Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.12.2013

04:38 Uhr

10,5 Millionen Dollar

Skandal-Banker kommt in den USA gegen Kaution frei

Der Ex-UBS-Banker Raoul Weil ist den in USA wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung angeklag. Der Schweizer ist der ranghöchste Banker, der wegen des Steuerstreites vor Gericht kam. Nun wird er vorerst freigelassen.

Raoul Weils Frau, Susan Lerch Weil, umgeben von den Anwälten ihres Mannes, Kimberly Zelnick und Aaron Marcu. Reuters

Raoul Weils Frau, Susan Lerch Weil, umgeben von den Anwälten ihres Mannes, Kimberly Zelnick und Aaron Marcu.

Fort LauderdaleDer in den USA wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung angeklagte frühere UBS-Spitzenbanker Raoul Weil muss vorerst nicht ins Gefängnis. Gegen eine Kaution von 10,5 Millionen Dollar darf Weil bei Freunden in New Jersey bleiben, entschied Richter Patrick Hunt vom Bundesgericht in Fort Lauderdale am Montag. Die Verlesung der Anklage setzte er für den 7. Januar an.

Weil, der dem Richter in Fesseln vorgeführt wurde, musste seinen Pass abgeben und wurde unter GPS-Überwachung gestellt. Zur Anklage äußerte sich Weil nicht. Weils Anwalt Aaron Marcu begrüßte die Entscheidung des Gerichts im US-Bundesstaat Florida am Montag. Er kündigte an, sein Mandant werde bei der nächsten Anhörung am 7. Januar auf unschuldig plädieren.

In Florida muss sich der frühere Chef des internationalen Vermögensverwaltungsgeschäfts der größten Schweizer Bank einem Verfahren wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung stellen. Ihm drohen bis zu fünf Jahre Haft.

Der 54 Jahre alte Weil war im Oktober verhaftet worden, als er mit seiner Frau in Bologna in einem Nobelhotel Ferien machte. Nach fast zwei Monaten in einem italienischen Gefängnis wurde der Schweizer am vergangenen Freitag an die USA ausgeliefert, die ihn 2008 angeklagt und 2009 international zur Verhaftung ausgeschrieben hatten.

 Ex-UBS-Banker: Italien liefert Raoul Weil an USA aus

Ex-UBS-Banker

Italien liefert Raoul Weil an USA aus

Im Oktober wurde der Ex-USB-Banker Raoul Weil in Bologna verhaftet. Nun willigte der Schweizer ein, an die US-Behörden ausgeliefert zu werden. Er muss sich einem Verfahren wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung stellen.

Die Amerikaner werfen Weil vor, zwischen 2002 und 2007 rund 17.000 reichen Amerikanern dabei geholfen zu haben, Vermögen im Wert von 20 Milliarden Dollar vor dem Fiskus zu verstecken. Sein damaliger Arbeitgeber UBS, der mit dem gleichen Vorwurf konfrontiert war, konnte sich 2009 mit der Zahlung von 780 Millionen Dollar und der Lieferung von rund 4500 Kundennamen von einer Strafverfolgung freikaufen und ist nicht weiter betroffen.

Weil, der 2008 bei UBS ausschied, ist der ranghöchste Manager einer Schweizer Bank, der in der US-Steueraffäre vor Gericht gestellt wird. Seit die Vorwürfe gegen ihn auf dem Tisch sind, ließ Weil wiederholt durch seine Anwälte erklären, er sei unschuldig und die Vorwürfe gegen ihn seien vollkommen ungerechtfertigt.

Von

rtr

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

17.12.2013, 08:21 Uhr

So lange Manager nicht mit ihrem Privatvermögen haften müssen wird sich nichts ändern. Die haben ausreichend Geld angehäuft, um sich im "worst case" frei kaufen zu können. Sei es durch ärztliche Atteste, durch Kautionszahlungen oder sonstige Tricks. Ein Ende der gierigen, betrügerischen machenschaften wird es erst dann geben, wenn das Privatvermögen, auch angehäuft durch diese Machenschaften, beschlagnahmt wird.
Was bei Drogenhändlern, Diktatoren und Mafiosis gemacht wird, müsset meiner meinung nach auch bei diesen Bankern / Managern angewandt werden.
Bisher aber haftet das Volk für alle Schäden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×