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12.05.2015

13:08 Uhr

Banken im Zinstief

Bafin nimmt sich Banken und Versicherer zur Brust

Banken und Versicherer ächzen unter den Mini-Zinsen. Jetzt mischt sich die Finanzaufsicht ein: Manches Institut dürfte sie an die kurze Leine nehmen. In einer anderen Sache steht die Deutsche Bank im Fokus der Aufseher.

Die Bafin untersucht die Kapitalausstattung kleiner Banken und bereitet im Zuge der Libor-Untersuchungen Konsequenzen für die Deutsche Bank vor dapd

Die Bafin untersucht die Kapitalausstattung kleiner Banken und bereitet im Zuge der Libor-Untersuchungen Konsequenzen für die Deutsche Bank vor

Die Finanzaufsicht Bafin will wegen Belastungen durch Niedrigzinsen Versicherungen und kleinere Banken genau unter die Lupe nehmen. Besonders unter Druck stünden derzeit die Versicherer, sagte der neue Bafin-Präsident Felix Hufeld am Dienstag bei der Pressekonferenz der Behörde laut Redetext. Sie könnten die strengeren Kapitalregeln (Solvency II), die 2016 umgesetzt werden sollen, nur „mit erheblicher Anstrengung“ schaffen. „Sollten die Zinsen weiter so niedrig bleiben, werden wir auch mehr Unternehmen in die aufsichtliche Manndeckung nehmen müssen“, kündigte Hufeld an.

Die Bafin habe die Versicherer aufgefordert, bis zum 3. Juni ihre wichtigsten Solvency-II-Kennzahlen vorzulegen – und zwar unter den Marktbedingungen, die Ende 2014 herrschten. Hufeld, der bei der Bafin zuvor für die Versicherungsaufsicht zuständig war, hat im März die Nachfolge von Elke König angetreten, die nach Brüssel gewechselt ist und nun dort die europäische Behörde für die Abwicklung maroder Banken leitet.

Die Deutschen und Aktien

Spekulationsobjekt

Eine aktuelle Studie der Direktbanken zeigt, dass Aktien von Privatanlegern weiterhin als extrem risikobehaftet wahrgenommen werden. Für 46 Prozent der Befragten ist die Aktie ein „rein spekulatives“ Anlageinstrument.

Quelle: „Aktion pro Aktie “

Geldanlage für Reiche

Eine Aktie ist für über die Hälfte der befragten Personen nur etwas für vermögende Investoren. 51 Prozent sind der Auffassung, dass eine Aktieninvestition nur für reiche Personen lukrativ ist.

Sicherheitsorientiert

Wenn sich deutsche Anleger für eine Investition in Aktien entscheiden, legen sie weiterhin den Fokus auf Sicherheit. 71 Prozent investieren konservativ und sicherheitsorientiert in Aktien.

Langfristige Wertsteigerung

Aktienkäufer in Deutschland lassen sich nicht von dem täglichen Auf-und Ab an den Märkten verführen. Sie hoffen auf eine langfristige Wertsteigerung. Die Studienergebnisse zeigen, dass 74 Prozent der Probanden höchstens zweimal im Jahr handeln.

Hufeld muss die Bafin neu ausrichten, denn für die Aufsicht über die wichtigsten Geldhäuser ist seit November 2014 die Europäische Zentralbank (EZB) zuständig. Vertreter der Bafin sind allerdings in den gemeinsamen Aufsichtsteams vertreten, die Deutsche Bank, Commerzbank und andere Großbanken kontrollieren. Zudem sind Bafin und Bundesbank weiter für die Aufsicht von rund 1600 kleineren Banken zuständig, allen voran für Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken.

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