von

afp

Kommentare (2)

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Michael

29.01.2014, 19:35 Uhr

Dann werden die Briten&Schotten wohl mit einer UK-Bankenunion und einer UKSM (statt ESM) Vorlieb nehmen müssen.

Ohne geht es halt aus technischen Gründen nicht...

Account gelöscht!

29.01.2014, 20:28 Uhr

Was soll das? Entweder man hat das Pfund Sterling und hat die Rechte daran, oder man hat keins, dann gibt es auch keine Rechte.
Beim Umtausch von Währungen werden auch keine Rechte mit verkauft, habe jedoch keine Einschränkungen dazu mit eingekauft oder wurde das nur nicht explizit erwähnt?

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