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12.11.2012

17:31 Uhr

Wall Street

Bank Jefferies lässt sich gerne übernehmen

Wichtiger Schritt zum großen Player: Die mittelgroße Investmentbank Jefferies wird von Leucadia National übernommen. Leucadia hält bereits 28,6 Prozent an Jefferies. Für Bankchef Handler erfüllt sich ein Lebenstraum.

Dass die Jefferies-Übernahme klappt, scheint sicher zu sein. Firmenfoto

Dass die Jefferies-Übernahme klappt, scheint sicher zu sein.

Ein namhafter Wall-Street-Spieler stellt sich neu auf: Die Investmentbank Jefferies schlüpft vollständig unter das Dach der Investmentholding Leucadia National, die wegen ihrer breiten Aufstellung auch „Mini-Berkshire“ genannt wird in Anlehnung an die legendäre Berkshire Hathaway von Warren Buffett. Zu Leucadia gehört eine Minengesellschaft genauso wie ein Fleischverarbeiter.

Der Zusammenschluss stelle die Erfüllung eines Lebenstraums dar, sagte Jefferies-Chef Richard Handler am Montag in New York. Er wird auch das Gesamtunternehmen führen, wenn die Übernahme abgeschlossen ist. Das soll im ersten Quartal passieren. Die Jefferies-Aktionäre werden an Leucadia beteiligt; zusammen kommen die Firmen auf einen aktuellen Börsenwert von 8,4 Milliarden Dollar (6,6 Mrd Euro).

Dass die Übernahme klappt, scheint sicher: Leucadia hält bereits 28,6 Prozent an Jefferies. Hintergrund der vollständigen Übernahme sind die gestiegenen Kapitalanforderungen in der Finanzwelt, die größere Unternehmen zumeist leichter schultern können als kleinere.

Die Aussicht auf die Übernahme ließ die Jefferies-Aktie im frühen New Yorker Handel um 13 Prozent steigen. Die Investmentbank war damit 3,3 Milliarden Dollar wert. Zum Vergleich: Die Wall-Street-Firmen Goldman Sachs oder Morgan Stanley aus der ersten Reihe kommen auf 55 Milliarden beziehungsweise 33 Milliarden Dollar.

Die Jefferies-Aktie war vor einem Jahr abgestürzt, als Spekulationen über ein gefährliches Engagement im krisengeplagten Europa aufkamen. Jefferies dementierte, das Papier erholte sich. Auch die Pleite des Brokers MF Global hatte gezeigt, wie gefährlich Krisen für kleinere Spieler an der Wall Street werden können.

MF Global hatte sich tatsächlich mit europäischen Staatsanleihen verspekuliert. Es war die aufsehenerregendste Wall-Street-Pleite seit dem Niedergang der Investmentbank Lehman Brothers in der Finanzkrise 2008. Rivalen wie Bear Stearns oder Merrill Lynch hatten sich bereits damals unter die Fittiche größerer Finanzkonzerne geflüchtet.

Von

dpa

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