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25.04.2014

02:16 Uhr

US-Justizministerium

Bank of America soll 13 Milliarden Dollar zahlen

Wegen faulen Hypothekendeals kommt wohl eine neue Strafe auf die Bank of America zu. Das US-Justizministerium will 13 Milliarden Dollar. Erst vor kurzem hatte die BofA schon eine Milliarden-Strafe aufgebrummt bekommen.

Die Bank of America soll wegen fauler Hypothekendeals erneut eine Strafe aufgebrummt bekommen. AFP

Die Bank of America soll wegen fauler Hypothekendeals erneut eine Strafe aufgebrummt bekommen.

WashingtonIm Streit um krumme Geschäfte mit Hypothekenpapieren will das US-Justizministerium die Bank of America einem Agenturbericht zufolge zu einer Zahlung von mehr als 13 Milliarden Dollar verdonnern. Die zweitgrößte US-Bank müsse sich auf eine Strafe in dieser Größenordnung einstellen, wenn sie den Rechtsstreit über einen Vergleich lösen wolle, berichtete Bloomberg News am Donnerstag unter Berufung auf Insider. Eine Einigung könne in den nächsten zwei Monaten erzielt werden.

Die Summe von 13 Milliarden Dollar käme dabei zusätzlich zu den erst kürzlich vereinbarten mehr als neun Milliarden Dollar hinzu, die die Bank of America in einem ähnlichen Verfahren zahlen muss.

Ein Sprecher von Bank of America lehnte eine Stellungnahme zum Bloomberg-Bericht ab, beim Justizministerium war zunächst niemand zu erreichen. Reuters erfuhr aber von mehreren Insidern, dass die Gespräche zwischen der Bank und der Regierung noch in einem frühen Stadium seien. Eine mit den Verhandlungen vertraute Person fügte hinzu, die Zahl von 13 Milliarden Dollar sei derzeit noch nicht gefallen. Nach einem Bericht von CNBC News sieht der Vergleich eine Zahlung von mehr als zehn Milliarden Dollar vor.

Hohe Geldbußen für Banken

Einleitung

Für manipulierte Zinsen, fragwürdige Beratung bei Krediten oder für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte haben schon viele Banken mit hohen Summen büßen müssen. Einige Beispiele für Strafen im Zusammenhang mit Fehlverhalten von Finanzriesen.

Juli 2010

Die US-Investmentbank Goldman Sachs wendet eine Betrugsklage der US-Börsenaufsicht mit Zahlung einer Strafe von 550 Millionen US-Dollar ab. Die Börsenaufsicht SEC beschuldigte Goldman Sachs, Investoren bei einem komplexen Finanzgeschäft unzureichend informiert zu haben, darunter auch die Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB.

Mai 2012

Die Deutsche Bank steht für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte einer Tochtergesellschaft in den USA gerade. Um eine Klage aus der Welt zu schaffen, zahlen die Frankfurter 202 Millionen US-Dollar. Der Bank drohte eine Strafzahlung und Wiedergutmachung von mehr als eine Milliarde Dollar. Die US-Justiz hatte der Tochter MortgageIT Betrug beim Geschäft mit Hypothekenfinanzierungen vorgeworfen.

Dezember 2012

Die Schweizer Großbank UBS zahlt wegen ihrer Rolle bei der Manipulation des weltweit wichtigsten Referenzzinssatzes Libor Bußen in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar. Wie die Bank mitteilt, leistete sie entsprechende freiwillige Strafzahlungen an US-, britische und Schweizer Behörden.

Januar 2013

Die Bank of America überweist insgesamt mehr als zehn Milliarden Dollar an den staatlich gestützten Hausfinanzierer Fannie Mae, um Streitigkeiten bei Hypotheken-Deals aus der Welt zu schaffen. In einem anderen Fall müssen das Geldhaus und neun andere Finanzfirmen wie JPMorgan Chase oder die Citigroup mit zusammen 8,5 Milliarden Dollar für fehlerhafte Hauspfändungen geradestehen.

August 2013

Britische Banken müssen wegen falscher Beratung von Kunden erneut Entschädigungen in Milliardenhöhe zahlen. Die Aufsichtsbehörde FCA verdonnerte 13 Institute und Kreditkartenaussteller zu Kompensationsleistungen von insgesamt 1,3 Milliarden Pfund (1,5 Mrd Euro). Zu den bestraften Unternehmen zählen Barclays, HSBC und die Royal Bank of Scotland (RBS).

September 2013

Das Debakel um einen 6,2 Milliarden US-Dollar hohen Spekulationsverlust hat für die größte US-Bank JP Morgan Chase ein teures juristisches Nachspiel. Mehrere Aufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien haben nach Angaben der US-Notenbank Fed Strafen über insgesamt rund 920 Millionen Dollar gegen das Institut verhängt.

Oktober 2013

Der Libor-Skandal kostet die niederländische Rabobank 774 Millionen Euro. Es ist die höchste Strafe in der Geschichte der Genossenschaftsbank. Die Bank hatte mit britischen, amerikanischen und niederländischen Behörden einen außergerichtlichen Vergleich getroffen. Drei Viertel der Summe fließen in die USA an das Justizministerium und die Finanzaufsicht CFTC.

November 2013

JP Morgan Chase büßt mit 13 Milliarden Dollar (9,6 Milliarden Euro) für fragwürdige Hypotheken-Geschäfte. Die führende US-Bank hatte sich nach wochenlangem Tauziehen mit dem US-Justizministerium und anderen staatlichen Stellen auf diese Summe geeinigt. Es ist der bisher größte Vergleich mit einem einzelnen Unternehmen in der amerikanischen Geschichte.

Dezember 2013

Im Skandal um Zinsmanipulationen hat die Deutsche Bank von der EU-Kommission die branchenweit höchste Strafe aufgebrummt bekommen. EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia verhängte gegen sechs internationale Großbanken Rekord-Geldbußen von zusammen 1,71 Milliarden Euro. Allein der deutsche Branchenprimus muss im Rahmen des Vergleichs 725 Millionen Euro zahlen.

Im vergangene Monat hatte die Bank of America bereits einen Vergleich mit der zuständigen Aufsichtsbehörde erzielt: Für mehr als neun Milliarden Dollar legte die Bank einen ähnlichen Rechtsstreit über fragwürdige Geschäfte mit Hypothekenpapieren bei. Nach mehreren anderen Großbanken wollte das US-Institut damit eigentlich einen Schlussstrich unter einen jahrelangen Disput mit den US-Behörden.

Wie der Deutschen Bank, JPMorgan, UBS und weiteren Geldhäusern wurde Bank of America vorgeworfen, vor der Finanzkrise beim Verkauf der Papiere Risiken verschleiert zu haben. Insgesamt 17 Banken sollen so nach Ansicht der US-Aufsicht FHFA von 2005 bis 2007 einen Schaden von 200 Milliarden Dollar angerichtet haben. Die größte US-Bank JPMorgan hat bereits der Zahlung von 13 Milliarden Dollar zugestimmt, die Deutsche Bank zahlt 1,9 Milliarden Dollar.

Von

rtr

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