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21.01.2015

12:27 Uhr

Bank of England

Zinswende in Großbritannien kein Thema mehr

Angesichts der unerwünscht niedrigen Inflation sind die Gegner der ultra-lockeren Geldpolitik in der Bank of England verstummt. In Großbritannien rückt damit eine Zinswende in immer weitere Ferne.

Die Bank of England wird wohl auf absehbare Zeit nicht die Zinsen erhöhen. dpa

Die Bank of England wird wohl auf absehbare Zeit nicht die Zinsen erhöhen.

LondonIn Großbritannien rückt eine Zinswende in immer weitere Ferne. Angesichts der unerwünscht niedrigen Inflation sind die Gegner der ultra-lockeren Geldpolitik im Führungsgremium der Zentralbank verstummt, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der Januar-Sitzung hervorgeht. Sie stimmten erstmals seit Monaten für die Beibehaltung des historisch niedrigen Leitzinses von 0,5 Prozent. An den Märkten wird nun damit gerechnet, dass die Notenbank erst gegen Mitte nächsten Jahres die Zinszügel anziehen wird.

Die Zentralbanker Martin Weale und Ian McCafferty gaben ihren Widerstand gegen den ultralockeren Kurs der Notenbank nun auf, nachdem sie über Monate vergeblich für eine Zinserhöhung plädiert hatten. Hintergrund des Sinneswandels ist, dass die Preise auf der Insel nur noch langsam steigen. Sie legten im Dezember nur um 0,5 Prozent zu - so schwach wie seit 14 Jahren nicht mehr. Damit ist die Notenbank meilenweit davon entfernt, ihr Ziel einer Inflationsrate von zwei Prozent zu erreichen. Die Bank of England (BoE) rechnet nun sogar damit, dass die Preise irgendwann in der ersten Jahreshälfte fallen werden.

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Weale und Cafferty räumten ein, dass eine Zinserhöhung zum jetzigen Zeitpunkt das Risiko einer lang anhaltenden Phase niedriger Inflation erhöhen würde. Hinzu kommt, das maue Wirtschaftsdaten auf eine Abschwächung des jüngsten Booms zum Jahresende 2014 hindeuten. Die britische Wirtschaft hatte im Sommer ihre Leistung zum Vorjahr um 2,6 Prozent gesteigert. Damit war Großbritannien eines der am schnellsten wachsenden Industrieländer.

Die schwindenden Zinserhöhungsspekulationen drückten das Pfund Sterling zum Dollar auf ein Tagestief von 1,5076 Dollar. Im Gegenzug stieg der Euro auf ein Tageshoch von 76,81 Pence.

Nicht alle Experten sind davon überzeugt, dass sich die BoE noch bis nächstes Jahr mit einer Straffung der Geldpolitik Zeit lassen wird. Ökonom James Knightley von der Bank ING rechnet damit, dass die Preise noch in diesem Jahr wieder anziehen werden: „Eine Zinserhöhung noch im Laufe des Jahres wäre damit wahrscheinlich.“

Von

rtr

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